Sie sind hier: Home > Finanzen > Corona-Krise >

Nach Preissturz: Preis für US-Öl erholt sich wieder leicht

Nach historischem Preissturz  

Preis für US-Öl erholt sich leicht – Brent-Öl gibt nach

21.04.2020, 09:20 Uhr | dpa-AFX

Nach Preissturz: Preis für US-Öl erholt sich wieder leicht. Ein Ölbohrschiff: Der Preis für WTI-Öl für die Auslieferung im Mai ist wieder leicht im Plus. (Quelle: imago images/Marius Schwarz)

Ein Ölbohrschiff: Der Preis für WTI-Öl für die Auslieferung im Mai ist wieder leicht im Plus. (Quelle: Marius Schwarz/imago images)

Nachdem der Preis für amerikanisches Leichtöl für die Auslieferung im Mai zeitweise unter null gefallen war, erholte er sich nun wieder etwas. Der Preis der Nordseesorte Brent setzte seine Talfahrt derweil fort.

Am US-Ölmarkt zeichnet sich nach historischen Verlusten zum Wochenauftakt eine Beruhigung ab. So zog der Preis für amerikanisches Leichtöl (WTI) zur Auslieferung im Juni in den frühen Handelsstunden am Dienstag um rund einen US-Dollar oder knapp fünf Prozent auf 21,44 Dollar an, nachdem er am Vortag noch um fast ein Fünftel gefallen war.

Auch der Terminvertrag für Mai, ein so genannter Kontrakt oder Future, der am Dienstag ausläuft und am Montag bis auf minus 40,32 Dollar gefallen war, drehte zumindest wieder ins Plus – und kostete zuletzt etwas mehr als einen Dollar. Erstmals seit Aufnahme des Future-Handels im Jahr 1983 hatten am Montag Käufer bei der Abnahme von Öl Geld erhalten. Zudem war der Preisunterschied zwischen zwei aufeinanderfolgenden Terminkontrakten noch nie so hoch.

Den Turbulenzen am US-Ölmarkt konnte sich auch der Handel mit der Nordseesorte Brent nicht entziehen – hier hatte der Wechsel von den Mai- auf den Juni-Kontrakt schon vor einiger Zeit stattgefunden. Dieser verlor am Montag 2,51 Dollar oder knapp neun Prozent auf 25,57 Dollar. Am Dienstag beschleunigte sich diese Entwicklung noch: Der Preis fiel zeitweise unter 20 US-Dollar – auf den niedrigsten Stand seit 2002.

Öllager in den USA sind voll

Selbst abgebrühte Finanzprofis zeigten sich angesichts der extremen US-Marktsituation am Montag perplex. "Ich hätte nie gedacht, dass ich den Tag erlebe, an dem Öl so niedrig handelt", erklärte etwa Neil Wilson vom Finanzdienstleister Markets.com.

Das Hauptproblem ist, dass die Öllager in den USA überzulaufen drohen. Investoren wollen unbedingt vermeiden, auf fehlenden Lagerplatz zu stoßen. Die Situation ist bereits prekär: Seit Ende Februar sind die Lagerbestände im wichtigen Auslieferungsort Cushing um fast 50 Prozent gestiegen. Laut Experte Moya reflektiert der Preiskollaps, dass Händler sich nun weiter in die Zukunft orientieren müssen.

Das zeigt sich auch am nachfolgenden WTI-Kontrakt, der eine Lieferung im Juni vorsieht. Dieser rutschte am Montag zwar auch stark ab, schloss aber mit 20,43 Dollar wesentlich höher als der Mai-Kontrakt.

Der Ölmarkt hält Anleger nicht erst seit Wochenbeginn in Atem. Die Preise sind schon länger auf Talfahrt, obwohl sich große Erdölproduzenten wie Russland und Saudi-Arabien unlängst auf deutliche Förderkürzungen geeinigt hatten. Dass die Länder ihren Preiskrieg beendeten und ein Abkommen erreicht wurde, hatte sich vor allem US-Präsident Trump auf die Fahne geschrieben.

Trump will strategische Öl-Reserven auffüllen

Vor gut einer Woche twitterte der US-Präsident noch vom "großen Öl-Deal", der "Hunderttausende Energie-Jobs in den Vereinigten Staaten retten" werde. Doch den Preisverfall konnte das von Trump gefeierte Abkommen nicht aufhalten.

Aus der Not will Trump jetzt eine Tugend machen, indem die US-Regierung die Situation nutzt, um ihre strategischen Reserven aufzufüllen. Es sei geplant, bis zu 75 Millionen Fässer Rohöl zu kaufen, sagte der US-Präsident am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus.

Er werde den Kongress um die nötigen Mittel bitten, damit sich die Regierung den "Niedrigpreis-Rekord" am Ölmarkt zunutze machen könne. "Es ist eine tolle Zeit, Öl zu kaufen", sagte Trump. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Ölpreis schon bald wieder bei etwa 25 bis 28 Dollar pro Barrel stehen werde.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal