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Corona-Krise: Einbruch der Produktion in Deutschland erwartet

Minus neun Prozent im März  

Einbruch der Produktion in Deutschland erwartet

07.05.2020, 12:44 Uhr | AFP

Corona-Krise: Einbruch der Produktion in Deutschland erwartet. Roboter schweißen an einem Karosserieteil: Produktion erlebt stärksten Rückgang seit Januar 1991. (Quelle: dpa/Hendrik Schmidt)

Roboter schweißen an einem Karosserieteil: Produktion erlebt stärksten Rückgang seit Januar 1991. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa)

Stillstehende Bänder und Kurzarbeit: Dass die Produktion in der Industrie zurückgehen würde, war zu erwarten. Jetzt gibt es neue Zahlen. Und die zeigen: Der Einbruch ist der größte seit fast dreißig Jahren.

Deutschlands Industrie erwartet einen nie dagewesenen Einbruch ihrer Produktion. Der auf einer Umfrage unter Unternehmen basierende Index des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo stürzte im April auf den tiefsten Punkt seit der Wiedervereinigung.

Für den Monat März, als der Shutdown begann, meldete das Statistische Bundesamt am Donnerstag einen Rückgang der Industrieproduktion um 9,2 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium warnte vor einem "nochmals deutlich stärkeren Produktionseinbruch" für April.

Laut amtlicher Statistik war der Rückgang im März um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat der stärkste seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991. Besonders hart traf es die Autoindustrie: Hier fiel die Produktion um 31,1 Prozent.

"Das Tal der Produktion wird immer tiefer"

Auch in der Herstellung von Druckerzeugnissen (minus 12,5 Prozent), bei pharmazeutischen Erzeugnissen (minus 11,8 Prozent) und in der Bekleidungsindustrie (minus 11,5 Prozent) waren die Rückgänge groß. Die Energieerzeugung lag um 6,4 Prozent niedriger als im Februar. Einzig die Bauproduktion stieg, und zwar um 1,8 Prozent.

Im gesamten ersten Quartal von Januar bis März wurde die Produktion im produzierenden Gewerbe laut Bundeswirtschaftsministerium um 1,2 Prozent zurückgefahren. "Angesichts des guten Einstiegs in das Jahr 2020 fällt der mit der globalen Corona-Krise ausgelöste Rückgang der Produktion im ersten Quartal noch gemäßigt aus", heißt es in der Pressemitteilung. 

Vom Shutdown sei nur die zweite Märzhälfte betroffen gewesen – für April rechnet das Ministerium daher mit deutlich schlechteren Werten. "Das Tal der Produktion wird immer tiefer", sagte der Leiter der Ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe, mit Blick auf die April-Ergebnisse seines Instituts.

Optimismus bei Pharmaunternehmen

Der Index für die Industrieproduktion fiel von minus 21,4 Punkten im März auf minus 51,4 Punkte im vergangenen Monat. Dieser Rückgang mit minus 30,0 Punkten sei noch einmal stärker ausgefallen als im März mit minus 22,7 Punkten. Nur die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen blicken demnach optimistisch in die Zukunft.

In der Autoindustrie dagegen fiel der Ifo-Index auf minus 44 Punkte, nach minus 36 Punkten im März. In der Chemiebranche sackte er auf minus 42 Punkte im April ab, nach minus elf im März. Auch bei den Herstellern von Nahrungsmitteln sank der Index von plus drei Punkten auf minus 17 Punkte.

Besonders pessimistisch sind laut Ifo die Erwartungen in der Kokerei und Mineralölverarbeitung: Der Index fiel hier von minus 0,1 auf minus 92,0 Punkte. In der Getränkeherstellung fiel der Produktionsindex auf minus 77 Punkte im April.


Auch die Hersteller von Möbeln, Bekleidung, Schuhen, Glaswaren oder elektrischen Ausrüstungen blicken laut Ifo "überaus pessimistisch" in die Zukunft.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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