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Wirecard-Skandal: Milliarden gibt es nicht – Aktie stürzt weiter ab


Dax-Konzern  

Wirecard-Skandal: Zwei Milliarden Euro gibt es wohl nicht

22.06.2020, 10:38 Uhr | rtr, dpa-AFX

Wirecard-Skandal: Milliarden gibt es nicht – Aktie stürzt weiter ab. Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München: Zwei Milliarden Euro fehlen wahrscheinlich. (Quelle: Reuters/Michael Dalder/File Photo)

Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München: Zwei Milliarden Euro fehlen wahrscheinlich. (Quelle: Michael Dalder/File Photo/Reuters)

Der Bilanzskandal beim Dax-Konzern Wirecard weitet sich aus: Die zwei Milliarden Euro, die auf Konten auf den Philippinen liegen sollten, gibt es höchstwahrscheinlich nicht. Für das Unternehmen geht es nun ums Überleben.

Der Bilanzskandal beim Zahlungsdienstleister Wirecard WIRECARD AG Aktie hat sich dramatisch zugespitzt. Die verschwundenen Milliarden existierten mit "überwiegender Wahrscheinlichkeit" nicht, teilte der Dax-Konzern in der Nacht zum Montag mit.

Die vorläufigen Ergebnisse des vergangenen Geschäftsjahres sowie die Prognosen für 2020 und darüber hinaus seien daher nicht mehr zu halten. Das Unternehmen prüfe nun Kostensenkungen, einen Umbau sowie den Verkauf oder die Einstellung von Firmenteilen und Produkten. Die Aktie des Dax-Konzerns stürzte zum Handelsstart in den Keller. An der Frankfurter Wertpapierbörse notierte das Papier zwischenzeitlich fast 40 Prozent weniger bei 15 Euro.

Der Finanzkonzern, der für Händler und Kunden Zahlungen in Onlineshops und an Ladenkassen abwickelt, musste vergangene Woche seinen Jahresabschluss 2019 zum vierten Mal verschieben, weil die Wirtschaftsprüfer von EY ein 1,9 Milliarden Euro schweres Loch in der Bilanz gefunden hatten. Der Konzern war bis Donnerstag davon ausgegangen, dass die nun fehlenden knapp zwei Milliarden Euro – ein Viertel der Bilanzsumme – auf Konten über einen Treuhänder bei Banken in Asien angelegt sind.

Banken können Kredite kündigen

Die Wireceard-Aktien stürzten in der Folge in die Tiefe, der langjährige Vorstandschef Markus Braun trat zurück und ein weiterer Vorstand wurde suspendiert. Die Ratingagentur Moody’s stufte die Kreditwürdigkeit von Wirecard auf "Ramsch" herab. Das Problem für Wirecard ist nun, dass Banken eine Kreditlinie kündigen können und Wirecard das Geld zurückzahlen müsste.

Interimschef James Freis kämpft deshalb ums Überleben des Konzerns: Man stehe weiterhin mithilfe der am Freitag angeheuerten Investmentbank Houlihan Lokey in "konstruktiven Gesprächen" mit den Kredit gebenden Banken. Am Finanzplatz Frankfurt war zumindest am Wochenende zu hören, dass die Banken Wirecard weiter am Leben halten wollen. Die Sorgen vor den Schockwellen sind wohl zu groß.

Am Freitag hatten die philippinischen Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands mitgeteilt, dass der deutsche Dax-Konzern kein Klient bei ihnen sei. Dokumente externer Prüfer, die das Gegenteil besagten, seien gefälscht. Auf den Konten der beiden Banken hätte die Summe eigentlich liegen sollen. Am Sonntag hat auch die Zentralbank in Manila mitgeteilt, dass die fehlenden Milliarden wohl nicht auf den Philippinen seien.

Wirecard ist seit mehr als einem Jahr in Bedrängnis, seit die Londoner "Financial Times" dem Management in einer Serie von Artikeln Bilanzmanipulationen vorwarf. Auch die Finanzaufsicht BaFin und die Münchner Staatsanwaltschaft untersuchen verschiedene Aspekte im Fall Wirecard.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagenturen Reuters und dpa

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