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Gewerkschaftsnahes Institut: Ökonomen rechnen mit vier Millionen Kurzarbeitern

Gewerkschaftsnahes Institut  

Ökonomen rechnen mit vier Millionen Kurzarbeitern

02.04.2020, 13:20 Uhr | mak, dpa

Gewerkschaftsnahes Institut: Ökonomen rechnen mit vier Millionen Kurzarbeitern. Zwei Azubis beim Schweißen: Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung rechnet mit vier Millionen Menschen in Kurzarbeit. (Quelle: imago images/Rupert Oberhäuser)

Zwei Azubis beim Schweißen: Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung rechnet mit vier Millionen Menschen in Kurzarbeit. (Quelle: Rupert Oberhäuser/imago images)

Viele Betriebe müssen wegen der Corona-Krise Kurzarbeit anmelden. Ökonomen gehen von insgesamt vier Millionen Kurzarbeitern aus – das wären weit mehr als bei der Finanzkrise 2008.

Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) rechnet in seiner neuen Konjunkturprognose wegen der Corona-Krise mit rund vier Millionen von Kurzarbeit betroffenen Menschen in Deutschland. Das wäre eine Rekordzahl, sagte der wissenschaftliche Direktor des Instituts, Sebastian Dullien, in einer Video-Schalte mit Journalisten.

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008/2009 habe es in Deutschland 1,5 Millionen Kurzarbeiter gegeben. Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten 60 Prozent, mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts.

Das Institut, das zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gehört, geht zudem davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen 2020 um etwa 150.000 Personen steigt. Für 2021 erwarten die Ökonomen, dass die Arbeitslosenzahl um weitere 100.000 Personen im Jahresdurchschnitt zunimmt.

Institut für Aufstockung des Kurzarbeitergeldes

Um die Folgen der Corona-Pandemie einzudämmen, hat sich das IMK für eine Aufstockung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I ausgesprochen. "Es wird extrem wichtig sein, die Wirtschaft so schnell wie möglich wieder auf Touren zu bringen", sagte Dullien.

Dabei spiele der private Konsum als zentrale Starthilfe für den Konjunkturmotor eine entscheidende Rolle. "Die Menschen sollten also Geld in der Tasche haben, wenn die Läden wieder öffnen."

Der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens steht Dullien kritisch gegenüber. "Als Kriseninstrument halte ich das nicht für geeignet", sagte der Ökonom. Es sei nicht zielgerichtet, zu teuer und letztlich "nicht gerecht".

Ökonom gegen Corona-Vermögensabgabe

Dullien sprach sich zudem gegen eine mögliche Corona-Vermögensabgabe aus, die SPD-Co-Chefin Saskia Esken vorgeschlagen hat. "Es geht nicht darum, Lasten zu verteilen, sondern Lasten zu minimieren", sagte er. 

Die IMK-Forscher rechnen in ihrer Prognose mit einem Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts im Jahresdurchschnitt 2020 um 4,0 Prozent. Diese "optimistische Erwartung" könne sich aber nur erfüllen, wenn die aktuell herrschenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland ab Anfang Mai wieder gelockert werden, sagte Dullien. Dann sei 2021 auch ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,4 Prozent im Jahresmittel möglich.

Verwendete Quellen:
  • Video-Konferenz mit Journalisten
  • IMK-Report 157, April 2020
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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