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Lufthansa: Wegen Corona-Krise stehen 22.000 Stellen auf der Kippe

Angeschlagener Luftfahrtkonzern  

Bei der Lufthansa stehen 22.000 Stellen auf der Kippe

11.06.2020, 17:34 Uhr | dpa-AFX

Lufthansa: Wegen Corona-Krise stehen 22.000 Stellen auf der Kippe. Eine Lufthansa-Maschine: Tausende Stellen stehen auf der Kippe. (Quelle: Reuters/Alkis Konstantinidis)

Eine Lufthansa-Maschine: Tausende Stellen stehen auf der Kippe. (Quelle: Alkis Konstantinidis/Reuters)

Düstere Aussichten bei der Lufthansa: Wegen der Corona-Krise bleiben viele Flieger am Boden. Rein rechnerisch gibt es deshalb Tausende Stellen zu viel. Betriebsbedingte Kündigungen will der Konzern aber vermeiden.

Lufthansa Lufthansa Aktie und die Gewerkschaften ringen weiter um ein Sparpaket für die angeschlagene Fluggesellschaft. Tausende Stellen stehen auf der Kippe. Lufthansa bezifferte den rechnerischen Überhang auf 22.000 Vollzeitstellen, wie das Unternehmen am Mittwoch nach einem Tarifgipfel mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Ufo und Verdi mitteilte. Das ist rund jede sechste Stelle – der Konzern beschäftigt rund 138.000 Mitarbeiter.

Zuletzt war von deutlich mehr als 10.000 Stellen die Rede, die auf der Kippe stünden. Ziel sei es, durch Kurzarbeit und Krisenvereinbarungen möglichst betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, erklärte Lufthansa.

"Ohne signifikante Senkung der Personalkosten während der Krise verpassen wir die Chance eines besseren Restarts aus der Krise und riskieren, dass die Lufthansa Group deutlich geschwächt aus der Krise hervorgeht", sagte Personal-Vorstand Michael Niggemann. Man setze alles daran, mit den Tarifpartnern bis zum 22. Juni 2020 zu konkreten Ergebnissen zu kommen.

Nach Corona: 100 Flugzeuge weniger in der Lufthansa-Flotte

Lufthansa rechnet damit, dass die Erholung der Nachfrage im Luftverkehr nur langsam verläuft. Sie geht davon aus, dass die Flotte der Lufthansa Group nach der Krise rund 100 Flugzeuge weniger zählen wird. Hinzu kämen Überhänge in der Verwaltung und im Drittkundengeschäft der Servicegesellschaften.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo betonte, sie sei bereit, bis zur außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni eine Lösung zu erreichen. Zugleich forderte sie: "Die Mitarbeiter aller Airlines des Konzerns müssen einen Kündigungsschutz bekommen und daran glauben, dass das Management endlich einen gemeinsamen Kurs geht." Ufo zufolge entspricht der rechnerische Überhang sogar 26.000 Arbeitsplätzen.

Es sei gut, dass man sich intensiv ausgetauscht habe, sagte der Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr. "Allerdings hat es sich gezeigt, dass ein gemeinsamer Kraftakt noch in sehr weiter Ferne ist", so Flohr. Ufo hat bislang eine Nullrunde für dieses Jahr und die Absenkung des Stundenzuschlags für besonders lange Flüge angeboten.

Gewaltiges Rettungspaket für den Konzern

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bekräftigte ihre Bereitschaft zu Zugeständnissen in Höhe von 350 Millionen Euro. Für den einzelnen Piloten bedeute dies einen Gehaltsverzicht von bis zu 45 Prozent. "Im Gegenzug erwarten wir einzig vom Konzernvorstand, dass er sich zu seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekennt", erklärte VC-Präsident Markus Wahl. Eine Verwendung des Beitrags zur Auslagerung von Arbeitsplätzen zu schlechteren Bedingungen wäre völlig inakzeptabel. Zugleich appellierte Wahl an die Aktionäre, dem Rettungspaket für die Lufthansa zuzustimmen.

Die Corona-Pandemie mit den Reisebeschränkungen hatte die Geschäfte der Lufthansa mit Ausnahme der Fracht nahezu zum Erliegen gebracht. Der Konzern benötigt daher staatliche Hilfe. Im Gegenzug für ein neun Milliarden schweres Rettungspaket einschließlich Beteiligung des Bundes an dem Unternehmen muss die Lufthansa 24 Start- und Landerechte an ihren wichtigen Flughäfen in Frankfurt und München an die Konkurrenz abgeben.

Die Aktionäre müssen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni noch grünes Licht für das Paket geben. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will der Hauptversammlung ein Sparkonzept präsentieren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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