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Türkische Lira stürzt heftig ab – Erdogan entließ Notenbankchef


Nach Rauswurf des Zentralbankchefs  

Türkische Lira stürzt heftig ab

22.03.2021, 17:45 Uhr | AFP, rtr

Türkische Lira stürzt heftig ab – Erdogan entließ Notenbankchef. Lira-Scheine (Symbolbild): Die türkische Währung verlor erneut. (Quelle: imago images/ZUMA Wire)

Lira-Scheine (Symbolbild): Die türkische Währung verlor erneut. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Vergangene Woche hatte die Währung noch deutlich zugelegt. Doch nun verbucht die türkische Lira herbe Verluste. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte überraschend den Zentralbankchef entlassen.

In der Türkei haben die Finanzmärkte am Montag geschockt auf die Entlassung des Zentralbankchefs reagiert: Die Lira stürzte um fast 15 Prozent gegenüber dem Dollar ab, die Kurse an der Börse in Istanbul brachen so stark ein, dass der Handel für eine halbe Stunde ausgesetzt werden musste.

Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte Zentralbankchef Naci Ağbal, einen in der Finanzwelt geachteten früheren Finanzminister, am Freitagabend per Dekret entlassen. Es war das dritte Mal seit Mitte 2019, dass Erdoğan den Notenbankchef entließ. Ağbal war erst seit knapp fünf Monaten im Amt. 

Der Kurs der türkischen Währung fiel am Montagmorgen stark: Für einen Dollar waren kurzzeitig 8,47 Lira nötig – Ende vergangener Woche lag der Kurs bei 7,22 Lira. Nach dem ersten Absturz kletterte der Kurs am Montag wieder auf 8,09 Lira. Finanzminister Lütfi Elvan versicherte, die Türkei wolle den Devisenhandel nicht aussetzen. "Wir halten an unserer Wirtschaftspolitik fest, bis wir eine dauerhafte Senkung der Inflation erreicht haben", erklärte er.

Erdoğan: Zinsen als "Vater und Mutter aller Übel"

An der Börse in Istanbul stürzte der Leitindex um 6,65 Prozent ab. Daher wurde der Handel gemäß der Vorschriften bei solch starken Kursbewegungen ausgesetzt. Nach 35 Minuten wurde er wieder aufgenommen. Am Donnerstag hatte die Währung noch deutlich zugelegt, nachdem Notenbankchef Naci Ağbal die Zinsen überraschend deutlich angehoben hatte.

Präsident Erdoğan hatte am Freitag keinen Grund für die Entlassung von Zentralbankchef Ağbal genannt. Der Schritt folgte allerdings nur zwei Tage nach Anhebung der Leitzinsen. Erdoğan hält hohe Zinsen für "Vater und Mutter aller Übel", seiner Ansicht nach – und entgegen herrschender Meinung in den Wirtschaftswissenschaften – begünstigen sie die Inflation.

Ağbal wurde ersetzt durch den Wissenschaftler Şahap Kavcıoğlu, Mitglied von Erdoğans Partei. Er hatte am Sonntag versichert, er wolle die "notwendigen Maßnahmen" im Kampf gegen die Inflation ergreifen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP und Reuters

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