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Zum 50. Geburtstag: Fünf kuriose Fakten über die Tech-Börse Nasdaq


Zum 50. Geburtstag  

Fünf kuriose Fakten über die Tech-Börse Nasdaq

08.02.2021, 12:21 Uhr
Zum 50. Geburtstag: Fünf kuriose Fakten über die Tech-Börse Nasdaq. Nasdaq-Gebäude in New York: Die Börse läuft voll elektronisch. (Quelle: imago images/Xinhua)

Nasdaq-Gebäude in New York: Die Börse läuft voll elektronisch. (Quelle: Xinhua/imago images)

Die wichtigste Tech-Börse der Welt, die Nasdaq, wird 50. Aus diesem Grund zeigen wir Ihnen fünf Dinge, die Sie garantiert noch nicht über den Aktien-Handelsplatz wussten.

Der 50. Geburtstag ist ein Grund zu feiern – ohne Corona würde man zu solch einem Tag Gäste einladen, es gäbe Kuchen, Bier und laute Musik. Auch die amerikanische Tech-Börse Nasdaq feiert Geburtstag. Da auf dieser Feier kein Bier möglich ist, haben wir Ihnen die fünf kuriosesten und spannendsten Fakten über die Nasdaq gesammelt.

Wussten Sie etwa, dass die Tech-Börse Nr. 1 früher kleine Betriebe aus der Landwirtschaft listete? Oder dass Haustierversicherungen immer noch eine wichtige Rolle spielen?

1. Der Name der "Tech-Börse" stammt nicht von Aktien

Viele Menschen bezeichnen die Nasdaq als "Tech-Börse". Dieser Name stammt allerdings nicht – wie man vermuten könnte – von den vielen Technologie-Aktien, die über die Börse gehandelt werden. Vielmehr kommt der Name vom Ursprung der Börse. Die Nasdaq war die erste Börse der Welt, die rein elektronisch lief. Das heißt: Anders als bei anderen Börsen, bei denen Aktienhändler Wertpapiere kauften und verkauften, lief das bei der Nasdaq seit dem ersten Handelstag am 8. Februar 1971 komplett digital.

Damit war die Nasdaq Vorreiter. Heutzutage findet der Handel bei allen Börsen nur elektronisch statt. Aktienhändler, die sich, wie etwa im bekannten Hollywoodstreifen "The Wolf of Wall Street", auf dem Börsenparkett anbrüllen, gibt es gar nicht mehr. Auch an der Frankfurter Börse dient die Tafel mit der Dax-Kurve im Wertpapierhandelssaal lediglich als Fassade für Medien – denn Kurssprünge lassen sich so schlecht bebildern.

Nasdaq-Gebäude in New York: Die Börse läuft voll elektronisch. (Quelle: imago images/Xinhua)Nasdaq-Gebäude in New York: Die Börse läuft voll elektronisch. (Quelle: Xinhua/imago images)

2. Landwirtschaft-Aktien statt Facebook, Amazon und Co.

Wenn man an die Nasdaq denkt, kommen einem mitunter die großen Börsenfirmen in den Sinn: Facebook, Amazon, Tesla, Microsoft, Google oder Intel.

Doch ganz am Anfang, 1971, waren derlei Firmen nicht absehbar. "Als die Nasdaq gegründet wurde, tummelten sich auch landwirtschaftlich geprägte Unternehmen dort, die versucht haben, mit einem Börsengang an Geldgeber zu kommen", sagt Christian Kahler, Chef-Anlagestratege bei der DZ-Bank, im Gespräch mit t-online. "Mit der Zeit hat sich das stark gewandelt."

Durch die aufstrebenden Tech-Firmen habe die Nasdaq einen ganz anderen Ruf bekommen. "Viel läuft heutzutage übers Image der Nasdaq", so Kahler. "Die Nasdaq sehen viele Firmen als modern an – gegenüber der verstaubten New York Stock Exchange." Letztere, immerhin die größte Wertpapierbörse der Welt, würde man immer noch mit langsamen, bürokratischen Parketthandel verbinden. "Die Nasdaq gilt dagegen als Eldorado für Börsengänge."

Deshalb sei es aber falsch zu glauben, an der Nasdaq finden sich nur große Tech-Unternehmen, sagt Kahler: "Facebook, Amazon und Co. sind zwar die bekanntesten Konzerne. Doch meist wagen kleine Firmen mit riskanten Geschäftsmodellen über die Nasdaq den Schritt an die Börse."

3. Auch Haustierversicherungen spielen in der Nasdaq eine Rolle

Die zwei Index-Aushängeschilder der Nasdaq sind der Nasdaq 100 und der Nasdaq Composite. Doch die beiden haben weniger miteinander gemein, als man zunächst vermuten könnte. 

