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Türkische Lira fällt auf neues Rekordtief – Spannungen mit Griechenland


Spannungen mit Griechenland  

Türkische Lira fällt auf neues Rekordtief

10.08.2020, 16:20 Uhr | fls, dpa

Türkische Lira fällt auf neues Rekordtief – Spannungen mit Griechenland. Eine Wechselstube in Istanbul: Die türkische Lira verliert immer stärker an Wert. (Quelle: imago images)

Eine Wechselstube in Istanbul: Die türkische Lira verliert immer stärker an Wert. (Quelle: imago images)

Die türkische Lira fällt und fällt. Für einen Euro bekommen Reisende immer mehr Scheine und Münzen der Landeswährung. Was Urlauber freut, wird für Einheimische zur Belastung.

Die Talfahrt der türkischen Währung geht weiter. Nachdem die türkische Lira bereits in der vergangenen Woche Tiefstände erreicht hatte, markierte der Kurs zum Wochenauftakt Rekordtiefs im Handel mit dem US-Dollar und dem Euro. In der Nacht zum Montag wurden für einen Dollar 7,4084 Lira gezahlt und damit so viel wie noch nie. Etwa zeitgleich wurde für einen Euro ein Spitzenwert von 8,7217 Lira gezahlt.

Marktbeobachter erklärten die aktuelle Kursschwäche der türkischen Währung mit neuen Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland im Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer. Ein türkisches Forschungsschiff soll in den kommenden Tagen nach Erdgas südlich der griechischen Insel Megisti (Kasteloriso) suchen.

Kreditvergabe für Firmen eingeschränkt

Athen kündigte als Reaktion eine Sondersitzung des Regierungsrates für Außenthemen und Verteidigung (KYSEA) unter Vorsitz von Regierungschef Kyriakos Mitsotakis an. Zahlreiche Schiffe der Kriegsmarinen der beiden Nato-Staaten sind in dieser Region unterwegs, hieß es aus Quellen der Regierung in Athen.

Als Reaktion auf den jüngsten Kursverfall der Lira beschränkte die Türkei am Montag ein Stück weit die Kreditvergabe an Unternehmen. Devisenexperten sehen in den Maßnahmen wenig Aussicht auf Erfolg.

Niedrige Zinsen trotz hoher Inflation

"Egal, welcher Cocktail aus Bankensystemkosmetik oder partiellen Kapitalkontrollen zusammengemixt wird – den Trend der Lira wird er nicht umkehren können", sagte Analyst Tatha Ghose von der Commerzbank. Strengere Kapitalkontrollen können seiner Einschätzung nach allenfalls für einen gewissen Aufschub sorgen.

Seit geraumer Zeit leidet die Lira unter der Geldpolitik der türkischen Notenbank. Trotz einer vergleichsweise hohen Inflation mit einer Jahresrate von zuletzt etwa zwölf Prozent hatte die Notenbank mehrfach die Zinsen gesenkt, um die Wirtschaft stärker in Schwung zu bringen.

Urlauber können sich über Lira-Schwäche freuen

Für die einheimischen Türken bedeutet die jüngste Entwicklung vor allem, dass sie für Importe in das Land mehr Geld bezahlen müssen. Zudem können sie sich selbst im Ausland weniger leisten.

Touristen, die aktuell in der Türkei Urlaub machen, können sich dagegen freuen. Zu den ohnehin gewährten Corona-Rabatten vieler Hotels kommt nun ein vergleichsweise harter Euro hinzu: Deutsche Urlauber bekommen durch die Schwäche der Lira mehr für ihr Geld.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa

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