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Wirtschaftseinbruch: Das prophezeit die EU-Kommission ihren Staaten

Alle EU-Staaten betroffen  

EU-Kommission prophezeit starken Wirtschaftseinbruch

06.05.2020, 14:19 Uhr | mak, AFP, rtr

Wirtschaftseinbruch: Das prophezeit die EU-Kommission ihren Staaten. Ursula von der Leyen: Die EU-Komission rechnet wegen der Corona-Krise mit einer starken Rezession. (Quelle: imago images/Xinhua)

Ursula von der Leyen: Die EU-Komission rechnet wegen der Corona-Krise mit einer starken Rezession. (Quelle: Xinhua/imago images)

Historischer Rückgang der Wirtschaftsleistung: Die Europäische Kommission rechnet für alle EU-Länder mit einem starken Schrumpfen der Wirtschaft – und einem Anstieg der Staatsschulden und Arbeitslosigkeit.

Die EU-Kommission erwartet wegen der Corona-Krise eine tiefe Rezession. "Es ist nun ganz klar, dass die EU in die tiefste wirtschaftliche Rezession ihrer Geschichte eingetreten ist", sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Mittwoch.

So dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 7,7 Prozent fallen, sagt die Brüsseler Behörde in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Frühjahrsprognose voraus. 2021 soll es dann zu einem Wachstum von 6,3 Prozent kommen.

Den Angaben zufolge leiden zwar alle Mitgliedstaaten unter der Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen, das Ausmaß der Krise und die Stärke des anschließenden Aufschwungs würden sich aber voraussichtlich deutlich unterscheiden. Maßgebende Faktoren sind laut Gentiloni die Geschwindigkeit bei der Lockerung von Corona-Maßnahmen, die Bedeutung von Dienstleistungen wie dem Tourismus für die jeweilige Wirtschaft sowie die finanzielle Lage der einzelnen Länder.

Dementsprechend erwartet die Kommission, dass es Italien, Spanien, Griechenland und Kroatien mit einem Einbruch von jeweils mehr als 9 Prozent und Frankreich mit minus 8,2 Prozent am stärksten trifft. Am widerstandsfähigsten sind demnach die Volkswirtschaften Luxemburgs und Österreichs mit einem Rückgang von jeweils rund 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Starker Anstieg der Arbeitslosigkeit in der EU erwartet

Neben dem Einbruch des BIP rechnet die EU-Kommission noch mit einem starken Anstieg der Arbeitslosenquote in der EU. Für Deutschland erwartet die Kommission eine Quote von 4 Prozent in diesem Jahr, nach einer Quote von 3,2 Prozent 2019. Im kommenden Jahr 2021, so die Prognose, liege die Arbeitslosenquote dann wieder bei 3,5 Prozent.

Für das langjährige Krisenland Griechenland geht die Kommission von einer Arbeitslosenquote von fast 20 Prozent aus. Zum Vergleich: Im Sommer 2013 – auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise – war die Arbeitslosigkeit auf einem Stand von mehr als 27 Prozent.

Im nächsten Jahr könnte diese jedoch auf 16,8 Prozent und damit sogar knapp unter die 17,3 Prozent von 2019 sinken. Anbei eine Grafik zu der Arbeitslosenquote in ausgewählten Euro-Ländern und dem Vergleich zur gesamten Eurozone.

Auch Schuldenstände steigen durch Corona

Gleichzeitig steigen die Schuldenstände wegen der Hilfsprogramme der EU-Staaten auf ein Rekordhoch: In der Eurozone werde die Gesamtverschuldung der Staaten 2020 voraussichtlich "einen neuen Höchststand" von 102,7 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen, teilte die EU-Kommission mit. In der gesamten EU aus 27 Staaten sind es 95,1 Prozent.

Wegen der Krise hatte die EU-Kommission die Vorgaben für Haushaltsdefizite und Gesamtverschuldung im März bis auf Weiteres ausgesetzt. Den Angaben zufolge wird nun wegen der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nur noch Bulgarien unter der üblichen EU-Vorgabe einer maximalen Neuverschuldung von 3 Prozent der Wirtschaftsleistung bleiben.

Kein EU-Land wird mehr einen Haushaltsüberschuss erwirtschaften. Für die Eurozone erwartet die EU-Kommission, dass die 19 Länder der Währungsunion im Schnitt eine Neuverschuldung von 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anhäufen, in der EU sind es 8,3 Prozent.

Diese Länder verschulden sich am meisten

Bei Deutschland, das in den vergangenen Jahren immer Haushaltsüberschüsse erwirtschaftete, geht Brüssel für 2020 von einem Fehlbetrag von 7 Prozent der Wirtschaftsleistung in der Staatskasse aus. Auch 2021 würde demnach mit einer Neuverschuldung von 1,5 Prozent weiter ein Defizit im Bundeshaushalt ausgewiesen.

Die höchste Gesamtverschuldung wird nach den EU-Vorhersagen Griechenland im laufenden Jahr ausweisen: Sie steigt demnach von 176,6 auf 196,4 Prozent. Der Schuldenberg entspricht demnach dem Doppelten der jährlichen Wirtschaftsleistung. Schuldenstände von mehr als 100 Prozent weisen 2020 auch Italien (158,9 Prozent), Portugal (131,6 Prozent), Frankreich (116,5 Prozent), Zypern (115,7 Prozent), Spanien (115,6 Prozent) und Belgien (113,8 Prozent) aus.

Für das kommende Jahr geht die Kommission davon aus, dass der durchschnittliche Schuldenstand der Eurozone wieder unter 100 Prozent fällt (98,8 Prozent). Für die EU erwartet Brüssel einen Rückgang auf 92 Prozent, sofern die Vorhersage einer starken wirtschaftlichen Erholung im kommenden Jahr eintritt.

Verwendete Quellen:

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