Während im Nasdaq 100 lediglich 100 Nicht-Finanzunternehmen gelistet sind, tummeln sich im Nasdaq-Composite-Index ganze 2.978 Unternehmen. Der Composite-Index ist auch deutlich älter – er startete mit der Nasdaq und wird nun ebenfalls 50.

"Im Nasdaq Composite finden wir einen bunten Strauß an Unternehmen", sagt DZ-Experte Kahler. "Von Transportfirmen über Erdölförderern bis zu Haustierversicherern sind in dem Index gelistet. Der Nasdaq Composite wird von Investoren und Analysten deshalb häufig nicht betrachtet."

Für viele Investoren spiele der Nasdaq 100 dagegen eine herausragende Rolle. Ihn gibt es erst seit 1985. Hier finden die 100 Unternehmen aus dem Nasdaq Composite Platz, die den höchsten Börsenwert aufweisen – also am wertvollsten sind. Die Folge: "Der Nasdaq 100 ist der wichtigste Tech-Aktienindex der Welt."

4. Erholung nach der Dotcom-Blase dauerte 15 Jahre

Die Nasdaq – und die Indizes der Tech-Börse – haben schon so manche Krise überstanden. Abgesehen von kleineren Abstürzen ist besonders der Aktiencrash Anfang des Jahrtausends zu nennen. Hintergrund damals: Das Platzen der sogenannten Dotcom-Blase und das Ende des Neuen Marktes.

"Viele Firmen entpuppten sich schlicht als Luftnummern", sagt Kahler. "Das hat dem Nasdaq 100 einen ganz schönen Dämpfer verpasst."

Die Kurse erreichten am 27. März 2000 ihr damaliges Allzeithoch. Durch das Platzen der Dotcom-Blase stürzten sie auf ein Tief von rund 800 Punkten im Oktober 2002 ab. Es hat rund 15 Jahre gedauert, bis die Kurse im Sommer 2015 wieder auf dem Niveau von 2000 schlossen.

Corona hat der Nasdaq übrigens kaum etwas gemacht – im Gegenteil. Zwar stürzten die Kurse auch im Frühjahr 2020 ab, doch erholten sich auch fast ebenso schnell wieder – und jagen nun von Rekord zu Rekord.

5. Deutsche Corona-Hoffnung ist an der Nasdaq

Nicht nur US-Tech-Riesen sind am Nasdaq gelistet. Auch eine deutsche Corona-Hoffnung wagte unlängst den Sprung an die Tech-Börse: das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac.

Im Sommer 2020 erlöste der Konzern bei der Aktienplatzierung mehr als 200 Millionen Dollar. Ein zentrales Ziel des Börsengangs war, Geld für die Entwicklung des Corona-Impfstoffs einzusammeln. Curevac gilt neben Biontech, Astrazeneca oder Moderna als Impfstoff-Hoffnung – das Vakzin steckt im Gegensatz zu dem der anderen Firmen noch in der Entwicklung.

Jüngst kündigte der Bayer-Konzern an, im nächsten Jahr rund 160 Millionen Dosen des Impfstoffes herzustellen, den das Tübinger Unternehmen Curevac derzeit entwickelt. Curevac erklärte, bis zum Jahresende "mehrere hundert Millionen Dosen" zur Verfügung haben zu wollen. Frühestens im Sommer 2021 soll der Impfstoff verimpft werden können.

Was heißt die Nasdaq für mich als Anleger?

Sie als Privatanleger können in Firmen des Nasdaq investieren. Experten empfehlen aber, Ihr Risiko breit zu streuen, also nicht in Einzelwerte anzulegen. Das geht am einfachsten mit einem sogenannten ETF, auch Indexfonds, auf den Nasdaq 100 oder den Nasdaq Composite.

"Der Nasdaq 100 ist stark von den FAANG-Aktien dominiert", sagte Aktienstratege Kahler. "Das sollten Anleger im Hinterkopf haben, wenn sie investieren." Mit "FAANG"-Aktien meint er die Anteile der Tech-Größen Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google.

Eine Schwäche sei das aber nicht – im Gegenteil. "Die Tech-Firmen sind Treiber der Nasdaq. Und das wird auch künftig so bleiben." Auch mit Blick auf US-Präsident Joe Biden, der besonders Tech-Firmen stärker regulieren möchten.

"Ich glaube nicht daran, dass die Nasdaq-100-Titel unter Biden leiden werden. Eine mögliche Zerschlagung steht zwar wie ein Damoklesschwert über den Firmen. Das Szenario halte ich aber für sehr unrealistisch."

Auch die Gefahr einer Blase sieht Kahler derzeit nicht. "Der Nasdaq 100 ist hoch bewertet. Doch das rechtfertigt sich vollkommen über das Wachstum der Unternehmen. Von einer Blase sind wir weit entfernt."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit Christian Kahler
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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