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Wegen Corona-Frust: Elon Musk will Teslas Firmensitz "sofort" verlegen

Wegen Corona-Frust  

Elon Musk will Teslas Firmensitz "sofort" verlegen

10.05.2020, 15:15 Uhr | dpa, t-online.de

Wegen Corona-Frust: Elon Musk will Teslas Firmensitz "sofort" verlegen. Elon Musk: Der Tesla-Chef will den Firmensitz in einen anderen US-Bundesstaat verlegen. (Quelle: AP/dpa/Susan Walsh)

Elon Musk: Der Tesla-Chef will den Firmensitz in einen anderen US-Bundesstaat verlegen. (Quelle: Susan Walsh/AP/dpa)

Erst hatte der Tesla-Chef die Corona-Beschränkungen in Kalifornien öffentlich als "faschistisch" beschimpft. Jetzt ist Elon Musk vollends der Geduldsfaden gerissen. Er droht mit Rückzug in einen anderen Bundesstaat.

Elon Musk ist wütend – und das schon seit Anfang März. Damals hatte er in einem Tweet geschrieben, dass die Coronavirus-Panik dumm sei. Bei der Einführung der Ausgehbeschränkungen hatte Musk versucht, eine Ausnahmeerlaubnis für den Weiterbetrieb der Tesla-Fabrik in Fremont bei San Francisco zu bekommen – scheiterte aber damit an den Behörden.

Nun will der Tesla-Chef den Firmensitz des Elektroauto-Herstellers wegen der anhaltenden Corona-Beschränkungen in Kalifornien in einen anderen US-Bundesstaat verlegen. Tesla werde die Zentrale und kommende Unternehmungen "sofort" nach Texas oder Nevada verlegen, schrieb Musk am Samstag auf Twitter.

"Ehrlich, das ist das i-Tüpfelchen", schrieb er in Bezug auf Auflagen des Bezirks Alameda bei San Francisco, die eine Wiedereröffnung der dortigen Tesla-Fabrik vor Juni verhindern würden.

Musk will vor Gericht ziehen

Er werde sofort gegen die Entscheidung des Bezirks klagen, zürnte Musk. Ein Fortbestand der Produktion am Standort Fremont hänge davon ab, wie die Firma dort künftig behandelt werde, schrieb er weiter. "Tesla ist der letzte verbliebene Autohersteller" in Kalifornien und sei zudem ein wichtiger Exporteur, schrieb er.

Musk ist dafür bekannt, mit skurrilen und meinungsstarken Auftritten bei Twitter für Aufsehen und Verwirrung zu sorgen. Erst vergangene Woche hatte er mit einer Serie eigenwilliger Tweets dafür gesorgt, dass Teslas Börsenwert um Milliarden Dollar absackte.


2018 hatte sich Musk mit seinen Tweets sogar Ärger von der US-Börsenaufsicht SEC eingebrockt. Eigentlich muss er sich einer Vereinbarung mit der SEC zufolge relevante Tweets vorab vom Unternehmen freigeben lassen.

"Das ist nicht demokratisch"

Die Corona-Auflagen in Kalifornien hatte Musk erst Ende April als "faschistisch" beschimpft. Seine Meinung sei, die Menschen würden durch die Maßnahmen "in ihren Häusern eingesperrt und ihre Rechte nach der Verfassung verletzt", wetterte er.

Wer zuhause bleiben wolle, solle nicht gezwungen werden, rauszugehen, schränkte er ein. "Aber den Leuten zu sagen, dass sie ihr Haus nicht verlassen können, dass sie dann festgenommen werden, das ist faschistisch, das ist nicht demokratisch, das ist nicht Freiheit."

Experten: Schneller Umzug schwer möglich

Der 2003 gegründete Elektroauto-Hersteller hatte das Werk in Fremont 2010 von Toyota für nur 42 Millionen Dollar erworben, aber inzwischen Milliarden Dollar investiert. Es ist derzeit die einzige Fabrik, in der Tesla die Modelle S, X und Y herstellen kann.

Nach Einschätzung von Experten ist deshalb ein schneller Umzug der Produktion schwer möglich. Tesla hat zwar inzwischen auch andere Werke, diese dienen aber vor allem zur Produktion von Batterien, will aber auch die Autoproduktion künftig breiter aufstellen.

So werden seit einiger Zeit in dem noch sehr neuen Werk in Shanghai neben Batteriezellen auch Autos produziert. Wegen der Corona-Pandemie stand dort die Produktion zwischen Ende Januar und Mitte April still.

Tesla ist derzeit 140 Milliarden Euro wert

In Deutschland will Tesla in Grünheide südöstlich von Berlin eine Fabrik bauen – dort sollen Autos und Batterien gefertigt werden. In Berlin selbst soll zudem ein Design- und Entwicklungszentrum entstehen.

Tesla ist zwar nach wie vor viel kleiner als die großen deutschen Autohersteller BMW, Daimler und Volkswagen. Da die Investoren dem US-Konzern wegen des Wandels der Automobilindustrie aber weiter eine große Zukunft zutrauen, ist Tesla derzeit an der Börse mit umgerechnet mit 140 Milliarden Euro mehr wert als die drei deutschen Konzerne, die zusammen auf 134 Milliarden Euro kommen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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