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Trotz Corona: Zahl der Insolvenzen in Deutschland sinkt

Sonderregelung  

Zahl der Insolvenzen sinkt trotz Corona

10.08.2020, 08:58 Uhr | rtr

Trotz Corona: Zahl der Insolvenzen in Deutschland sinkt. Schlussverkauf bei Karstadt: Die Kaufhauskette ist in der Corona-Krise in Schieflage geraten. (Quelle: imago images/Martin Wagner)

Schlussverkauf bei Karstadt: Die Kaufhauskette ist in der Corona-Krise in Schieflage geraten. (Quelle: Martin Wagner/imago images)

Auf den ersten Blick wirken die Zahlen widersinnig: Obwohl viele Firmen in der Corona-Krise leiden, haben zuletzt weniger Unternehmen Insolvenz angemeldet. Für diese Entwicklung gibt es einen Grund.

Trotz Corona-Krise ist die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland zuletzt weiter gesunken. Im Mai meldeten die Amtsgerichte 1.504 Unternehmensinsolvenzen und damit 9,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamtes am Montag mitteilte.

Die wirtschaftliche Not vieler Firmen durch Corona spiegele sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Insolvenzen wider, erklärten die Statistiker. Ein Grund dafür sei, dass die Antragspflicht für Firmen-Pleiten seit dem 1. März ausgesetzt ist. Sollte diese Regelung ab Oktober fallen, rechnen Experten mit einem deutlichen Anstieg.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger bezifferten die Amtsgerichte auf knapp 3,1 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es rund 2,5 Milliarden. "Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Mai 2020 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Mai 2019", so das Bundesamt.

Handel und Baufirmen besonders betroffen

Die meisten Firmenpleiten gab es diesmal im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 247 Fällen. Unternehmen des Baugewerbes stellten 235 Insolvenzanträge, während es im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen 168 und im Gastgewerbe 164 Fälle gab.

Neben Firmen meldeten 6.028 übrige Schuldner Insolvenz an. Das waren 20,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Darunter waren 4335 Insolvenzanträge von Verbrauchern sowie 1.365 von ehemals Selbstständigen, die ein Verbraucher- beziehungsweise ein Regelinsolvenzverfahren durchlaufen.

Der deutliche Rückgang der Anträge von Verbrauchern von 23,4 Prozent erklärt sich den Statistikern zufolge durch den eingeschränkten Betrieb der zuständigen Insolvenzgerichte während der Corona-Krise und einer damit verlängerten Bearbeitungszeit. Zudem hätten Verbraucher ihren Insolvenzantrag wegen der Pandemie vielfach verschoben. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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