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Vorschlag von Robert Habeck: DGB gegen Ausweitung des Azubi-Kurzarbeitergeldes

Habeck-Vorschlag  

DGB gegen Ausweitung des Azubi-Kurzarbeitergeldes

26.05.2020, 16:19 Uhr
Vorschlag von Robert Habeck: DGB gegen Ausweitung des Azubi-Kurzarbeitergeldes. Robert Habeck: Der Grünen-Chef will eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes für Auszubildende. (Quelle: imago images/teutopress)

Robert Habeck: Der Grünen-Chef will eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes für Auszubildende. (Quelle: teutopress/imago images)

Sollen Azubis bereits ab dem ersten Tag Kurzarbeitergeld erhalten? Grünen-Chef Robert Habeck meint: Ja. Doch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht das völlig anders – aus einem bestimmten Grund.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) stemmt sich gegen die Forderung von Grünen-Chef Robert Habeck, das Kurzarbeitergeld für Azubis auszuweiten. "Das würde die falschen Anreize setzen", sagte Matthias Anbuhl, DGB-Abteilungsleiter für Bildungspolitik im Gespräch mit t-online.de.

Habeck hatte in einem Gastbeitrag für t-online.de unter anderem gefordert, Azubis bereits ab dem ersten Tag Kurzarbeitergeld zu zahlen. Bislang zahlen Betriebe, wenn sie Kurzarbeit auch für Azubis anmelden, den Azubis die ersten Wochen den vollen Lohn. Betriebe sollen ohnehin erst einmal dafür sorgen, dass die Azubis anders beschäftigt werden – und sie nicht in Kurzarbeit müssen.

Erst nach der sechsten Woche übernimmt der Staat diese Kosten – und dann auch nur bis zu 67 Prozent. Das soll laut DGB auch weiter so bleiben. Betriebe würden nämlich sonst belohnt, wenn sie ihre Azubis in Kurzarbeit schicken und nicht in der Ausbildung halten.

"Diese Lernzeit fehlt den Jugendlichen dann. Das hat auch negative Auswirkungen bei den Prüfungen", so DBG-Bildungsexperte Anbuhl. Stattdessen will der DGB eine Förderung für Betriebe, die Azubis trotz Kurzarbeit in Ausbildung halten. "Diese muss aber an strenge Kriterien gekoppelt sein."

Prämien für Firmen bei der Übernahme von Azubis

Er meint damit beispielsweise eine Corona-Prämie für Firmen bei der Übernahme von Azubis – wenn deren Unternehmen insolvent geht. Darauf hat sich die sogenannte Allianz für Aus- und Weiterbildung heute geeinigt. Diese besteht aus Vertretern des Bundes, der Ländern, von Wirtschaft und auch Gewerkschaften. Die Übernahmeprämie soll es zunächst befristet bis zum Ende des Jahres geben. Wie hoch sie ausfällt, ist noch unklar. 

Habeck hatte in dem Gastbeitrag außerdem gefordert, Unternehmen zu fördern, die wegen der Corona-Krise keine neuen Auszubildenden einstellen wollen. "Wegen der Krise gibt es Unternehmen, die davor zurückschrecken, Ausbildungsplätze anzubieten. Das raubt jungen Menschen Perspektiven." Habeck wollte, dass der Staat einen Teil der Ausbildungsvergütung übernimmt.

Auch dagegen wendet sich der DGB: "Solch eine Förderung mit der Gießkanne hat noch nie funktioniert. Das ist ineffizient und teuer. Diese Förderung darf nicht unkonditioniert sein."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit Matthias Anbuhl
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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