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Elon Musk lässt mit diesem Tweet Gamestop-Aktie in die Höhe schießen


Fast verdreifacht  

Elon Musk lässt Aktie von Ladenkette abheben

27.01.2021, 14:42 Uhr
Elon Musk lässt mit diesem Tweet Gamestop-Aktie in die Höhe schießen. Zum Jubeln: Elon Musk bekundete seine Unterstützung zum Gamestop-Hype. (Quelle: imago images/Paul Hennessy)

Zum Jubeln: Elon Musk bekundete seine Unterstützung zum Gamestop-Hype. (Quelle: Paul Hennessy/imago images)

Sie war ein Verlierer der Wall Street und sorgt nun für phänomenale Kursanstiege: Die Gamestop-Aktie. Wie Finanznerds riesige Hedgefonds-Manager in den Ruin treiben wollen und was Elon Musk damit zu tun hat.

Kurz nach Schließung der US-Börse macht es Tesla Chef Elon Musk tatsächlich: Er setzte einen Tweet ab, in dem er seine Unterstützung für die Gamestop-Aktie bekundete. Musk hatte das Wort “Gamestonk !!” und einen Link zur Community "Wallstreetbets" auf der Social-Media-Plattform Reddit getwittert.

Elon Musk bewies nur wenige Stunden vorher, was seine Tweets an der Börse auslösen können. Nachdem er sich positiv über Etsy geäußert hatte, stieg der Kurs prompt um über zehn Prozent an. Als er den Nachrichtendienst Signal Mitte Januar mit einem Tweet beehrte, stieg sogar der Kurs eines ganz anderen Unternehmens mit ähnlichem Namen.

Auch der Gamestop-Kurs reagierte trotz Börsenschluss mit einem rasanten Anstieg. Die Aktie der US-Videospiele-Kette konnte nach Handelsschluss am Dienstag noch ein Plus von 57 Prozent vorweisen. Auch die deutschen Kleinanleger ließen sich von Elon Musk begeistern: Der Kurs kletterte kurz nach der Öffnung der deutschen Handelsplätze auf 240 Euro – am Vorabend stand der Wert der Aktie noch bei 94 Euro.

David gegen Goliath an der Wall Street

Hinter den extrem steigenden Kursen verbirgt sich ein Finanzabenteuer, das sich seit mehreren Tagen zwischen Social-Media-Nutzern und den Riesen der Wall Street abspielt. Ursprünglich stieg die Aktie des Spielehändlers Gamestop aufgrund eines Führungswechsel auf der Managementebene.

Der Manager Ryan Cohen kündigte an, das Konzept des Unternehmens neu zu entwickeln und es wieder zukunftsfähig zu machen. Kenner der Szene glauben an ihn: Zuvor hatte er bereits große Erfolge beim Tiernahrungshändler Chewy vorweisen können. 

So verzeichnete der Kurs der Gamestop-Aktie ab September zuerst merkbare Sprünge nach oben – damals wurde der US-Spielehändler noch für 7 Euro pro Aktie gehandelt. Doch warum schoss der Kurs dann auf einmal so in die Höhe?

Hegdefonds-Manager wetteten auf Versagen von Gamestop

Viele große Hegdefonds hatten auf einen fallenden Kurs gesetzt, da der US-Konzern seit Jahren mit seinem Konzept mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfte. Um von einem möglichen Kurseinbruch zu profitieren, tätigten die Hedgefonds-Manager Leerverkäufe mit Aktien, die sie sich nur geliehen hatten. Das Kalkül dahinter: Fällt der Kurs, können sie die Aktie zum Ende der Leihe günstiger wieder zurückkaufen und so die Differenz von Kauf- und Verkaufspreis als Gewinn einstreichen. Im Fachjargon wird das auch "Shorting" genannt. 

Im Falle von Gamestop aber hatten die Hedgefonds-Manager von der Wall Street ihre Wette ohne die jungen Finanznerds gemacht, die aufgrund des Führungswechsels bei Gamestop eingestiegen sind. Der Kurs stieg an, sodass die Manager Verluste machen – sie konnten die geliehenen Aktien nicht günstiger nachkaufen.

Treiben die Kleinanleger den Riesen in den Ruin?

Schon lange ist das Kursfeuerwerk nicht mehr allein durch den Führungswechsel begründet, sondern die jungen Kleinanleger nehmen es mittlerweile persönlich. Denn große Hedgefonds wie Melvin Capital oder Citron, die mit Unsummen auf den Niedergang der Aktie gewettet haben, bezeichneten die jungen Anleger als "Trottel". Auf der Social-Media-Plattform Reddit kam das nicht gut an.

Viele Nutzer gönnen den Hedgefonds nun den Ruin. Sie wollen den Kurs weiter antreiben, bis die Wall-Street-Riesen ihre Shorts nicht mehr halten können und ihre Leerverkäufe zurückkaufen müssen – egal zu welchem Preis.

Auch bei VW haben sich Investoren verzockt

Das wäre ein sogenannter "Shortsqueeze", ein "Ausquetschen" der Hedgefondspositionen, das plötzlich den Kurs in ungeahnte Höhe schießen lassen kann. Vor mehr als zehn Jahren gab es eine ähnliche Entwicklung, als sich große Investoren bei der Aktie zu Volkswagen verzockt hatten.

Beim Shortsqueeze stieg die Aktie kurzzeitig auf einen Wert von bis zu 1.000 Euro an und fiel dann wieder ab. Denn was Anleger wissen müssen: Solche Shortsqueeze-Anstiege sind nie nachhaltig, sondern lediglich kurze Hochs im Kurs.

Warum der ganze Dax verrückt spielt 

Doch nicht nur die Gamestop-Aktie ist schwer vorhersehbar, der gesamte Markt stellt aktuell viele Anleger und Investoren vor Rätsel. So schien der Dax längere Zeit immun gegen Negativmeldungen aus der Realwirtschaft und Politik, bis er letzte Woche dann einen plötzlichen Rückschlag erlebte.

Grund ist auch eine schwindende Hoffnung in der Corona-Krise. "Es ist ein gefährlicher Mix, der sich in den vergangenen Tagen zusammengebraut hat", erklärte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets und verwies auf fehlende Impfstoffe und eine nur schleppend verlaufende Impfkampagne in Europa bei gleichzeitiger Angst vor einer unkontrollierten Ausbreitung der Virusmutationen. Auch Verzögerungen beim geplanten billionenschweren US-Konjunkturpaket des neuen US-Präsidenten Biden sorgten bei Anlegern für Sorge.

Gleichzeitig steckt sehr viel Geld im Markt, denn auch viele Kleinanleger versuchen, an der Börse Rendite mit ihrem Ersparten zu machen. Viele klassische Anlagemöglichkeiten wie Tagesgeld, Anleihen oder das Sparkonto werfen kaum mehr Erträge ab. Wer das Ersparte in diese Anlagenform steckt, kann meist nicht einmal den Wert seines Geldes halten. 

Nicht zu unterschätzen ist außerdem eine neue Generation der Anleger, die nicht wie ihre Eltern investieren wollen. Sie handeln mit neuen Neobrokern wie Robin Hood, Trade Republic oder Scalable, die mit geringen Transaktionskosten zu schnellem Trading von Aktien einladen.

Auch sind diese Anleger risikofreudiger und informieren sich über andere Kanäle als ihre Eltern. Damit schreiben sie die Regeln der Börse bei manchen Aktien einfach um – wie etwa aktuell bei Gamestop.

Verwendete Quellen:

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