Sie sind hier: Home > Finanzen > Corona-Krise >

Tui streicht 8000 Stellen – und will Mini-Kreuzfahrten veranstalten

Angeschlagener Reisekonzern  

Tui will Mini-Kreuzfahrten veranstalten

13.05.2020, 14:06 Uhr | fls, mak, dpa

Tui streicht 8000 Stellen – und will Mini-Kreuzfahrten veranstalten. Tui-Chef Friedrich Joussen: Der Reisekonzern muss wegen der Corona-Krise sparen. (Quelle: dpa/Peter Steffen)

Tui-Chef Friedrich Joussen: Der Reisekonzern muss wegen der Corona-Krise sparen. (Quelle: Peter Steffen/dpa)

Wegen der Corona-Krise steht der Tui-Konzern vor großen Problemen: Das Unternehmen muss sparen – und will deshalb weltweit rund 8.000 Jobs streichen. Eine Idee soll jedoch bald wieder Geld bringen: Kurz-Kreuzfahrten in der Nordsee.

Der Tui-Konzern will mit neuen Ideen seine Krise überwinden: Eine Möglichkeit laut Vorstandschef Fritz Joussen: "Wir werden Mini-Kreuzfahrten machen. Wir verlegen Schiffe nach Norddeutschland." Es gehe dabei um "Kurz-Kreuzfahrten in der Nordsee mit nur 1.000 Gästen auf dem Schiff, um auch hier die Sicherheit zu gewährleisten", sagte er am Mittwoch zur Vorlage der Zahlen für das abgelaufene erste Geschäftshalbjahr.

Das Reiseunternehmen steht nach den üblichen Verlusten im Winter vor einer extrem schwierigen Sommersaison 2020 und will mehrere Tausend Jobs abbauen. Wegen der Unsicherheiten durch die Corona-Krise müsse man die Verwaltungskosten beim größten Reiseanbieter der Welt um 30 Prozent drücken, so Joussen.

"Weltweit wird das Auswirkungen auf rund 8.000 Stellen haben, die wir nicht besetzen oder abbauen." Bei aktuell rund 70.000 Mitarbeitern ist das mehr als jeder zehnte Job.

Flüge und Kreuzfahrten ausgesetzt

Von Oktober bis März verbuchte Tui unter dem Strich einen Verlust von 892,2 Millionen Euro und war damit mehr als zweieinhalb Mal so tief in den roten Zahlen wie im Vorjahreszeitraum. Ab März schlug der Effekt der Pandemie voll auf die Tourismusbranche durch.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte bei Tui um knapp 175 Prozent auf minus 828,7 Millionen Euro ab. Der Umsatz sank leicht um 0,6 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro..

Dieser bringt im laufenden Jahr aber besondere Probleme: Im März musste Tui sein Programm zunächst einstellen, weltweit gibt es weiter Reisebeschränkungen, das Sommerprogramm ist nur zu 35 Prozent ausgebucht. Flüge und Kreuzfahrten sind ausgesetzt, viele Länder haben das öffentliche Leben eingeschränkt, die Gastronomie ist ebenfalls schwer getroffen.

Staatskredite in Höhe von 1,8 Milliarden Euro

Den Hotelbetrieb will Tui mit einem Zehn-Punkte-Plan schrittweise wieder aufnehmen. Dieser sieht zum Schutz vor Infektionen zum Beispiel vor, dass Kunden online einchecken können, Abstandsregeln greifen oder die Kapazitäten von Restaurants und Teilnehmerzahlen von Sport- und Unterhaltungs-Events verringert werden.

Zahlreiche Beschäftigte musste Tui Deutschland schon in Kurzarbeit schicken. Um die Liquidität zu sichern, bekommt der Konzern über die staatliche Förderbank KfW zur Überbrückung der Krise einen Kredit von 1,8 Milliarden Euro. Zum 10. Mai betrugen sie verfügbaren Finanzmittel und Darlehen etwa 2,1 Milliarden Euro.

Erste Tui-Hotels in Deutschland öffnen wieder

Urlaub in Deutschland dürfte bald wieder leichter möglich sein. Für Ferienwohnungen oder Campingplätze gibt es bereits Lockerungen. Ganz ohne Einschränkungen wie geringere Gästezahlen dürfte der Betrieb aber unrealistisch sein. Auf Sylt und in Mecklenburg-Vorpommern sollen die ersten Tui-Hotels in den kommenden Tagen wieder öffnen.

Joussen geht trotz der angespannten Lage insgesamt von einer Erholung aus: "Sommerurlaub in Europa kann jetzt schrittweise wieder möglich gemacht werden – verantwortungsvoll und mit klaren Regeln. Die Saison startet später, könnte dafür aber länger dauern." Eine genauere Prognose für das restliche Jahr traut sich der Konzern nicht zu.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal