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Wirecard-Bilanzskandal: Ex-Konzernchef Markus Braun kommt wieder frei


Bilanzskandal bei Dax-Konzern  

Ex-Wirecard-Chef Braun kommt gegen Kaution frei

23.06.2020, 14:49 Uhr | rtr, AFP, dpa

Ex-Wirecard-Chef festgenommen

Im Skandal um den Finanzdienstleisters Wirecard ist der zurückgetretene Chef Markus Braun festgenommen worden. (Quelle: Reuters)

Skandal: Jetzt ist der Ex-Wirecard-Chef festgenommen worden. (Quelle: Reuters)


Neue Wendung im Bilanzskandal um den Dax-Konzern Wirecard: Nachdem der ehemalige Vorstandschef Markus Braun festgenommen worden ist, soll er nun wieder freikommen – gegen eine Millionenkaution.

Der ehemalige Chef des skandalgeschüttelten Finanzdienstleisters Wirecard WIRECARD AG Aktie kommt vorerst auf freien Fuß. Er wird gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro aus der Untersuchungshaft entlassen, wie die Staatsanwaltschaft München mitteilte. Außerdem müsse sich Braun wöchentlich bei der Polizei melden.

Der österreichische Manager wurde am Montagabend verhaftet, nachdem er sich selbst gestellt hatte. Vorgeworfen werden Braun derzeit zwei Dinge. Zum einen sind es "unrichtige Angaben" in den Wirecard-Bilanzen und zum anderen Marktmanipulation.

Andere Straftaten kommen aber ebenfalls in Betracht. "Wir führen unsere Ermittlungen ergebnisoffen", sagte Anne Leiding, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München, dazu. Der Manager war erst am Freitag im Skandal um fehlende 1,9 Milliarden Euro in der Unternehmensbilanz des Dax-Konzerns zurückgetreten.

Die ehemalige rechte Hand von Braun, Jan Marsalek, wurde vom Aufsichtsrat gefeuert. Marsalek hatte das Tagesgeschäft geleitet.

An der Börse sorgte die Verhaftung von Braun am Dienstag nicht für erneute Unruhe. Schnäppchenjäger nutzten die starken Kursverluste der vergangenen Tage für den Wiedereinstieg – die Aktien kletterten am Dienstag zeitweise um 20 Prozent auf mehr als 17 Euro. Vergangenen Mittwoch, vor Bekanntwerden eines Milliardenlochs in der Bilanz, hatten die Papiere noch mehr als 100 Euro gekostet.

Zwei Milliarden Euro sollten auf Treuhandkonten in Südostasien liegen

Wirecard hatte Anfang der Woche eingeräumt, dass die Milliardensumme, die angeblich auf Treuhandkonten in Südostasien verbucht war, sehr wahrscheinlich nicht existiere. Im Zentrum des Skandals stehen der ehemalige Wirecard-Finanzchef in Südostasien und ein ehemaliger Treuhänder, der das mutmaßlich zum Großteil gar nicht existierende Geschäft mit Drittfirmen betreute.

Die Ermittler gehen nun jedoch davon aus, dass es Mitwisser beziehungsweise Mittäter in der deutschen Unternehmenszentrale gab. Untersuchungshaft kann verhängt werden, wenn die Justiz von Flucht- oder Verdunkelungsgefahr ausgeht. Verdunkelungsgefahr meint, dass die unter Tatverdacht stehende Person Beweise vernichten könnte.

Altmaier: Deutschland droht wegen Wirecard ein Imageverlust

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Wochen gegen Braun, allerdings ursprünglich lediglich wegen des Verdachts, Anleger in zwei Ad-hoc-Mitteilungen falsch informiert zu haben.

Jüngst hatte sich auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zum Skandal geäußert. Im Interview mit t-online.de sagte er: "Wirecard ist verpflichtet, aufzuklären und etwaige Missstände abzustellen. Wir hätten eine solche Situation überall erwartet – nur nicht in Deutschland. Deshalb müssen wir, wo notwendig, hart durchgreifen."

Gleichzeitig warnte Altmaier vor einem Imageverlust des Wirtschafts- und Finanzstandorts Deutschland. "Wir dürfen nicht zulassen, dass einzelne Firmen das Ansehen einer ganzen Branche zerstören und damit dem Land Schaden zufügen", so der Minister.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters, AFP und dpa
  • Interview mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier

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