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Peter Altmaier: Wirecard-Skandal könne Ansehen Deutschlands beschädigen


Wirtschaftsminister bezieht Stellung  

Altmaier zu Wirecard: "Müssen, wo notwendig, hart durchgreifen"

Von Florian Schmidt, Tim Kummert

22.06.2020, 21:34 Uhr
Peter Altmaier: Wirecard-Skandal könne Ansehen Deutschlands beschädigen. Bundeswirtschafstminister Peter Altmaier: Wirecard könne das Ansehen des Wirtschaftsstandortes beschädigen. (Quelle: imago images/Christian Spicker)

Bundeswirtschafstminister Peter Altmaier: Wirecard könne das Ansehen des Wirtschaftsstandortes beschädigen. (Quelle: Christian Spicker/imago images)

Erstmals äußert sich auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zum Bilanzskandal bei Wirecard: Er fordert Aufklärung und warnt vor einem Verlust von Ansehen für Deutschland.

Im Bilanzskandal beim Zahlungsdienstleister Wirecard warnt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor einem Imageverlust des Wirtschaftsstandorts Deutschland und fordert eine rasche Aufklärung der Vorkommnisse. "Wirecard ist verpflichtet aufzuklären und etwaige Missstände abzustellen", sagte Altmaier im Interview mit t-online.de.

"Es muss ermittelt werden, wie es dazu kommen konnte, dass sich offenbar Milliardenbeträge in Luft aufgelöst haben, oder möglicherweise nie da waren", so der Minister weiter. "Und es muss herausgefunden werden, ob die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eingehalten wurden – oder ob jemand dafür auch juristisch zur Rechenschaft gezogen werden muss."

Vorgang dürfe sich nicht wiederholen

Der Vorgang sei "alles andere als banal". "Es ist mir ganz wichtig, dass sich ein solcher Fall mit Blick auf das Vertrauen in den Bankenstandort Deutschland so schnell nicht wiederholt", sagte Altmaier. "Wir hätten eine solche Situation überall erwartet – nur nicht in Deutschland. Deshalb müssen wir, wo notwendig, hart durchgreifen."

Nachdem der Dax-Konzern Wirecard die Vorstellung seiner Bilanz vergangene Woche erneut verschoben hatte, war bekannt geworden, dass rund zwei Milliarden Euro auf Treuhänderkonten auf den Philippinen liegen sollen. Diese aber existierten nach Angaben des Unternehmens vom Montag mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht. Viele Experten sehen das Ansehen des Wirtschafts- und Finanzstandorts Deutschland wegen des Skandals stark beschädigt.

Deutschland drohe ein Imageverlust durch Wirecard

Auch Altmaier hält das für eine Gefahr. Wie auch durch die jüngsten Ereignisse in Fleischindustrie seien Vorkommnisse dieser Art unter diesem Gesichtspunkt ein Problem. "Wir dürfen nicht zulassen, dass einzelne Firmen das Ansehen einer ganzen Branche zerstören und damit dem Land Schaden zufügen", sagte er.

Im Interview mit t-online.de äußerte sich Altmaier auch zur gesamtwirtschaftlichen Lage Deutschlands. Zwar setze die Bundesregierung alles daran, damit es "ab dem letzten Quartal 2020 eine Trendumkehr geben wird".

"Deutschland wird am Ende stärker dastehen als zuvor"

"Es wird aber aller Voraussicht nach noch bis ins Jahr 2022 dauern, bis wir die Verluste kompensiert und die alte wirtschaftliche Stärke erreicht haben", so der Minister weiter. Grundsätzlich jedoch äußerte sich Altmaier zuversichtlich, dass Deutschland die Corona-Krise gut bewältige: "Deutschland wird am Ende stärker dastehen als zuvor."

Mit Blick auf das am Montag abgehaltene Gespräch zwischen ihm, Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und dem Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele, der eine Beteiligung des Bundes bei der Airline verhindern könnte, äußerte sich Altmaier zurückhaltend. "Das war ein Gespräch, bei dem Vertraulichkeit vereinbart wurde", sagte er. "Deshalb verbietet sich jede Kommentierung." Ziel aller Beteiligten sei es, dass die Lufthansa als wettbewerbsfähiges Unternehmen erhalten bleibe. Er selbst glaube, dass die Vereinbarung zwischen der Lufthansa und der Bundesregierung dieses Ziel erreichen könne.

Das komplette Interview mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lesen Sie am Dienstag ab 6 Uhr bei t-online.de.

Verwendete Quellen:
  • Interview mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier

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