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Wegen Ölpreis: Shell kappt erstmals seit Zweitem Weltkrieg Dividende

Massiver Ölpreisverfall  

Shell kappt erstmals seit Zweitem Weltkrieg Dividende

30.04.2020, 13:11 Uhr | dpa-AFX

Wegen Ölpreis: Shell kappt erstmals seit Zweitem Weltkrieg Dividende. Shell-Logo an einer Tankstelle: Der Konzern schreibt wegen des Ölpreisverfalls rote Zahlen. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)

Shell-Logo an einer Tankstelle: Der Konzern schreibt wegen des Ölpreisverfalls rote Zahlen. (Quelle: Christophe Gateau/dpa)

Der drastische Einbruch des Ölpreises infolge der Corona-Krise verhagelt Shell das Geschäft: Der Konzern muss die Gewinnbeteiligung an die Aktionäre, die Dividende, kürzen – zum ersten Mal seit mehr als 75 Jahren.

Der Öl- und Gaskonzern Shell Detailseite kappt in einem historischen Schritt seine Dividende. Nachdem der Gewinn im ersten Jahresviertel wegen der Corona-Pandemie und der Ölpreiskrise eingebrochen war, sollen die Aktionäre nun noch eine Quartalsdividende von 0,16 US-Dollar pro Aktie erhalten, wie der Konzern am Donnerstag in London mitteilte.

Im Vorjahr hatte Shell für das erste Quartal noch 0,47 Dollar je Aktie ausgezahlt. Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass der Konzern seine Dividende reduziert.

"Die Aktionärsbeteiligung ist ein fundamentaler Bestandteil von Shells Finanzkonzept", sagte Verwaltungsratschef Chad Holliday bei Vorlage der Quartalszahlen. "Mit Blick auf eine möglicherweise länger andauernde Phase der wirtschaftlichen Unsicherheit, schwächerer Rohstoffpreise, einer höheren Volatilität und einer unklaren Entwicklung der Nachfrage, erachtet der Verwaltungsrat eine Beibehaltung der derzeitigen Ausschüttungshöhe als nicht vernünftig."

Shell schreibt rote Zahlen

Zuletzt wollte Shell den negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie und dem Ölpreisverfall noch mit Maßnahmen begegnen, die vornehmlich bei den Kosten im operativen Geschäft ansetzten. Diese sollten in den kommenden zwölf Monaten im Vergleich zu 2019 um drei bis vier Milliarden Dollar sinken, zudem sollen die Investitionen drastisch reduziert werden. Daneben hatte der Konzern auch ein laufendes Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt und sich eine neue Kreditlinie in Höhe von zwölf Milliarden US-Dollar gesichert.

Im ersten Quartal brach der um Sondereffekte bereinigte Gewinn von Shell im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent auf 2,86 Milliarden US-Dollar (2,63 Milliarden Euro) ein. Analysten hatten sogar mit einem noch drastischeren Rückgang gerechnet. Unter dem Strich machte der Konzern sogar einen auf die Aktionäre entfallenden Verlust von 24 Millionen Dollar. Hier hatte Shell ein Jahr zuvor noch sechs Milliarden Dollar Überschuss erzielt.

Ölpreis war zeitweise negativ

Vergangene Woche hatte sich am Ölmarkt Historisches zugetragen. Erstmals war der Preis für einen Terminkontrakt auf Erdöl der Sorte WTI in den negativen Bereich gefallen, Anbieter zahlten Käufern Geld für die Abnahme. Das Ereignis ist Folge eines beispiellosen Nachfrageeinbruchs wegen der Corona-Krise und eines viel zu hohen Rohölangebots bei immer knapperer globaler Lagerkapazität.

Vorstandschef Ben van Beurden sprach von "extrem herausfordernden Bedingungen". Shell werde daher "möglicherweise Maßnahmen ergreifen müssen, um die Öl- und Gasproduktion zu beschränken oder zu kürzen", teilte der Konzern mit Blick auf das zweite Quartal mit. Diese und weitere Maßnahmen würden sich dann "wahrscheinlich negativ auf die operativen und finanziellen Kennziffern auswirken".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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