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Lufthansa: Aufsichtsrat stimmt Rettungspaket zu — trotz harter EU-Auflagen

Trotz harter Auflagen der EU  

Lufthansa-Aufsichtsrat stimmt Rettungspaket zu

01.06.2020, 16:35 Uhr | dpa

Lufthansa: Aufsichtsrat stimmt Rettungspaket zu — trotz harter EU-Auflagen. Eine Lufthansa-Maschine in Berlin: Die finanziell angeschlagene Airline braucht Hilfe vom Staat. (Quelle: imago images/Xinhua)

Eine Lufthansa-Maschine in Berlin: Die finanziell angeschlagene Airline braucht Hilfe vom Staat. (Quelle: Xinhua/imago images)

Nun also doch: Nach anfänglichem Widerstand hat der Aufsichtsrat der schwer angeschlagenen Lufthansa die von der EU-Kommission gestellten Auflagen für ein staatliches Rettungspaket akzeptiert.

Der Aufsichtsrat der Lufthansa hat dem mit der Bundesregierung ausgehandelten Rettungspaket für den Luftfahrtkonzern am Montag zugestimmt. Damit wurden auch die angekündigten Zusagen an die EU-Kommission angenommen, wie die Lufthansa in Frankfurt am Main mitteilte. 

Lufthansa muss Start- und Landerechte in Frankfurt und München abgeben. Die Aktionäre sollen dem Rettungspaket nun bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni zustimmen.

Großer Schritt in Richtung Rettung

Vorstandschef Carsten Spohr sagte, die Stabilisierung der Lufthansa sei kein Selbstzweck. "Gemeinsam mit der Bundesregierung muss es unser Ziel sein, unsere Spitzenposition im globalen Luftverkehr zu verteidigen. Für diese Perspektive sind wir allen an der Stabilisierung Beteiligten, inklusive unseren Kunden, Mitarbeitern und Aktionären dankbar", wird Spohr in der Mitteilung zitiert.

Damit ist der Konzern einen großen Schritt weiter gekommen. In der letzten Aufsichtsratssitzung am vergangenen Mittwoch hatte der Aufsichtsrat die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets über neun Milliarden Euro noch vertagt. Als Grund hatte das Unternehmen in Frankfurt mögliche Auflagen der EU-Kommission genannt, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte an verschiedenen Flughäfen überprüfen könnte.

Harte Verhandlungen um Start- und Landerechte

Der nächste Schritt ist die Zustimmung der Hauptversammlung am 25. Juni zum Rettungsplan samt Auflagen. Dieser sieht vor, dass der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds im Zuge einer Kapitalerhöhung Aktien zeichnet, um eine Beteiligung von 20 Prozent am Grundkapital der Fluggesellschaft aufzubauen. Zudem sind stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro sowie ein Kredit in Höhe von bis zu 3 Milliarden Euro geplant.

Kurz vor Pfingsten war dann bekanntgeworden, dass der Vorstand einen zuvor zwischen Berlin und Brüssel ausgehandelten Kompromiss über die Auflagen akzeptieren wolle. Dieser sieht vor, dass Lufthansa 24 Start- und Landerechte – sogenannte Slots – an ihren wichtigsten Flughäfen München und Frankfurt an Wettbewerber abgeben muss. Aber das Go des Aufsichtsrats stand noch aus.

Slots sind eine wichtige Größe in der Branche – daher waren die Verhandlungen um diese Zahl hart: Anfänglich war von 20 Flugzeugen mit bis zu 80 Slots die Rede, dann war die EU auf knapp 50 Slots runtergegangen. Das Unternehmen hatte zunächst nur angeboten, temporär auf 3 Start- und Landepaare zu verzichten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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