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Corona-Krise: Lufthansa prüft Insolvenz in Eigenregie – was bedeutet das?

Konzern bestätigt  

Lufthansa prüft auch Insolvenz in Eigenregie

28.04.2020, 18:51 Uhr | fls, rtr, dpa-AFX, t-online

Insolvenz: Wann ein Unternehmen insolvent ist und was das bedeutet

Air Berlin, Schlecker, Germania – große deutsche Unternehmen, die in den vergangenen Jahren Insolvenz anmelden mussten. Aber was heißt das eigentlich? Und wer bekommt das restliche Vermögen des Unternehmens? t-online klärt auf. (Quelle: t-online)

Firmenpleiten betreffen immer mehr deutsche Unternehmen: t-online erklärt, wann ein Unternehmen insolvent ist und wer das übrige Vermögen des Unternehmens bekommt. (Quelle: t-online.de)


Um eine staatliche Einmischung in die Konzerngeschäfte zu vermeiden, erwägt die Lufthansa auch eine geordnete Insolvenz. Eine Einigung über Staatshilfen in Milliardenhöhe steht wohl noch aus.

In den Verhandlungen über mögliche Corona-Hilfen prüft die Lufthansa auch eine Insolvenz in Eigenverwaltung anstelle eines direkten Staatseinstiegs. Entsprechende Informationen der Gewerkschaft Ufo wurden am Dienstag von einem Unternehmenssprecher in Frankfurt bestätigt.

Ein solches Schutzschirmverfahren hat bereits der Ferienflieger Condor durchlaufen. Das Unternehmen wird in diesem Fall unter die Aufsicht eines Sachwalters gestellt und könnte unter dem bisherigen Management die Sanierung angehen.

Laut Gewerkschaft soll Lufthansa-Chef Carsten Spohr intern erklärt haben, dass er das Unternehmen lieber in die Insolvenz in Form eines Schutzschirmverfahrens führe, als sich von der Politik reinreden zu lassen.

Bericht: Lufthansa erhält neun Milliarden Euro vom Staat

Dazu erklärte ein Unternehmenssprecher, dass der Vorstand selbstverständlich alle Optionen inklusive des Schutzschirmverfahrens prüfe. Es sei eine Alternative, falls dem Konzern bei einem Staatseinstieg nicht wettbewerbsfähige Bedingungen drohten. Die Kabinengewerkschaft Ufo erhofft sich von einem direkten Staatseinstieg bei der Lufthansa einen besseren Schutz von Arbeitnehmerrechten und strategische Vorteile für den deutschen Luftverkehr.

Zuvor hieß es in einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Business Insider", dass sich die Lufthansa mit der Bundesregierung bereits auf eine Staatsbeteiligung in Höhe von neun Milliarden Euro geeinigt habe.

Einigung über Staatshilfen stehen offenbar noch aus

Im Gegenzug solle der Staat über den Aufsichtsrat ein Mitspracherecht im Konzern bekommen – eine Bedingung, gegen die sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr bis zuletzt immer gewehrt hatte. Dem Bericht zufolge sollen ein bis zwei Sitze von staatlicher Seite aus besetzt werden können, jedoch nicht mit Politikern oder Beamten.

Zudem soll der Bund eine sogenannte Sperrminorität bekommen: Bei wichtigen Entscheidungen, die von der Hauptversammlung aller Aktionäre eines Unternehmens abgesegnet werden müssen, könnte der Bund so sein Veto einlegen.

Die Lufthansa äußerte sich auf t-online.de-Anfrage nicht zu dem Bericht. Mehrere Nachrichtenagenturen berichteten jedoch, dass noch offen sei, ob der Deal zustande komme. "Es gibt keine Einigung", hieß es demnach in Unternehmens- und Regierungskreisen.

Gespräche mit Spohr, Merkel und Scholz am Dienstag

Die Airline war wegen der Corona-Krise stark in Schieflage geraten. Die Pandemie und ihre Folgen bedeuten für die Lufthansa einen Milliardenverlust: Weil der Flugverkehr fast gänzlich zum Erliegen gekommen ist, verliert die Lufthansa nach eigenen Angaben eine Million Euro – pro Stunde.

Jüngst hatte Spohr verkündet, dass die Fluggesellschaft auch nach Ende der Corona-Krise mit deutlich weniger Flugzeugen unterwegs sein werde. Ausgemustert werden unter anderem sechs Jumbojets vom Typ A380. Zudem stellte die Lufthansa den Betrieb der Billig-Tochter Germanwings ein.

Nicht erst seitdem war immer wieder von direkten Zuwendungen des Staates die Rede, um die Airline zu retten. Laut "Business Insider" soll der Einigung auf Arbeitsebene vom Montag ein Gespräch mit Spohr, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) folgen. Damit könnte der Deal formal besiegelt werden.

Lufthansa wäre zweiter Dax-Konzern mit Staatshilfen

Dass der Staat zum Anteilseigner der Lufthansa wird, ist dabei nicht neu. Die Airline war die längste Zeit ihrer Geschichte zumindest in Teilen in Staatshand. Erst in den 1990er-Jahren verkaufte der Bund seine letzten Anteile an dem Unternehmen, das seit 1997 komplett privatisiert ist. 

Die Lufthansa wäre damit der zweite Dax-Konzern, den der Staat in der Corona-Krise rettet. Zuvor hatte bereits der Sportartikelkonzern Adidas staatliche Hilfen erhalten. Der Konzern erhält jedoch lediglich einen Kredit in Milliardenhöhe – eine direkte Beteiligung des Bundes ist nicht geplant.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX
  • Bericht des Business Insiders
  • Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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