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Konjunkturabsturz: US-Wirtschaftsleistung geht um fast 33 Prozent zurück

Historischer Einbruch  

US-Wirtschaft geht um ein Drittel zurück

30.07.2020, 15:00 Uhr | dpa

Konjunkturabsturz: US-Wirtschaftsleistung geht um fast 33 Prozent zurück. US-Kapitol (Symbolbild): In den USA laufen die Verhandlungen über ein neues Konjunkturpaket. (Quelle: imago images/ZUMA Wire)

US-Kapitol (Symbolbild): In den USA laufen die Verhandlungen über ein neues Konjunkturpaket. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

USA in der Corona-Krise: Die Wirtschaft ist im zweiten Quartal dramatisch eingebrochen – nach einer ersten Schätzung um fast 33 Prozent aufs Jahr hochgerechnet. Auch die Anträge auf Arbeitslosenhilfe steigen weiter.

In den USA ist die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal infolge der Coronavirus-Pandemie in noch nie dagewesenem Ausmaß eingebrochen. Von April bis einschließlich Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 32,9 Prozent, wie die US-Regierung am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte.

Im ersten Vierteljahr war die US-Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um fünf Prozent geschrumpft. Die Zuspitzung der Corona-Pandemie ab Mitte März stürzte die USA dann aber in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Maihälfte und im Juni gab es bereits wieder Zeichen einer Erholung.

Seit Ende Juni hat die Zahl der Neuinfektionen aber wieder dramatisch zugenommen, was zu neuerlichen Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt hat und das Wachstum erneut ausbremsen dürfte. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 11,1 Prozent. Vor der Pandemie hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen.

Donald Trump hofft auf rasche Erholung

Notenbankchef Jerome Powell hatte am Mittwoch bereits vor einem historischen Einbruch des BIP gewarnt. Er erklärte, die weitere Entwicklung der größten Volkswirtschaft der Welt sei wegen der Pandemie höchst unsicher. "Der Verlauf der Wirtschaft wird in sehr großem Ausmaß vom Verlauf des Virus abhängen", sagte Powell. Ohne eine Eindämmung des Virus sei eine vollständige wirtschaftliche Erholung "unwahrscheinlich", warnte er.

US-Präsident Donald Trumps Regierung hingegen hofft auf eine rasche Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal. Trump drängt daher trotz Pandemie auf eine rasche Normalisierung des Wirtschaftslebens. Analysten sehen die Hoffnung auf einen schnellen Aufschwung allerdings zumeist skeptischer.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA bleibt derweil ebenso auf historisch hohem Niveau. In der Woche bis einschließlich 25. Juli stellten 1,434 Millionen Menschen einen Neuantrag, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Das war eine leichte Zunahme um 12.000 Anträge im Vergleich zur Vorwoche.

Auch in Deutschland war das BIP im zweiten Quartal in noch nie dagewesenem Ausmaß eingebrochen. Es schrumpfte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. Es war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen im Jahr 1970.  

Verhandlungen über neues Konjunkturpaket

In den USA werden derzeit täglich rund 60.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes, in denen rund ein Drittel der US-Bevölkerung lebt. Insgesamt gibt es Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen 4,4 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und rund 150.000 damit verbundene Todesfälle.

Der US-Kongress und die Regierung haben seit Beginn der Krise bereits Konjunkturpakete in Höhe von fast drei Billionen US-Dollar beschlossen. Das entspricht mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Derzeit gibt es im Kongress Verhandlungen über ein weiteres Paket. Die Vorstellungen von Republikanern und Demokraten dazu gehen aber noch weit auseinander.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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