Sie sind hier: Home > Finanzen > Corona-Krise >

Corona-Krise: Lufthansa streicht Flotte zusammen – Aus für Germanwings

Corona-Krise  

Lufthansa streicht Flotte zusammen – Aus für Germanwings

08.04.2020, 07:36 Uhr | fls, dpa, dpa-AFX, rtr

Corona-Krise: Lufthansa streicht Flotte zusammen – Aus für Germanwings. Eine Germanwings-Maschine am Kölner Flughafen: Die Lufthansa-Tochter wird es künftig nicht mehr geben. (Quelle: imago images)

Eine Germanwings-Maschine am Kölner Flughafen: Die Lufthansa-Tochter wird es künftig nicht mehr geben. (Quelle: imago images)

Als Reaktion auf die Corona-Krise schließt die Lufthansa den Flugbetrieb ihrer Kölner Tochter Germanwings. Zudem sollen etliche Flugzeuge auch anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Die Lufthansa hat wegen der Corona-Krise eine Restrukturierung ihrer Flugbetriebe beschlossen. Die Tochter Germanwings wird demnach eingestellt. Bei nahezu allen Flugbetrieben des Konzerns sollen Kapazitäten verringert und die Verwaltung verkleinert werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Der Lufthansa-Vorstand erwartet auch für die Zeit nach der Corona-Krise einen deutlichen Nachfragerückgang bei Flugreisen. Nach seiner Einschätzung werde es Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisen-Niveau entspricht.

Möglichst vielen Mitarbeitern solle trotz der Restrukturierung eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Gruppe angeboten werden. Darüber will das Unternehmen mit den Sozialpartnern verhandeln.

Außerdem soll die Flotte der Lufthansa und ihrer Töchter deutlich schrumpfen. "Bei der Lufthansa werden sechs Flugzeuge vom Typ Airbus A380 und sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt", heißt es in der Pressemitteilung des Konzerns. Hinzu kämen auf der Kurzstrecke elf Flugzeuge vom Typ Airbus A320.

Gewerkschaft will mit Lufthansa zusammenarbeiten

Mit diesem Schritt reduziere der Konzern seine Kapazitäten an den Drehkreuzen Frankfurt und München. Zusätzlich werde die Regionalfluglinie Lufthansa Cityline drei Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 aus dem Betrieb nehmen. Bei Eurowings werde ebenfalls die Zahl der Flugzeuge weiter reduziert, teilte der Konzern mit: "So sind im Bereich der Kurzstrecke zusätzlich zehn Airbus A320 zur Ausflottung vorgesehen."

Bei der Flugpersonal-Gewerkschaft Ufo sorgte die Nachricht für Schock und Erleichterung gleichermaßen. Schon in den vergangenen Tagen hatte Ufo über ein Aus von Germanwings spekuliert. "Die Beendigung des Flugbetriebs bleibt ein Problem", sagte Ufo-Vorstand Daniel Flohr t-online.de.

Gut sei allerdings, dass der Konzern die Konsequenzen aus dem Betriebsschluss mit den Gewerkschaften diskutieren wolle. "Die Lufthansa hat verstanden, dass das nur mit den Sozialpartnern und den Mitarbeitern geht", so Flohr weiter. "Wir werden das jetzt zusammen hinkriegen."

Experten rechnen mit starkem Personalabbau

Wegen starker Umsatzrückgänge hatten Experten schon in den vergangenen Wochen mit drastischen Einschnitten bei der Fluggesellschaft gerechnet. "Lufthansa hat zu viele Tochterfirmen mit zu unterschiedlichen Arbeitsabläufen", sagte ein Branchenkenner t-online.de.


Das habe es für den Konzern unflexibel gemacht. Dass mit der Restrukturierung des Konzerns im größeren Stile Stellenstreichungen einhergingen, sei absehbar. "Wenn es weniger Flugzeuge gibt, braucht es auch weniger Personal", so der Experte. 

Zuletzt war wegen der Schwierigkeiten sogar von einer Beteiligung des Staates an dem Unternehmen die Rede. Dazu und zu möglichen anderen Staatsbeihilfen machte Lufthansa am Dienstag jedoch keine Angaben. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Lufthansa-Pressemitteilung
  • Nachrichtenagenturen dpa, dpa-afx und Reuters
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal