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Aktien Europa Schluss: Anleger bleiben zu Wochenschluss in Deckung


Aktien Europa Schluss: Anleger bleiben zu Wochenschluss in Deckung

03.04.2020, 18:32 Uhr | dpa-AFX

PARIS/LONDON/MAILAND (dpa-AFX) - An den europäischen Börsen haben die Anleger am Freitag die Handbremse wieder angezogen. Die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Corona-Pandemie und einer weltweiten Rezession hielt die Risikobereitschaft der Marktakteure einmal mehr in Schach. Erschreckende Arbeitsmarktdaten aus den USA trugen zu Wochenschluss dazu bei.

Nach wechselhaftem Verlauf mit zwischenzeitlich kurzem Dreh ins Plus fiel der EuroStoxx 50 am Ende um 0,95 Prozent auf 2662,99 Punkte. Nach der Erholungsrally um etwa 7 Prozent in der Woche zuvor hat der europäische Leitindex in den vergangenen fünf Handelstagen per Saldo wieder 2,4 Prozent eingebüßt.

In New York war der Dow Jones Industrial am Freitag auch deutlich ins Minus abgerutscht, nachdem der für März vermeldete Rückgang der Beschäftigung in den USA mit über 700 000 Personen drastischer als befürchtet ausfiel. Im Schlepptau ging es zu Wochenschluss auch hierzulande für die wichtigsten Länderbörsen abwärts: Der französische Cac 40 verlor 1,57 Prozent auf 4154,58 Zähler und der Londoner FTSE 100 büßte 1,35 Prozent auf 5406,17 Punkte ein.

Damit hat sich die Mitte März in Gang gekommene Erholung vom Viruscrash, die vor allem durch staatliche Rettungspakete und die Geldflut der Notenbanken angetrieben war, vorerst nur als Strohfeuer erwiesen. Den Anlegern schwant, dass ein Ende der Pandemie nebst erlassener Ausgangsbeschränkungen so schnell nicht in Sicht kommt - mit gravierenden Folgen für die Wirtschaft. In der Eurozone waren einige am Freitag veröffentliche Stimmungsdaten in Rekordgeschwindigkeit eingebrochen.

An Europas Börsen standen Öl- und Gaswerte und Versicherer mit Abgaben von mehr als vier Prozent bei ihren Sektorindizes besonders stark unter Druck. Im Versicherungssektor vorangegangen war die Aufforderung der Europäischen Branchenaufsicht Eiopa an die Unternehmen, eine Pause bei Dividenden und Aktienrückkäufen einzulegen. Im EuroStoxx erwischte es die Axa-Papiere mit einem Kursrücksetzer um 4,6 Prozent recht deutlich. An der Schweizer Börse verloren Zurich sogar neun Prozent.

Auch der Bankensektor wird weiterhin von den Anlegern wegen der Sorgen um mögliche Kredit- und Dividendenausfälle gemieden - er knüpfte mit mehr als zwei Prozent Minus an den schwachen Lauf der vergangenen Tage an. Stattdessen flüchteten die Investoren in die als defensiv geltenden Gesundheitswerte, deren Teilindex mit einem Anstieg um 0,9 Prozent der Spitzenreiter war. Hier hilft die Fantasie mit Blick auf Instrumente, Medikamente oder Impfstoffe gegen den Coronavirus.

In Stockholm konnten sich die Papiere der Textilkette H&M nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts nur Anfangs deutlich von ihren Vortagesverlusten erholen. Analysten zufolge waren die Zahlen des von fast 3800 Filialschließungen weltweit betroffenen Unternehmens besser ausgefallen als befürchtet. Die Aktie hatte am Morgen zeitweise um mehr als zehn Prozent zugelegt, letztlich aber rutschten sie mit dem Gesamtmarkt mit einem Prozent ins Minus.

Die Papiere von Amadeus IT waren im EuroStoxx nach dem am Vortag veröffentlichten Zwischenbericht mit 1,5 Prozent Plus im positiven Drittel zu finden. Laut Goldman-Analyst Matija Gergolet fiel der Umsatzrückgang des IT-Dienstleisters für die Touristik wegen der Corona-Krise zwar noch stärker aus als von ihm befürchtet. Er begrüßte aber die angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität inklusive der Kapitalerhöhung.

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