Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Corona-Krise >

Corona-Krise: Deutscher Staat mit deutlichem Einbruch der Steuereinnahmen

Erstmals seit zehn Jahren  

Steuereinnahmen brechen in Corona-Krise ein

25.08.2020, 08:24 Uhr | rtr, dpa

Corona-Krise: Deutscher Staat mit deutlichem Einbruch der Steuereinnahmen. Ein Containerterminal im Hamburger Hafen: Wegen der Corona-Krise ist die Wirtschaft in Deutschland stark eingebrochen – und mit ihr die Einnahmen des Staates. (Quelle: imago images/Travel-Stock-Image)

Ein Containerterminal im Hamburger Hafen: Wegen der Corona-Krise ist die Wirtschaft in Deutschland stark eingebrochen – und mit ihr die Einnahmen des Staates. (Quelle: Travel-Stock-Image/imago images)

Die Bremsspuren der Corona-Krise werden immer deutlicher: Nicht nur die Wirtschaftsleistung in Deutschland bricht infolge der Krise heftig ein – auch der Staat verliert einen großen Teil seiner Einnahmen.

Die Corona-Krise hat ein riesiges Loch in den deutschen Staatshaushalt gerissen. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen gaben im ersten Halbjahr zusammen 51,6 Milliarden Euro mehr aus als sie einnehmen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Bei den Einnahmen gab es erstmals seit 2010 einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Ausgaben des Staates erhöhten sich dagegen um 9,3 Prozent. Das Defizit entspricht damit 3,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2019 stand noch ein Überschuss von 46,5 Milliarden Euro zu Buche.

Auch im Gesamtjahr 2020 dürfte der deutsche Staat tiefrote Zahlen schreiben, nachdem zuvor acht Jahre in Folge ein Überschuss gelungen war. Die Bundesbank rechnet mit einem Defizit von etwa sieben Prozent. "Die Steuereinnahmen brechen weg, während die Ausgaben nicht nur weiterlaufen, sondern teilweise – wie bei der Arbeitslosenversicherung - krisenbedingt stark steigen", erklärte sie.

Wirtschaftseinbruch geringer als zuletzt geschätzt

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist dagegen im zweiten Quartal nicht ganz so stark geschrumpft wie bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 9,7 Prozent zum Vorquartal, wie aus einer weiteren Mitteilung des Statistischen Bundesamts am hervorgeht.

Eine frühere Schätzung hatte ein Minus von 10,1 Prozent ergeben. Das ist dennoch der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hatten im Frühjahr weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt: Geschäfte, Hotels und Restaurants mussten schließen, Fabriken machten dicht, Messen, Konferenzen und Konzerte wurden abgesagt.

Regierung stemmt sich mit Milliarden gegen die Krise

Nach Angaben der Wiesbadener Behörde brachen im zweiten Vierteljahr die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen stark ein. Auch die privaten Konsumausgaben und die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie Maschinen waren rückläufig. Bereits zum Jahresanfang war die Wirtschaftsleistung leicht gesunken.

Die Bundesregierung hatte nach Beginn der Pandemie im März in Europa ein milliardenschweres Hilfspaket geschnürt. Um die Konjunktur anzukurbeln, legte sie im Sommer mit einem 130 Milliarden Euro schweren Paket für die Jahre 2020 und 2021 nach.

Unter anderem wurde die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent. Das soll den Konsum als wichtige Stütze der Konjunktur anschieben.

Wachstum im dritten Quartal erwartet

Steuerausfälle, steigende Ausgaben und Rettungspakete werden nach Einschätzung von Ökonomen im Gesamtjahr tiefe Löcher in die staatlichen Kassen reißen. Die EU-Staaten hatten wegen der Corona-Krise erstmals die Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts ausgesetzt, wonach das Haushaltsdefizit nicht über drei Prozent und die Gesamtverschuldung nicht über 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen darf. Deutschland hatte zuletzt im Gesamtjahr 2011 ein Defizit verbucht.

Für das laufende dritte Quartal erwarten Ökonomen wegen der Lockerung der Corona-Beschränkungen wieder deutliches Wachstum. "Nach dem starken Einbruch im ersten Halbjahr dürfte die deutsche Wirtschaft im Sommerquartal 2020 sehr kräftig wachsen", heißt es etwa seitens der Bundesbank.

Dennoch sagt die Bundesregierung für 2020 die schwerste Rezession der Nachkriegszeit voraus: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 6,3 Prozent einbrechen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters und dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal