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Aktien Frankfurt: Anleger gehen wieder mehr ins Risiko


Aktien Frankfurt: Anleger gehen wieder mehr ins Risiko

24.11.2020, 11:56 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag von der zunehmenden Risikofreude bei den Anleger profitiert. Der Dax notierte gegen Mittag 0,85 Prozent höher bei 13 238,86 Punkten, nachdem er am Vortag kaum verändert geschlossen hatte. Der MDax der 60 mittelgroßen Werte rückte am Dienstag um 0,23 Prozent auf 29 066,67 Zähler vor. Für den EuroStoxx 50 ging es um rund 1,0 Prozent aufwärts.

Die deutsche Wirtschaft ist nach dem Absturz in der Corona-Krise kräftiger in Schwung gekommen als zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Zeitraum Juli bis September im Vergleich zum zweiten Quartal um 8,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nach vorläufigen Daten war die Behörde von einem Plus von 8,2 Prozent ausgegangen. Das Ifo-Geschäftsklima fiel derweil im November angesichts des neuen Lockdowns, hielt sich aber ein wenig besser als befürchtet.

Die Anleger gingen mehr ins Risiko und bevorzugten nun wieder zyklische Aktien, bemerkte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. "Die Wahrscheinlichkeit für eine weitaus bessere konjunkturelle Lage in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres wächst mit jeder neuen Impfstoff-Nachricht. Dabei ist es auch ein gutes Zeichen, dass die Sektor-Rotation zurück in die Verlierer der Pandemie ohne Nettoverkäufe der stark gelaufenen Technologieaktien vonstatten geht."

Für Freude bei den Anlegern sorgte die Nachricht, dass Noch-US-Präsident Donald Trump seine Blockadehaltung mittlerweile aufgeweicht hat, so dass nach einer wochenlangen Hängepartie in den USA der Übergang zum gewählten Präsidenten Joe Biden beginnen kann. Positive Impulse lieferten zudem Medienberichte, wonach die ehemalige Notenbankchefin Janet Yellen als erste Frau die Führung des US-Finanzministeriums übernehmen soll.

Neuigkeiten gibt es auch von der künftigen Zusammensetzung der wichtigsten deutschen Indizes: Die Deutsche Börse stockt den Dax von 30 auf 40 Mitglieder auf. Zugleich kappt sie die Zahl der MDax -Werte von 60 auf 50. Zudem werden nur noch Unternehmen in den deutschen Leitindex Dax aufgenommen, die in den letzten zwei Geschäftsjahren profitabel waren.

Bisherige Corona-Verlierer wie MTU, Lufthansa , Fraport, Airbus und Tui haben ihre Erholungsrallys am Dienstag fortgesetzt. Papiere von Airbus kletterten im MDax auf das höchste Niveau seit März, Lufthansa, Fraport und Tui schafften es zurück auf den Stand vom Juni. Weiter treibt die Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff die Anleger um.

Tags zuvor hatten die Devisenmarkt-Strategen Robin Winkler und George Saravelos von der Deutschen Bank in einer Studie dank des "beispiellosen Sieges der Wissenschaft" eine wohl deutlich schnellere Normalisierung vorgezeichnet, als es noch vor wenigen Wochen zu erhoffen war. Die Experten gehen davon aus, dass die Gesamtbevölkerung der Industrieländer bis Mitte kommenden Jahres immunisiert werden kann, wobei dies sogar auch noch schneller gehen könnte.

Die Continental-Papiere schafften es mit plus 5,0 Prozent und 117,95 Euro auf das höchste Niveau seit Januar. Citigroup-Analyst Gabriel Adler sprach von einer attraktiven Kaufchance beim deutschen Autozulieferer. Conti sei von den Anlegern in den Topf der Verlierer gesteckt worden, so Adler. Dies könnte sich aber nun wieder ändern, wenn das Management seine technologischen Qualitäten und das robuste Reifengeschäft besser herauskehre.

Die Papiere von Dermapharm profitierten von der aktuellen Impfstoff-Hoffnung. Nach einer Kaufempfehlung der Commerzbank notierten die Aktien des Arzneiunternehmens 5,5 Prozent höher bei 54,10 Euro. Zuvor hatten sie mit 55,41 Euro ein weiteres Rekordhoch erklommen. Analyst Daniel Wendorff hob seine Umsatz- und Ergebnisschätzung für 2021 an. Dermapharm und Biontech hatten im September eine Kooperation ihrer Produktionstochtergesellschaften bei der Herstellung des Covid-19-Impfstoffs von Biontech vereinbart.

Eine negative Studie von Stifel Europe verdarb den Anlegern von Varta die Laune. Die Papiere des Batterieherstellers verloren 3,1 Prozent auf 111 Euro. Zuvor hatte das Brokerhaus Stifel Europe die Varta-Papiere gleich um zwei Schritte von "Buy" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 145 auf 97 Euro gesenkt. Analyst Florian Pfeilschifter begründete dies mit Anzeichen eines zunehmenden Konkurrenzdrucks aus Asien.

Die Titel von ElringKlinger setzten ihre imposante Erholungsrally fort und stiegen um bis weitere 14 Prozent. Alleine seit Ende des Vormonats schossen die Papiere des Autozulieferers damit um rund zwei Drittel nach oben auf das Niveau von Mai 2018. Die Papiere des Autozulieferers seien geradezu verurteilt für eine Neubewertung, schrieb Analyst Christian Glowa von Hauck & Aufhäuser. Vor allem die guten Aussichten für die Brennstoffzellentechnologie überzeugten die Anleger./edh/stk

--- Von Eduard Holetic ---

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