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Easyjet, Lufthansa & Co: Diese Airlines erstatten Flüge am zuverlässigsten

Corona-Krise  

Diese Airlines zahlen stornierte Flüge am zuverlässigsten zurück

10.08.2020, 19:42 Uhr | mak, t-online

Easyjet, Lufthansa & Co: Diese Airlines erstatten Flüge am zuverlässigsten. Ein fast menschenleerer Frankfurter Flughafen (Archivbild): Wegen der Corona-Krise wurden zahlreiche Flüge storniert. (Quelle: imago images/Ralph Peters)

Ein fast menschenleerer Frankfurter Flughafen (Archivbild): Wegen der Corona-Krise wurden zahlreiche Flüge storniert. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Wegen der Corona-Pandemie wurden zahlreiche Flüge abgesagt, die Airlines kommen mit den Erstattungen nicht hinterher. Eine aktuelle Auswertung zeigt, wer es besonders schlecht macht – und welche Billig-Airline überrascht.

Die Billig-Airline Easyjet zahlt die wegen der Corona-Krise stornierten Flüge am zuverlässigsten zurück. Das geht aus einer Auswertung des Fluggastrechteportals "Fairplane" hervor.

Demnach hat Easyjet von April bis Juli 96 Prozent der über Fairplane angemeldeten Forderungen innerhalb des gesetzlichen Zeitraums von sieben Tagen zurückgezahlt. Nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung müssen vorausbezahlte Kundengelder innerhalb einer Woche nach Stornierung von der Airline erstattet werden.

Mit weitem Abstand in dem Ranking folgt die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines: Sie zahlte 58 Prozent der Kosten aus stornierten Flügen zurück. Singapore Airlines aus Singapur landet mit 39 Prozent ausgezahlten Forderungen auf dem dritten Rang der Zuverlässigkeit.

Am schlechtesten in dem Ranking schneidet die Airline Laudamotion ab. Nur zwei Prozent der angemeldeten Forderungen hat sie im Zeitraum von sieben Tagen zurückgezahlt. Auch Eurowings und Swiss liegen mit vier und fünf Prozent auf den hinteren Rängen.

Die mittlerweile teilstaatliche Lufthansa ist laut Fairplane ebenfalls nicht sonderlich zuverlässig. Sie liegt mit einer Auszahlungsquote von nur 19 Prozent im Mittelfeld.

Die Zahlungsmoral der Airlines stößt derweil auf breite Kritik. "Es ist ein Unding, dass Reisende immer noch rechtswidrig als Kreditgeber für Airlines in Schieflage herhalten müssen", sagte etwa Fairplane-Geschäftsführer Andreas Sernetz.

Methodik: Fairplane wertete insgesamt 21.500 Aufträge an "Ticketrefund.de" aus. "Ticketrefund.de" ist ein auf Reise-Stornierungen in der Corona-Krise spezialisierter Service des Portals Fairplane.

Verbraucherschützer: "Illegale Zwangsdarlehen"

Auch Verbraucherschützer schlagen schon länger Alarm. So sagte Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (Vzbv), bereits Mitte Juni im Gespräch mit t-online.de: "Die Reisebranche tritt die Erstattungsrechte von Verbrauchern systematisch mit Füßen."

Mit Blick auf die vom Staat mit einem Milliarden-Paket gerettete Lufthansa forderte er, Wirtschaftsminister Peter Altmaier oder Finanzminister Olaf Scholz sollten persönlich bei Konzernchef Carsten Spohr anrufen und Druck machen.

Nun bekräftigte Müller seine Kritik. "Es kann nicht sein, dass die Lufthansa Hilfszahlungen in Milliardenhöhe aus Steuergeldern erhält und trotzdem Kunden zu illegalen Zwangsdarlehen zwingt", sagte Müller den Zeitungen der "Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft". Die Airline müsse bis Ende August alle ausgefallenen Flugtickets vollständig erstatten.

Lufthansa: "Zehntausende Erstattungen am Tag"

Auch die Bundesregierung hatte die Lufthansa wegen der zögerlichen Erstattung der Ticketkosten kritisiert. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Lufthansa trotz der massiven staatlichen Hilfen ihren gesetzlichen Verpflichtungen bislang nicht nachkommt und den Kunden ihre Gelder nicht unverzüglich zurückzahlt", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nußbaum (parteilos) dem "Spiegel".

Vor Probleme stellt die Lufthansa vor allem die schiere Menge an ausgefallenen Flügen. Im März war der weltweite Flugverkehr wegen der Corona-Pandemie in weiten Teilen zum Erliegen gekommen, bei der Lufthansa betrug der Passagierrückgang im Vergleich zum Vorjahr teils 99 Prozent.

Ein Lufthansa-Sprecher verwies auf diese besondere Situation. "Ticketerstattungen sind normalerweise Einzelfälle, jetzt sind es Zehntausende am Tag", erklärte er. Der Lufthansa zufolge wird es "noch einige wenige Wochen" dauern, offene Erstattungen für Flüge bis Ende Juni abzuarbeiten.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Auswertung Fairplane
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen


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