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OECD warnt vor schlimmsten Krise seit Zweitem Weltkrieg

Wegen Coronavirus  

OECD warnt vor schlimmster Krise seit Zweitem Weltkrieg

10.06.2020, 11:09 Uhr | dpa, rtr

OECD warnt vor schlimmsten Krise seit Zweitem Weltkrieg. Eine Fabrik in Italien: Die OECD rechnet mit historischen Folgen für die Wirtschaft in den Industriestaaten. (Quelle: imago images/ZUMA Wire)

Eine Fabrik in Italien: Die OECD rechnet mit historischen Folgen für die Wirtschaft in den Industriestaaten. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart: Die OECD warnt vor dramatischen Folgen für die Industriestaaten. Besonders eine zweite Welle könnte für viele Länder schwere Konsequenzen haben.

Bürger, Unternehmen und Staaten müssen sich nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wegen der Covid-19-Pandemie auf äußerst schwere und lang anhaltende Folgen einstellen. Es handele sich um die schlimmste Gesundheits- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, der vor 75 Jahren endete. Das teilte die OECD am Mittwoch in Paris in einem Konjunkturbericht mit.

Eine höhere öffentliche Verschuldung sei zwar nötig, berichtete Chefökonomin Laurence Boone. "Schuldenfinanzierte Ausgaben müssen jedoch sehr gezielt eingesetzt werden, um die schwächsten Gruppen zu unterstützen und die Investitionen zu fördern, die für den Aufbau einer krisenfesteren Wirtschaft nötig sind." Weiter teilte Boone mit: "Solange weder Impfstoff noch ein wirksames Medikament allgemein verfügbar sind, müssen die Politikverantwortlichen in aller Welt einen Drahtseilakt vollführen."

Die OECD präsentierte zwei Szenarien:

  • Ein erstes Szenario nimmt an, dass das Coronavirus weiter zurückgedrängt und kontrolliert wird.
  • In einem anderem wird vorausgesetzt, dass es im weiteren Jahresverlauf zu einer zweiten Infektionswelle kommt. In diesem besonders schlimmen Fall könnte die Wirtschaft in der Eurozone demnach 2020 um 11,5 Prozent schrumpfen.

"Zweite Welle würde Vorteile einer frühen Lockerung untergraben"

Auch für die deutsche Wirtschaft könnte es dann schwer werden, sich zu erholen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde dann 2021 nur um 1,7 Prozent wachsen und nur einen geringen Teil des in diesem Jahr erwarteten Einbruchs von 8,8 Prozent wettmachen, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Prognose. "Eine zweite Welle würde die Vorteile einer frühen und gut organisierten Lockerung untergraben", heißt es in der Prognose.

Die OECD mahnte die Industrieländer zur Kooperation. "Nur mit mehr Vertrauen wird die Erholung Fahrt aufnehmen – und Voraussetzung für dieses Mehr an Vertrauen ist globale Zusammenarbeit", sagte Boone. Die Staatengemeinschaft müsse sicherstellen, dass ein Impfstoff oder ein Medikament – sobald verfügbar – rasch weltweit eingesetzt werden könnten.

Auch die Beilegung von Handelskonflikten würde helfen, das Vertrauen der Unternehmen und die Investitionsbereitschaft zu steigern. Zudem müssten die Staaten die Chance nutzen, fairere und nachhaltigere Wirtschaftsstrukturen zu schaffen. "Dabei gilt es, Wettbewerb und Regulierung intelligenter zu gestalten und die Steuersysteme, die öffentlichen Ausgaben und den Sozialschutz zu modernisieren", so Boone.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters

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