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Förderbank rechnet mit Kreditvolumen von 50 Milliarden Euro

Förderbank  

KfW rechnet mit Kreditvolumen von 50 Milliarden Euro

02.04.2020, 14:29 Uhr | mak, AFP, rtr

Förderbank rechnet mit Kreditvolumen von 50 Milliarden Euro. Die KfW-Bank in Frankfurt am Main: Bislang sind rund 2.500 Kredit-Anträge bei der Bank eingegangen. (Quelle: imago images/epd)

Die KfW-Bank in Frankfurt am Main: Bislang sind rund 2.500 Kredit-Anträge bei der Bank eingegangen. (Quelle: epd/imago images)

In der Corona-Krise können sich Unternehmen unkompliziert Geld von der staatlichen Förderbank borgen: Bislang seien Anträge in Höhe von mehr als 10 Milliarden Euro eingegangen – doch es könnten deutlich mehr werden.

Das Sonderkreditprogramm der staatlichen Förderbank KfW zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise stößt bei Unternehmen auf gewaltiges Interesse. Für kommenden Montag werde ein weiterer "großer Ansturm" erwartet, da dann die IT-Umsetzung soweit sei, dass Antrag und Abruf von Geld sofort möglich seien, wie KfW-Chef Günther Bräunig am Donnerstag sagte. 

Es wurden bereits rund 2.500 Anträge im Volumen von 10,6 Milliarden Euro gestellt, so Bräunig. "Wir rechnen mit weiter stark steigenden Zahlen", sagte er. Unter Vorbehalt der derzeitigen Unsicherheit über die weitere Entwicklung schätzt die KfW deshalb, dass sich das Volumen der Kredite demnächst auf 50 Milliarden Euro summieren könnte.

Scholz hat alte Zahlen verkündet

"Ob wir wirklich bis 100 Milliarden gehen, ist derzeit noch nicht vorstellbar, sagte Bräunig. "Ich möchte es aber auch nicht ausschließen." Aktuell erwartet die KfW, dass die Antragszahlen im Mai wieder abflauen. 

Scholz hatte am Donnerstag in Berlin von 1.800 Anträgen gesprochen – mit einem Volumen von rund neun Milliarden Euro. "Das sind jedoch alte Zahlen", sagte eine KfW-Sprecherin auf t-online.de-Anfrage. Generell sei zu beachten, dass die rund 2.500 Anträge nur diejenigen seien, die bei der Förderbank bislang gemeldet seien. "Bei den Hausbanken können noch viel mehr eingegangen sein", sagte sie.

Die KfW hatte das Sonderprogramm, bei dem Unternehmen über ihre Hausbank Antrag auf Kredit stellen können, am Montag vergangener Woche gestartet. Kredite bekommen können Firmen, die wegen der Corona-Krise vorübergehend in Finanzierungsproblemen stecken. Konkret heißt dies, dass alle Unternehmen, die bis zum 31. Dezember keine finanziellen Schwierigkeiten hatten, ein Darlehen beantragen können – von kleinen und mittelständischen Unternehmen bis hin zu großen Firmen.

Ab Montag sollen Banken schneller an Geld kommen

Dabei sieht sich die KfW gut gerüstet, mit der neuen IT-Infrastruktur für das Sonderprogramm ab Montag tausende Anträge pro Tag bewältigen zu können. So soll es für Unternehmen dann möglich sein, binnen weniger Tage – im Optimalfall sogar noch am selben Tag – die Kreditsumme ausgezahlt zu bekommen.

Bei Krediten bis in Höhe von drei Millionen Euro nimmt die KfW dabei keine eigene Überprüfung des Ausfallrisikos vor, sondern vertraut auf die Bewertung der Hausbanken. Zwischen drei und zehn Millionen Euro gibt es ein vereinfachtes Verfahren. Erst ab Kreditsummen von mehr als zehn Millionen Euro greift der normale Risikoprozess der KfW. Die weit überwiegende Zahl der bisherigen Anträge belief sich dabei auf Kreditsummen bis drei Millionen Euro.

Das Sonderprogramm sieht vor, dass die KfW einen großen Teil des Risikos der Banken übernimmt und sich damit die Chance auf eine Kreditzusage für die Unternehmen deutlich erhöht. Für große Unternehmen werden 80 Prozent des Risikos übernommen, bei kleinen und mittleren Unternehmen sind es 90 Prozent.

Mehr als eine Millionen Soforthilfe-Anträge für Selbstständige

Auch die Zahl der Anträge auf die von der Bundesregierung beschlossenen Milliarden-Hilfen für Selbstständige und Freiberufler stieg weiter enorm an. Bislang gingen bei den zuständigen Stellen mindestens 1,1 Millionen Anträge auf Soforthilfe ein, wie eine Umfrage der "Bild"-Zeitung unter den Bundesländern ergab. 1,8 Milliarden Euro wurden demnach bereits zur Zahlung angewiesen.

Aus dem 50-Milliarden-Euro-Programm des Bundes können Kleinunternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten einmalig 9.000 Euro erhalten, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro. Das Geld ist vor allem dafür vorgesehen, trotz einbrechender Einnahmen weiterlaufende Zahlungsverpflichtungen etwa für die Miete von Geschäftsräumen abzudecken.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagenturen AFP und Reuters

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