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Strompreis: So könnten Haushalte hohe Stromkosten sparen

Vorschlag aus der Wirtschaft  

So könnten Haushalte hohe Stromkosten sparen

18.05.2020, 18:19 Uhr
Strompreis: So könnten Haushalte hohe Stromkosten sparen. Ein Stromzähler (Symbolbild): Die EEG-Umlage macht etwa ein Fünftel des Strompreises aus, eine Senkung würde Haushalte stark entlasten. (Quelle: imago images/Joko)

Ein Stromzähler (Symbolbild): Die EEG-Umlage macht etwa ein Fünftel des Strompreises aus, eine Senkung würde Haushalte stark entlasten. (Quelle: Joko/imago images)

In der Corona-Krise müssen viele Menschen ihren Geldbeutel umkrempeln. Eine Senkung der Stromkosten könnte Haushalte stark entlasten. Das zeigt eine Rechnung des Institut der deutschen Wirtschaft.

Eine Senkung der Ökostrom-Umlage um einen Cent würde eine vierköpfige Familie um 48 Euro pro Jahr entlasten. Das geht aus einer Rechnung des arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die t-online.de vorab vorliegt.

Demnach könne eine vierköpfige Familie weitere 96 Euro jährlich sparen, wenn zusätzlich zur Ökostrom-Umlage auch noch die Stromsteuer gesenkt werde – von derzeit 2,05 Cent auf 0,05 Cent. Insgesamt könnte eine durchschnittliche vierköpfige Familie 144 Euro jährlich sparen, heißt es in dem dazugehörigen IW-Bericht.

Besonders in der Corona-Krise könne das vielen Menschen helfen, schreibt IW-Ökonom Thilo Schaefer. "Damit kann kurzfristig Spielraum auf dem Weg aus der Corona-Krise entstehen und mittelfristig die Nutzung von klimafreundlichem Strom attraktiver werden", heißt es. Das funktioniere aber nur, wenn erneuerbare Energien weiter ausgebaut würden.

Ökostrom-Umlage
Bei der Ökostrom-Umlage oder auch EEG-Umlage handelt es sich um eine staatliche Abgabe, die pro Kilowattstunde Strom anfällt – und die der Staat nutzt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern. Derzeit beträgt die EEG-Umlage 6,7 Cent je Kilowattstunde. Damit macht sie im Schnitt etwa ein Fünftel des Strompreises aus. Doch die EEG-Umlage steht seit Jahren in der Kritik, weil sich stromintensive Konzerne von der Umlage befreien lassen können.

Einkommensschwache Haushalte könnten stark profitieren

Ein Ein-Personen-Haushalt könnte durch eine Absenkung der Stromsteuer um zwei Cent insgesamt 40 Euro im Jahr sparen, ein Zwei-Personen-Haushalt käme auf eine Ersparnis von 64 Euro. Mit einer zusätzlichen Senkung der Ökostrom-Umlage um einen Cent kämen die Haushalte auf eine Ersparnis von 60 bzw. 96 Euro. 

Besonders einkommensschwache Haushalte könnten von einer Senkung des Strompreises profitieren, "da ihr Stromverbrauch im Durchschnitt nicht wesentlich geringer ausfällt als der von Haushalten mit höheren Einkommen", heißt es in dem Bericht.

Ökostrom-Umlage könnte zeitnah gesenkt werden

Statt aus der Ökostrom-Umlage sollte die Förderung aus Bundesmitteln gezahlt werden, schreibt IW-Ökonom Schaefer. Diese müssten an anderer Stelle eingespart werden.

Entwicklung des Strompreises
In den vergangenen Jahren ist der Strompreis stark gestiegen. Betrug er 2010 noch 23,69 Cent pro Kilowattstunde, lag er 2019 bei 30,43 Cent. Besonders die EEG-Umlage ist gestiegen. Sie lag 2010 noch bei rund zwei Cent, mittlerweile bei 6,7 Cent je Kilowattstunde.

Erst vergangene Woche forderte der Handelsverband und die Verbraucherzentrale in einem Brief an das Bundeswirtschaftsministerium eine Senkung der Stromkosten. Sie schlugen ebenfalls eine niedrigere Ökostrom-Umlage vor – sowie die Abschaffung der Stromsteuer für Händler und Verbraucher.

Das Ministerium bereitet momentan eine Senkung der Ökostrom-Umlage vor – womöglich noch in der Corona-Krise. Das Klimaschutzprogramm 2030 der schwarz-roten Koalition sieht eigentlich vor, die Ökostrom-Umlage zum 1. Januar 2021 zu senken. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • IW-Bericht
  • strom-report.de
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen


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