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Die Börse freut sich über die US-Wahl – aus drei Gründen


Nach Biden-Sieg  

Die Börse freut sich über die US-Wahl – aus drei Gründen

09.11.2020, 14:50 Uhr
Die Börse freut sich über die US-Wahl – aus drei Gründen. Die New Yorker Börse an der Wall Street: Aktionäre rund um die Welt frohlocken nach der US-Wahl. (Quelle: imago images/JohnAngelillo)

Die New Yorker Börse an der Wall Street: Aktionäre rund um die Welt frohlocken nach der US-Wahl. (Quelle: JohnAngelillo/imago images)

Obwohl der Demokrat Joe Biden die Präsidentschaftswahl gewonnen hat, herrscht an den Aktienmärkten Hochstimmung. Dafür gibt es drei zentrale Gründe – die auch Anleger freuen können.

Was liefen Anfang vergangener Woche nicht alles für Wetten. Auf einen Einbruch der Aktienkurse nach der US-Wahl, auf einen Preissturz beim Öl, auf neue Allzeithochs beim Kurs für die Krisenwährung Gold. Ein Großteil der Analysten und Spekulanten an den Kapitalmärkten hatte mit einem klaren und vor allem schnellen Sieg Joe Bidens gerechnet, mit einer demokratischen "Blue Wave".

Ihre Faustregel lautete: Kommen mit Biden die Demokraten ins Weiße Haus, ist das schlecht für die Wirtschaft. Steuererhöhungen für Unternehmen sind wahrscheinlich, die unlängst schon debattierte Zerschlagung großer Tech-Konzerne wie Amazon könnte näher rücken. Groß war deshalb das Zittern an den Börsen, verbreitet der Pessimismus.

Hochstimmung statt Katzenjammer

Und nun? Scheint alle Angst verflogen. Statt Katzenjammer herrscht Hochstimmung an den Märkten. Noch vor Bekanntwerden der jüngsten Nachrichten zur Impfstoff-Hoffnung Biontech legte der Dax seit vergangenem Dienstag, dem Vorabend zu den ersten Ergebnissen der Wahl, bis Freitagabend um 3,2 Prozent zu. Der amerikanische Leitindex Dow Jones stand am vergangene Freitag 3,1 Prozent im Plus, der Standarttitel-Index S&P 500 ist um 4,1 Prozent gewachsen. Und amerikanische Technologie-Aktien, gelistet im Nasdaq, sind um fast sagenhafte 7,2 Prozent gestiegen.

Was angesichts der ersten Befürchtungen auf den ersten Blick unlogisch und irrational erscheint, ist auf dem zweiten nur konsequent. Die Rally hängt maßgeblich mit den weiteren Ergebnissen der US-Wahlen zusammen – und mit dem Anlagenotstand, den viele Investoren unabhängig davon sehen.

Konkret erklären die folgende drei Gründe den starken Zuwachs bei Aktien:

  1. Gemäßigtere Handelspolitik: Während Donald Trump insbesondere den Handelskonflikt mit China immer wieder eskaliert hat, erwarten viele von Joe Biden einen gemäßigteren, konventionelleren Kurs. Die Hoffnung vieler Experten: Selbst wenn sich am Grundsatz "America First" unter Biden wenig ändern sollte, würde die Außen- und Handelspolitik deutlich weniger erratisch ausfallen. Dieses Plus an Berechenbarkeit sorgt für mehr Sicherheit und damit für Aufwind an den Märkten.
  2. Mehrheitsverhältnisse im Senat: Mit Joe Biden haben die Demokraten zwar die Präsidentschaftswahl gewonnen. Im Senat, einer der beiden gesetzgebenden Kammern der USA, ist noch offen, welche Partei die Mehrheit der Sitze stellt. Zuletzt zeichnete sich hier ein Sieg für die Republikaner ab. Käme es nach den Stichwahlen im Januar so, bedeutete dies, dass Biden nicht "durchregieren" kann. Viele seiner Vorhaben würde er, wenn überhaupt, nur als Kompromiss durchsetzen können. Konkret dürften die Republikaner wohl befürchtete Steuererhöhungen für Firmen blockieren, eine sehr viel strengere Regulierung großer Tech-Konzerne wäre ebenfalls unwahrscheinlich – was für gute Stimmung an der Wall Street sorgt.
  3. Anlagenotstand: Ein weiterer Grund für die Rally an den Märkten hat weniger mit der Wahl als mehr mit dem Verhalten der Notenbanken in den USA und im Rest der Welt zu tun. Sowohl die amerikanische Fed als auch die Europäische Zentralbank (EZB) machen kurz- und mittelfristig keine Anstalten, die Zinsen zu erhöhen, im Gegenteil: Aufgrund der Corona-Krise ist ein sogenanntes Nullzins-Umfeld in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich. In Kombination mit möglichen weiteren staatlichen Konjunkturpaketen und einer damit verbundenen Geldschwemme gibt es für Anleger immer weniger Alternativen zu Aktien. Wer sein Geld vermehren will, kommt an der Börse kaum mehr vorbei – und deckt sich deshalb jetzt mit Aktien ein.

Wer schon jetzt Aktien besitzt, kann sich ob dieser Entwicklung freuen. Je nach Zusammensetzung dürften ihre Depots im Nachgang zur Wahl deutlich ins Plus gedreht haben.

Für Anleger, die noch nicht an der Börse investiert sind, gilt jetzt umso mehr: Sie sollten sich dringend überlegen, ob sie ihr Geld in Unternehmensanteile investieren. Zwar schadet es kurzfristig nicht, nach den jüngsten Kurssprüngen auch noch ein wenig zu warten, um bei einzelnen Aktien einzusteigen. Langfristig aber kommen auch Kleinanleger und Menschen, die ihr Geld fürs Alters anlegen wollen, an der Börse nicht mehr vorbei.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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