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Wirecard-Aktie bricht nach KPMG-Bericht um 20 Prozent ein


Bilanz-Gutachten  

Wirecard-Aktie bricht nach Vorlage von Prüfbericht ein

28.04.2020, 16:07 Uhr | fls, dpa, rtr

Wirecard-Aktie bricht nach KPMG-Bericht um 20 Prozent ein. Eine Kreditkarte des Bezahldienstleister Wirecard: Das Unternehmen kämpft seit vergangenem Jahr mit Vorwürfen unsauberer Buchhaltung. (Quelle: dpa/Sven Hoppe)

Eine Kreditkarte des Bezahldienstleister Wirecard: Das Unternehmen kämpft seit vergangenem Jahr mit Vorwürfen unsauberer Buchhaltung. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Der Dax-Konzern Wirecard kommt nicht zur Ruhe. Ein jüngst vorgelegter Prüfbericht zu den Bilanzen des Unternehmens lässt viele Fragen offen. Eine Folge: ein Einbruch beim Aktienkurs.

Mit großer Spannung hatten Anleger den Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu den Bilanzen des Zahlungsdienstleisters Wirecard erwartet. Doch auch nach Vorlage des Reports am Dienstagmorgen blieben weiter viele Fragen unbeantwortet. In der Folge brach der Aktienkurs kurzzeitig ein.

So kann die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zur Höhe und zur Existenz der Umsätze aus dem kritisierten sogenannten Drittpartnergeschäft in den untersuchten Jahren 2016, 2017 und 2018 keine Aussage treffen. Demnach bleibt offen, ob es die Umsätze gibt – oder ob sie korrekt sind.

"Insofern liegt ein Untersuchungshemmnis vor", erklärte KPMG in dem am Dienstag von Wirecard veröffentlichten Bericht. Wirecard weist zurück, dass Umsätze und Kundenbeziehungen manipuliert sind. Vorstandschef Markus Braun hatte immer wieder behauptet, die bilanzierten Umsätze und Kundenbeziehungen aus diesen Geschäften mit Drittpartnern seien authentisch.

Wirecard-Aktie fällt um mehr als 20 Prozent

Ursächlich seien neben "den Mängeln in der internen Organisation insbesondere die fehlende Bereitschaft" der Drittpartner ("Third Party Acquirer"), "umfassend und transparent an dieser Sonderuntersuchung mitzuwirken", heißt es in dem Bericht von den Prüfern. So hätten unter anderem Transaktionsdaten und Nachweise sowie Verträge zwischen den Drittpartnern und Händlern bislang nicht zur Verfügung gestanden.

Wirecard-Aktien sackten am Dienstag nach der Erholung in der Vorwoche teils deutlich ab. Zunächst ging es für die Anteile des Unternehmens um mehr als 20 Prozent bergab.

Der Dax-Konzern wickelt in Ländern, in denen das Unternehmen keine eigenen Lizenzen dafür besitzt, Transaktionsvolumina über Drittpartner ab. An der Transparenz rund um diese Erlöse hatte es in einer Artikelserie der britischen Wirtschaftszeitung "Financial Times" Kritik gegeben.

Bilanzpressekonferenz verschoben

Wirecard sieht sich durch den KPMG-Bericht hinsichtlich der Vorwürfe rund um mutmaßliche Bilanzfälschungen bestätigt. In den vier Prüfbereichen des Berichts hätten sich für die Jahre 2016 bis 2018 nach wie vor keine substanziellen Feststellungen ergeben, die Korrekturen erforderlich gemacht hätten.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hatte seit Oktober die Bücher von Wirecard durchleuchtet. Zuvor hatte vor allem die britische Wirtschaftszeitung "Financial Times" mit einer kritischen Artikelserie für Unruhe und einen abstürzenden Aktienkurs gesorgt.

Regulärer Buchprüfer bei Wirecard ist EY. Die für diesen Donnerstag (30. April) geplante Bilanzpressekonferenz mit Veröffentlichung des Jahresabschlusses werde verschoben, hieß es seitens Wirecard.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa, Reuters

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