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Corona-Krise: Zahl der Insolvenzen im April gesunken

Antragspause  

Zahl der Insolvenzen im April trotz Corona-Krise gesunken

09.07.2020, 10:04 Uhr | dpa

Corona-Krise: Zahl der Insolvenzen im April gesunken. Die Mainzer Innenstadt: Durch die Corona-Krise droht insbesondere im Einzelhandel eine große Insolvenzwelle. (Quelle: imago images)

Die Mainzer Innenstadt: Durch die Corona-Krise droht insbesondere im Einzelhandel eine große Insolvenzwelle. (Quelle: imago images)

Die Lockerung des Insolvenzgesetzes zeigt Wirkung: Obwohl durch die Corona-Krise viele Firmen in Schieflage geraten, meldeten zuletzt weniger Unternehmen Insolvenz an als im Vorjahr.

Trotz fortschreitender Corona-Krise sind im April weniger Firmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. 1.465 Fälle meldeten die deutschen Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag. Das waren 13,3 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat.

Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist aber, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie spiegeln sich somit bislang nicht wider, folgern die Statistiker.

Gerichte arbeiten wegen Corona langsamer

Zudem kann die Bearbeitung von Anträgen bei den Gerichten derzeit länger dauern, weil auch dort der Betrieb nur eingeschränkt läuft. Etliche Ökonomen rechnen für das Gesamtjahr mit einem spürbaren Anstieg der Firmenpleiten. Der Insolvenzverwalter Lucas Flöther sagte t-online.de zuletzt, dass besonders im zweiten Halbjahr mit mehr Insolvenzen zu rechnen sei.

Im April gab es die meisten Firmenpleiten im Baugewerbe mit 249 Fällen. Handelsunternehmen einschließlich Kfz-Werkstätten stellten 231 Insolvenzanträge, im Gastgewerbe waren es 159 Fälle.

Im Schnitt waren die Betriebe größer als vor einem Jahr, denn die Forderungen der Gläubiger lagen mit knapp 3,2 Milliarden Euro deutlich über der Summe des Vorjahresmonats (1,7 Mrd Euro).

Die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren in Deutschland nahm im Juni wie auch schon im Mai weiter ab. Auf der Grundlage vorläufiger Angaben sank sie im Juni um 8,6 Prozent in der Jahresfrist.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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