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Wegen Corona-Krise weltweit: US-Rohölpreis stürzt erstmals ins Negative


Wegen Corona-Pandemie  

US-Rohölpreis stürzt erstmals ins Negative

20.04.2020, 21:08 Uhr | AFP, dpa, dru

Wegen Corona-Krise weltweit: US-Rohölpreis stürzt erstmals ins Negative. Kern River Ölfeld Kalifornien: US-Rohöl für die Lieferung im kommenden Monat war noch so billig. (Quelle: imago images/Cavan Images)

Kern River Ölfeld Kalifornien: US-Rohöl für die Lieferung im kommenden Monat war noch so billig. (Quelle: Cavan Images/imago images)

Der Preis für US-Rohöl ist am Montag auf eine beispiellose Talfahrt geschickt worden. Die Corona-Pandemie ist ein wesentlicher Grund dafür – doch nicht der einzige. Die Ölindustrie hat in der Krise versagt.

Inmitten der Coronavirus-Pandemie ist der Erdölpreis an der New Yorker Börse erstmals in seiner Geschichte ins Negative gerutscht. Der Preis der US-Referenzsorte WTI zur Lieferung im Mai durchbrach am Montag einen Negativrekord nach dem anderen und sank schließlich unter Null. Das heißt, dass Abnehmer bei einem Mai-Terminkontrakt für US-Rohöl sogar noch Geld bekommen.

Für den Preissturz gibt es mehrere Gründe: Da ist die geringe Nachfrage nach dem Rohstoff wegen der Coronavirus-Pandemie. Zugleich aber sind die Lager in den USA sehr gut gefüllt. Außerdem lieferten sich die Produzenten Saudi-Arabien und Russland zuletzt einen Preiskampf.

Und dann ist da noch der Verfall des Mai-Terminkontrakts auf US-Öl an diesem Dienstag. Der nachfolgende Terminkontrakt auf amerikanisches Leichtöl (WTI) kostete am Montagabend wesentlich mehr als der Mai-Kontrakt. Ein Barrel (159 Liter) texanisches Leichtöl (WTI) zur Lieferung im Juni notierte am Abend bei 22,30 Dollar. Die Nordseesorte Brent kostete je Barrel 26,50 Dollar. Beide Preise lagen allerdings auch klar in der Verlustzone.

Massive Schieflage am Ölmarkt

Der Preisverfall des WTI-Mai-Kontrakts untermauert auch die grundlegende Lage am Erdölmarkt. Diese ist gekennzeichnet durch ein viel zu hohes Angebot bei stark fallender Nachfrage. Die Corona-Krise sorgt für einen globalen Konjunktureinbruch, was eine rückläufige Öl-, Benzin- und Dieselnachfrage bewirkt.

Zwar haben große Erdölproduzenten wie Russland und Saudi-Arabien unlängst deutliche Förderkürzungen angekündigt. Experten zweifeln aber, ob die Reduzierungen ausreichen, um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen.

Insbesondere in den USA drohen die Erdöllager, aus allen Nähten zu platzen. Seit Ende Februar sind die Lagerbestände im wichtigen Auslieferungsort Cushing um fast 50 Prozent gestiegen. Infolgedessen fallen in der ölreichen Region Texas die gezahlten Abnahmepreise immer weiter. Mittlerweile geht sogar die Furcht um, dass vereinzelt bald negative Preise bei Rohölabnahme fällig werden, falls die Lagerkapazitäten noch weiter schrumpfen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa

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