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Glyphosat-Prozess: Corona-Krise bremst Einigung bei Bayer aus

Glyphosat-Prozess  

Corona-Krise bremst Einigung bei Bayer aus

27.04.2020, 15:01 Uhr | dpa

Glyphosat-Prozess: Corona-Krise bremst Einigung bei Bayer aus. Ein Landwirt bringt das Pflanzenschutzmittel Glyphosat aus: Der Prozess der Bayer-Tochter Monsanto verzögert sich wegen der Corona-Krise. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Ein Landwirt bringt das Pflanzenschutzmittel Glyphosat aus: Der Prozess der Bayer-Tochter Monsanto verzögert sich wegen der Corona-Krise. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Die Corona-Krise erschwert die Suche nach einer Einigung im Verfahren der Bayer-Tochter Monsanto. Es geht um mögliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter. Das Bayer-Geschäft profitiert aber von der Pandemie.

Die Corona-Krise verzögert die Suche nach einer Einigung im US-Glyphosat-Streit bei Bayer. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern beteilige sich weiter konstruktiv an der Mediation und habe Fortschritte erzielt, bis der Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 das Verfahren erheblich verlangsamt habe, erklärte Bayer am Montag. Das hatte sich allerdings zuletzt schon so abgezeichnet. 

Ursprünglich hatte Bayer in dem Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter des 2018 übernommenen Saatgutherstellers Monsanto eine Einigung bis zur Hauptversammlung an diesem Dienstag angestrebt.

Derweil stieg die Zahl der Klagen gegen Bayer weiter. Bis zum 14. April wurden laut Mitteilung Klagen von etwa 52.500 Klägern zugestellt. Das ist ein Plus von rund acht Prozent im Vergleich zu Anfang Februar.

Einigung könnte 10 Milliarden US-Dollar kosten

Investoren setzen nun darauf, dass Bayer den Rechtsstreit zeitnah mit einem groß angelegten Vergleich beilegt. Entscheidend sei allerdings, dass ein nicht zu schmerzhafter Vergleich kommt, nicht wann er kommt, erklärte kürzlich Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Schätzungen zufolge könnte Bayer das um die 10 Milliarden US-Dollar (9,22 Milliarden Euro) kosten. 

Bayer-Chef Werner Baumann bekräftigte, dass Bayer eine Lösung nur dann in Betracht ziehen werde, wenn sie wirtschaftlich sinnvoll sei und gewährleiste, dass auch zukünftige Fälle effizient zu einem Abschluss gebracht würden. Das gelte vor dem Hintergrund der Corona-Folge für die Wirtschaft mehr denn je.

Bayer-Geschäft profitiert von Corona-Krise

Während viele anderen Unternehmen über Umsatzeinbußen wegen der Corona-Krise klagen, profitierte Bayer vor allem im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln von Vorratskäufen vieler Verbraucher. Währungs- und preisbereinigt legten die Umsätze im ersten Quartal stark um 13,5 Prozent zu.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitaminen oder Mineralien betrug das Plus sogar 33,7 Prozent, in den Bereichen Schmerz und Cardio fast 20 Prozent. Auch der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln stieg um fast 4 Prozent. Der Gesamtgewinn von Bayer kletterte um 20 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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