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Wirecard-Chef Markus Braun tritt zurück


Nach Bilanzskandal  

Wirecard-Chef Markus Braun tritt mit sofortiger Wirkung zurück

19.06.2020, 20:11 Uhr | dpa, rtr, AFP

Wirecard-Chef Markus Braun tritt zurück . Markus Braun: Der Wirecard-Vorstandschef tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurück. (Quelle: Reuters/Michael Dalder)

Markus Braun: Der Wirecard-Vorstandschef tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurück. (Quelle: Michael Dalder/Reuters)

Der Bilanzskandal bei Wirecard hallt weiter nach. Nun ist der Chef des Dax-Unternehmens mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der Interimsnachfolger für Markus Braun steht schon fest.

Inmitten eines milliardenschweren Bilanzskandals ist Wirecard-Chef Markus Braun zurückgetreten. Er habe im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat sein Mandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt, teilte Wirecard am Freitag mit. Interims-Chef wird der frisch in den Vorstand berufene Manager James Freis.

Wirecard hatte am Donnerstag seinen eigentlich für April angekündigten Jahresabschluss zum vierten Mal verschoben und mit einem möglichen Betrugsfall rund um Treuhandkonten die Börse schockiert. Nach eigenen Angaben war das Unternehmen von den Abschlussprüfern darauf hingewiesen worden, dass für die Existenz von Bankguthaben über 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten bei zwei asiatischen Banken keine ausreichenden Nachweise vorlägen.

Die Summe entspricht laut Unternehmen in etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme und war von Tochtergesellschaften als Garantie für das Risikomanagement von Händlern hinterlegt worden, für die Wirecard Zahlungen abwickelt. Die beiden kontenführenden Banken hätten mitgeteilt, dass "die betreffenden Kontonummern nicht zugeordnet werden konnten", hieß es. Es gebe Hinweise, dass ein Treuhänder "zu Täuschungszwecken" falsche Bestätigungen vorlegt habe, um ein falsches "Vorstellungsbild" der Guthaben zu geben.

Milliardenkredite könnten gekündigt werden

Wirecard wickelt bargeldlose Zahlungen für Händler ab, sowohl an Ladenkassen als auch online. Aktionärsvertreter hatten den Rücktritt Brauns mehrfach gefordert, um rasch für Aufklärung zu sorgen. Auch droht eine Klagewelle.

Zudem droht Wirecard der Verlust von Milliardenkrediten. Wenn das Unternehmen bis zum heutigen Freitag keinen von Wirtschaftsprüfern testierten Jahres- und Konzernabschluss vorlege, könnten Kredite von etwa zwei Milliarden Euro gekündigt werden, hatte Wirecard am Donnerstag bekannt gegeben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters, dpa und AFP

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