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Zahl der Passanten in deutschen Innenstädten steigt stark an

Geöffnete Geschäfte  

Zahl der Passanten in den Innenstädten steigt stark an

23.04.2020, 13:36 Uhr | rtr

Zahl der Passanten in deutschen Innenstädten steigt stark an. Die Kasseler Königsstraße: In Hessen dürfen Geschäfte bis 800 Quadratmeter seit Montag wieder öffnen. (Quelle: dpa/Göran Gehlen)

Die Kasseler Königsstraße: In Hessen dürfen Geschäfte bis 800 Quadratmeter seit Montag wieder öffnen. (Quelle: Göran Gehlen/dpa)

Während des Corona-Lockdowns sank die Zahl der Passanten in den Innenstädten auf bis zu acht Prozent des Normalniveaus. Nun sind wieder deutlich mehr Menschen unterwegs. Eine Stadt bildet jedoch eine Ausnahme.

Nach der Wiedereröffnung des Einzelhandels wird es in Deutschlands Innenstädte wieder deutlich voller. Das geht aus Daten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.

"Der Einzelhandel kann etwas aufatmen, die seit dieser Woche geltenden Lockerungen bringen ihm teilweise eine spürbare Entspannung, die sich an der Anzahl von Passanten in deutschen Innenstädten ablesen lässt", sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr. Demnach hat die Lockerung in Nordrhein-Westfalen deutlich stärkere Effekte gebracht als in Bayern.

Das Passantenvolumen in Dortmund beispielsweise beträgt laut IfW bereits 51 Prozent des unter normalen Umständen an Werktagen zwischen 9 und 20 Uhr zu erwartenden Niveaus. In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover sind es 54 Prozent und im baden-württembergischen Mannheim sogar 56 Prozent. In München sind es trotz Lockerungen hingegen nur 13 Prozent.

Lockdown hatte zu deutlich geringeren Passantenzahlen geführt

Während des harten Lockdowns vom 23. März bis zum 17. April war das Leben in deutschen Innenstädten fast zum Erliegen gekommen. In München etwa wurden laut den Kieler Forschern in diesem Zeitraum gerade einmal acht Prozent des normalen Passentenaufkommens gezählt.

In Hamburg waren elf Prozent. Den höchsten Publikumsverkehr gab es damals in der Frankfurter Innenstadt, wo durchschnittlich 29 Prozent der unter normalen Umständen zu erwartenden Passanten unterwegs waren.


"Nimmt man an, dass der Umsatz proportional zu den Passantenzahlen ist, dann lagen die Einbußen während des harten Lockdowns zwischen 92 Prozent (München) und 71 Prozent (Frankfurt) und erholen sich nun", sagte Felbermayr. Die tatsächlichen Umsätze könnten sogar noch etwas höher sein, wenn die Kunden ihre Ausgaben pro Innenstadtbesuch im Vergleich zur Normalsituation erhöhten.

"Ein Ziel der Politik war es, Menschenansammlungen in den Innenstädten zu verhindern", sagte Felbermayr. "Dies scheint trotz der Lockerung erreicht." Denn in allen untersuchten Städten sei das Niveau noch weiter unter Normal. Dies könnte daran liegen, dass die Gastronomie weiterhin geschlossen hat: "Außerdem dürfte es eine Weile dauern, bis die Konsumenten ihre Angst vor Ansteckung überwunden haben."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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