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Türkische Lira fällt auf Rekordtief – warum sich deutsche Urlauber freuen


Gut für Urlauber  

Türkische Lira fällt auf Rekordtief zum Euro

06.08.2020, 19:54 Uhr | dpa-AFX, AFP

Türkische Lira fällt auf Rekordtief – warum sich deutsche Urlauber freuen. Ein Goldhändler zählt türkische Lira (Symbolbild): Die Währung ist im Vergleich zum Euro stark eingebrochen. (Quelle: Reuters)

Ein Goldhändler zählt türkische Lira (Symbolbild): Die Währung ist im Vergleich zum Euro stark eingebrochen. (Quelle: Reuters)

Deutsche Urlauber dürfen sich freuen: Der Kurs der türkischen Währung ist am Donnerstag auf ein neues Rekordtief zum Euro und Dollar gefallen. Für einen Euro wurden am Nachmittag fast 8,67 Lira fällig.

Die türkische Lira schwächelt: Die Währung fiel am Donnerstag so tief wie nie im Vergleich zum Euro und zum US-Dollar. Der Kurs zum Dollar brach seit dem Morgen um mehr als drei Prozent ein; für einen Dollar wurden am Nachmittag 7,28 Lira fällig, für einen Euro fast 8,67 Lira. Der Euro befand sich schon längere Zeit zur Lira im Höhenflug. Nun ist ein neuer Höchststand erreicht. Woran liegt das?

"Die Ursachen des Abwärtsdrucks auf die Lira sind zuvorderst fundamentaler Natur: die mangelnde Inflationsbekämpfung der Zentralbank und ein Realzins im tiefroten Bereich", kommentierte Antje Praefcke, Devisenexpertin von der Commerzbank. "Wir gehen deshalb davon aus, dass die Lira tendenziell weiter unter Druck bleiben wird."

Die türkische Wirtschaft wurde von der Corona-Krise hart getroffen. "In diesen weltweit schwierigen ökonomischen Zeiten steigt der Druck auf die Währungen von Schwellenländern, wie die Türkische Lira", sagte Thilo Pahl, Geschäftsführer der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer. "Die wegbrechenden Einnahmen aus dem Tourismus, die negative reale Verzinsung und die schwindenden Währungsreserven der türkischen Zentralbank lasten auf dem Lira-Kurs", sagte er. Die Finanzmärkte seien skeptisch, ob sich die türkische Wirtschaft rasch erholen könne.

Erdogan feuerte Notenbank-Chef, weil er nicht gehorchte

Die türkische Notenbank hatte zuletzt erfolglos versucht, die Währung durch Interventionen zu stützen. Sie verfügt nur noch über geringe Währungsreserven und steht unter hohem politischen Druck. Die Inflation hat sich zuletzt beschleunigt und lag im zweistelligen Bereich.

Seit Juli 2019 hat die türkische Notenbank den Leitzins in mehreren Schritten drastisch gesenkt. Damals hatte der Leitzins noch bei 19,75 Prozent gelegen. Dann hatte Murat Uysal die Führung der Notenbank übernommen und die Notenbank auf Zinssenkungskurs gebracht. Derzeit liegt der Leitzins noch bei 8,25 Prozent. Sein Vorgänger war von Präsident Recep Tayyip Erdogan gefeuert worden, da er nicht wie von ihm gewünscht die Zinsen gesenkt hatte.

Anleger scheinen auch zunehmend an der Kreditwürdigkeit der Türkei zu zweifeln. So ist die Rendite zehnjähriger in US-Dollar gehandelter türkischer Staatsanleihen um 0,20 Prozentpunkte auf 7,47 Prozent gestiegen. Anleger verlangen also angesichts der gestiegenen Unsicherheit mehr Zinsen für ihr Geld.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa-AFX und AFP

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