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Corona-Warn-App: Deutschlands oberster Verbraucherschützer warnt

Corona-Warn-App  

Experte: Geschäfte dürfen App-Verweigerer nicht diskriminieren

16.06.2020, 07:49 Uhr
Video erklärt: So einfach benutzen Sie die Corona-App

Die Corona-App soll helfen, Infektionsketten möglichst einzuschränken. Mittlerweile ist das Programm auf Handys in ganz Deutschland im Einsatz. Wie die App funktioniert, erklärt t-online.de in einer anschaulichen Animation.

Im Video erklärt: Wie die Corona-App funktioniert und wie Sie sie benutzen. (Quelle: t-online.de)


Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, setzt die Bundesregierung auf die Corona-Warn-App. Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller warnt: Sie darf niemanden ausschließen.

Vor dem Start der neuen Corona-Warn-App mahnt der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (Vzbv), Klaus Müller, dass das Handyprogramm nicht zu Diskriminierungen führen dürfe. "Ich warne davor, dass Restaurants, Geschäfte oder Flughäfen die Freiwilligkeit der App faktisch aushöhlen, indem sie nur App-Nutzern Zutritt gewähren", sagte er im Gespräch mit t-online.de. "Diese Gefahr ist real."

Er fordert deshalb ein Gesetz, um solche Entwicklungen zu verhindern. "Es gibt gute Argumente dafür, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das genau diese drohenden Zutrittsbeschränkungen regeln könnte", sagte Müller. "Das geht auch, nachdem die App bereits verfügbar ist." Dennoch hält er die App grundsätzlich für richtig. "Die Corona-Warn-App ist vernünftig und so sicher, wie sie zurzeit sein kann." Wie die App genau funktioniert und was mit Ihren Daten passiert, sehen Sie oben im Video oder hier.

Verbraucher sollten App herunterladen 

Deshalb sollten Nutzer sie auf ihr Handy laden. "Aus Verbraucherschutzsicht spricht einiges dafür, die App zu installieren und auch zu nutzen", so der Verbraucherschützer weiter. "Auch wenn wir sie nicht glorifizieren wollen, ist klar: Die Gesundheitsämter sind in der heißen Phase der Corona-Krise an ihre Grenzen gestoßen. Das darf nicht wieder passieren." Dabei könne die Corona-Warn-App der Bundesregierung helfen.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband: "Aus Verbraucherschutzsicht spricht einiges dafür, die App zu installieren und auch zu nutzen." (Quelle: imago images/Jürgen Heinrich)Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband: "Aus Verbraucherschutzsicht spricht einiges dafür, die App zu installieren und auch zu nutzen." (Quelle: Jürgen Heinrich/imago images)

Mit der sogenannten Tracing-App, die die Bundesregierung am Dienstag vorstellen will, sollen Nutzer erfahren, ob sie in Kontakt mit einem Infizierten standen. Ihre Einführung verzögerte sich zuletzt wegen Bedenken von Datenschützern. Laut Bundesregierung stellt sie einen wichtigen Baustein in der Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland dar.

"Viele Verbraucher sehen, dass ihre Interessen zu kurz kommen"

Unabhängig von der App scheint eine Mehrheit der Verbraucher mit dem Krisenmanagement der Regierung zufrieden zu sein. Eine Umfrage des Vzbv, die t-online.de vorab vorliegt, ergab, dass insgesamt 45 Prozent die Krisenpolitik für "ausgewogen" hielten. 41 Prozent sagten dagegen, die Politik verfolge in der Krise vor allem die Interessen der Unternehmen.

Dass Verbraucherinteressen im Vordergrund stehen, finden dagegen nur noch vier Prozent. "Zu viele Verbraucher sehen, dass ihre Interessen zu kurz kommen. Die Bundesregierung hat beim ersten Corona-Hilfspaket sowie beim Konjunkturpaket sehr einseitig auf Unternehmenshilfen gesetzt", sagte Müller t-online.de.

"Natürlich: Es ist richtig und wichtig, Arbeitsplätze zu erhalten. Das ist auch im Sinne der Verbraucher. Aber: Die Balance muss besser werden und Entlastungen für Verbraucher müssen auch sicher bei ihnen ankommen", so Müller.

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Klaus Müller
  • Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverband

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