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Billig-Airline Ryanair trifft Corona-Krise härter als erwartet

Millionen-Verlust  

Corona-Krise trifft Billig-Airline Ryanair härter als erwartet

18.05.2020, 08:25 Uhr | fls, dpa

Billig-Airline Ryanair trifft Corona-Krise härter als erwartet. Mehrere Ryanair-Flugzeuge in Dublin: Die irische Airline ist – wie der gesamte Luftverkehr – von den Reisebeschränkungen stark getroffen. (Quelle: Reuters/Jason Cairnduff)

Mehrere Ryanair-Flugzeuge in Dublin: Die irische Airline ist – wie der gesamte Luftverkehr – von den Reisebeschränkungen stark getroffen. (Quelle: Jason Cairnduff/Reuters)

Tief rote Zahlen bei der Ryanair: Die irische Fluglinie rechnet wegen der Corona-Krise mit einem noch größeren Verlust als gedacht. Mehr als 200 Millionen Euro fehlen in der Kasse.

Europas größter Billigflieger Ryanair gerät in der Coronavirus-Krise noch schwerer in Bedrängnis und wird im ersten Geschäftsquartal einen höheren Verlust einfliegen als gedacht. So dürfte zwischen April und Juni ein Verlust von mehr als 200 Millionen Euro anfallen, teilte das Unternehmen am Montag mit den Zahlen zum vorigen Geschäftsjahr mit.

Der Konzern mit Sitz in Dublin hatte bisher mit einem Fehlbetrag von mehr als 100 Millionen Euro gerechnet. Die Iren erwarten dieses Geschäftsjahr weniger als 80 Millionen Passagiere – und damit nur fast die Hälfte der ursprünglich angepeilten 154 Millionen Fluggäste.

Ryanair-Chef Michael O'Leary geht davon aus, dass auch im Sommer zwischen Juli und September, also dem Höhepunkt der Reisezeit, rote Zahlen unter dem Strich stehen werden. Diese sollen aber nicht ganz so schlimm ausfallen wie im ersten Quartal. Der Flugverkehr werde substanziell zurückgehen, was auch die Ticketpreise unter Druck bringe.

3.000 Jobs bei Rynair bedroht

Ryanairs Rückkehr zu einem normalen Flugplan werde auch dadurch bedeutend erschwert, dass große Airlines mit Staatshilfen ihre Kosten drücken würden, hieß es vom Unternehmen. Für das gesamte Jahr könne Ryanair derzeit keine Gewinnprognose abgeben.

Ryanair hatte schon mitgeteilt, dass wegen der Krise bis zu 3.000 Jobs von Piloten und Kabinencrews auf der Streichliste stehen. Weitere Optionen sind früheren Angaben zufolge unbezahlter Urlaub, Gehaltskürzungen um bis zu 20 Prozent sowie die vorübergehende Schließung von Basen in Europa.

Im vergangenen Geschäftsjahr (Ende März) beförderte Ryanair 148,6 Millionen Passagiere, rund 4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ohne die Covid-19-Ausbreitung hätten gut 5 Millionen Passagiere mehr befördert werden können. Der Umsatz kletterte auch dank steigender Durchschnittserlöse um 10 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro.

Ryanair-Chef O'Leary: Corona-Maßnahmen "idiotisch"

Unter anderem wegen steigender Spritkosten und vor allem wegen des Wertverfalls von Kerosinpreis-Sicherungsgeschäften sank der auf die Aktionäre entfallende Gewinn unter dem Strich um 26 Prozent auf 649 Millionen Euro. Ohne die Sonderbelastung aus den Sicherungsgeschäften wäre der Gewinn um 13 Prozent auf rund eine Milliarde Euro gestiegen.

Zuletzt hatte Ryanair-Chef O'Leary für Aufsehen gesorgt, als er die Vorsichtsmaßnahmen in Flugzeugen kritisierte. Eine leere Mittelreihe in Flugzeugen, die für Abstand zwischen den Passagieren sorgen soll, bezeichnete er als "idiotisch". Bei einer Flugzeugauslastung von nur 60 Prozent ließe sich für Ryanair kein Geld verdienen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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