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In diesen Ländern gaben Menschen im Lockdown am meisten im Supermarkt aus

Neue Studie zeigt  

So viel mehr geben die Deutschen im Supermarkt aus

28.04.2020, 19:46 Uhr
In diesen Ländern gaben Menschen im Lockdown am meisten im Supermarkt aus. Einkaufen im Supermarkt: Ein Kunde steht in Berlin vor einem Regal mit Spirituosen. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)

Einkaufen im Supermarkt: Ein Kunde steht in Berlin vor einem Regal mit Spirituosen. (Quelle: Christoph Soeder/dpa)

Hamsterkäufe gab es in der Corona-Krise in vielen Ländern. Jetzt aber zeigt eine Studie: In Deutschland stiegen die Supermarkt-Ausgaben von Februar bis April besonders stark. 

Geschlossene Läden, Restaurants und Kneipen: In der Zeit des strikten Lockdowns haben Verbraucher in Deutschland deutlich mehr Geld für Einkäufe im Supermarkt ausgegeben. Im internationalen Vergleich stiegen die Ausgaben lediglich in Spanien und Italien stärker.

Das geht aus einer Studie des britischen Zahlungsdienstleisters Transferwise hervor, die t-online.de exklusiv vorliegt. Demnach gaben die Verbraucher im April durchschnittlich 23,90 Euro für einen Einkauf im Supermarkt aus – im Februar, kurz vor dem Corona-Lockdown, waren es noch 12,10 Euro.

Dieser Anstieg von rund 98 Prozent ist deutlich größer als etwa in Österreich, wo Restaurants und Kneipen bereits Mitte März schließen mussten. Dort wuchsen die Supermarktausgaben lediglich um rund 66 Prozent.

Auch in den Niederlanden und in Großbritannien fiel das Ausgabenwachstum geringer aus (siehe Grafik). Am wenigsten gestiegen sind die Ausgaben demnach in Schweden, das Land, das aktuell mit die wenigsten Corona-Beschränkungen erlassen hat.

"Durch vielerorts permanent geschlossene Büros sowie Schulen und mehr Arbeit von Zuhause aus, steigt in vielen Ländern der Welt bei Verbrauchern der Bedarf an Lebensmitteln und Haushaltswaren", sagt Transferwise-Analyst Pedro Martin. Dementsprechend gäben sie aktuell deutlich mehr an der Supermarktkasse aus als noch zwei Monate zuvor.

Hamsterkäufe unsicherer Verbraucher

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch auch Eva Stüber vom Kölner Institut für Handelsforschung (IfH). Sie erklärt dieses Phänomen unter anderem mit der größeren Unsicherheit über die Lockdown-Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise in Deutschland. "Die Stimmung in den Ländern ist unterschiedlich ausgeprägt", sagte sie t-online.de.

Bei der Schließung der Geschäfte, Restaurants und Kneipen habe es keinen einheitlichen Weg gegeben, sondern viele unterschiedliche Regelungen. "In anderen Ländern gab es dagegen zentrale Ansagen des Staates", so Stüber. "Das kann dazu geführt haben, dass in Deutschland viele Menschen größere Vorratskäufe vorgenommen haben."

Neben den Hamsterkäufen als wichtiger Treiber dieser Entwicklung spiele vor allem eine Rolle, dass die Restaurants und Bars schließen mussten. "Die Menschen müssen deshalb mehr zuhause kochen", sagte sie. "Auch die Freizeitgestaltung hat sich durch Corona stark verändert. Das Bier, das viele Menschen sonst in der Kneipe getrunken hätten, kaufen sie nun im Supermarkt. Dies wirkt sich auf die Umsätze aus."

Für die Auswertung hat Transferwise Daten von mehr als 4,3 Millionen Einkäufen in 22 Ländern ausgewertet, die Verbraucher mit einer speziellen EC-Karte des Zahlungsanbieters beglichen haben. Die Karte ist mit einem so genannten Multi-Währungskonto verknüpft. Damit ist ein Konto gemeint, das in vielen verschiedenen Ländern zum Bezahlen in der jeweiligen Landeswährung eingesetzt werden kann, ohne dass Umrechnungsgebühren anfallen.

Geringere Lebensmittelpreise in Deutschland

Konkret heißt das für die Auswertung: Es handelt sich nicht explizit um deutsche Verbraucher, sondern um Konsumenten, die mit der Karte in einem Supermarkt in Deutschland eingekauft haben. Naheliegend ist, dass unter diesen Menschen viele sind, die kein eigenes Konto einer deutschen Bank besitzen, zum Beispiel Gäste aus dem Ausland.


Auffällig dabei sind neben der Entwicklung von Februar bis April auch die unterschiedlichen Niveaus der Ausgaben. Während die Verbraucher in Deutschland der Transferwise-Erhebung zufolge pro Einkauf zuletzt 23,90 Euro im Schnitt ausgaben, fällt der Durchschnittsbetrag in Italien mit 35,50 Euro mehr als zehn Euro höher aus.

Diese Unterschiede hängen vor allem mit den Lebenshaltungskosten je Land zusammen, wie auch Stüber erklärt. "Das Preisniveau in Europa ist unterschiedlich", so die Expertin im Gespräch mit t-online.de. "In Ländern wie der Schweiz oder Frankreich zahlen Verbraucher grundsätzlich mehr für ihren Einkauf. Deutschland ist dagegen Discounterland Nummer Eins."

Verwendete Quellen:
  • Transferwise-Studie
  • Gespräch mit Dr. Eva Stüber

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