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SAP-Aktie stürzt nach CEO-Aussage stark ab


Software-Konzern  

SAP-Aktie stürzt nach CEO-Aussage stark ab

26.10.2020, 08:40 Uhr | fls, dpa

SAP-Aktie stürzt nach CEO-Aussage stark ab. SAP-Vorstandschef Christian Klein: Seit Kurzem führt er das deutsche Software-Unternehmen alleine. (Quelle: imago images/Sven Simon)

SAP-Vorstandschef Christian Klein: Seit Kurzem führt er das deutsche Software-Unternehmen alleine. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Das Walldorfer Software-Unternehmen SAP will den Fokus stärker auf langfristige Erfolge richten – und stellt deshalb kurzfristige Gewinnmargen zurück. Die Börse reagiert verstimmt.

Kurssturz bei Deutschlands wertvollstem Dax-Konzern: Binnen weniger Momente fiel die Aktie von SAP am Montagmorgen um fast 20 Prozent. Grund ist eine Ankündigung von SAP-Chef Christian Klein, der vor der Präsentation der neuen Quartalszahlen sagte, das Unternehmen fokussiere sich künftig weniger stark auf kurzfristige Margen, dafür mehr auf langfristige Erfolge.

Klein verteidigte diesen Strategieschwenk hin zu mehr Wachstumsinvestitionen als notwendigen Schritt mit den Worten: "Ich opfere den Erfolg unserer Kunden nicht der kurzfristigen Optimierung unserer Marge." Die Kunden fragten verstärkt Software aus der Cloud zur Nutzung über das Internet nach.

Insofern wäre das Beibehalten der alten Mittelfristziele mit dem Fokus auf die eigene Profitabilität gegen deren Wünsche gewesen. Finanzchef Luka Mucic ergänzte, das Management steuere das Unternehmen nicht nach der operativen Marge. "Wir wollen ein Wachstumsunternehmen bleiben", sagte der Manager.

SAP-Kunden sollen Cloudangebote kaufen

SAP will mit Investitionen in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrages in den kommenden beiden Jahren noch stärker auf das Wachstum mit Software über das Internet setzen. Nun sollen vor allem bestehende Kunden der SAP-Kernsoftware zur Unternehmenssteuerung hin zu Cloudangeboten bewegt werden.

Der schnellere Umstieg von Kunden auf solche Programme wird das bisher in Aussicht gestellte Wachstum der bereinigten operativen Marge (bereinigtes Ebit) auf rund 34 Prozent bis 2023 voraussichtlich deutlich hemmen, wie SAP bereits am Sonntagabend mitgeteilt hatte. Das Ziel hatte noch Kleins Vorgänger Bill McDermott ausgegeben, nachdem er ebenfalls lange das Wachstum als oberstes Ziel favorisiert hatte.

Cloudverträge sind erst mit längerer Laufzeit so lukrativ wie Softwarelizenzen gegen hohe Einmalbeträge. SAP hatte mit Beginn des vergangenen Jahrzehnts vor allem über milliardenschwere Zukäufe das eigene Cloudangebot gestärkt, in den vergangenen Jahren dann aber auch eigene Kernprogramme als Cloudversion angeboten. "Wir glauben, dass uns die Investitionen in die Lage versetzen, beim Umsatz künftig stärker zu wachsen, wenn die Investitionsphase vorbei ist", sagte Mucic.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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