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Rohstoff der Zukunft – darum schießt der Kupferpreis durch die Decke


Rohstoff der Zukunft  

Darum schießt der Kupferpreis durch die Decke

26.04.2021, 11:05 Uhr | neb, dpa

Rohstoff der Zukunft – darum schießt der Kupferpreis durch die Decke . Ein ID.3 in Produktion: Gerade für E-Autos wie VWs ID.3 braucht es deutlich mehr Kupfer. (Quelle: imago images/Rainer Weisflog)

Ein ID.3 in Produktion: Gerade für E-Autos wie VWs ID.3 braucht es deutlich mehr Kupfer. (Quelle: Rainer Weisflog/imago images)

Das unscheinbare Kupfer wird immer teurer – das macht sich in der Industrie bemerkbar. Der Preis für eine Tonne des Metalls war am Montag so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das Ende der Rally ist noch nicht erreicht.

Der Kupferpreis legt seit Monaten ordentlich zu: Am Montag erreichte der Preis für eine Tonne des Industriemetalls den höchsten Stand seit etwa zehn Jahren. An der Rohstoffbörse in London wurde ein Höchststand von 9.650 US-Dollar markiert. Das ist der höchste Stand seit Mitte 2011. Ende Januar betrug der Wert einer Tonne Kupfer noch knapp 7.750 Euro.

Um etwa 80 Prozent sind die Kupferpreise laut CNN in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen. Laut Analysten der US-Bank Goldman Sachs ist der Preisanstieg des Kupfers kein kurzer Trend.

Die Analysten nennen den Rohstoff, der in der Industrie vielseitig eingesetzt wird, gar das "neue Öl". "Die bedeutende Rolle, die Kupfer beim Erreichen der Pariser Klimaziele spielt, kann nicht überschätzt werden", schreiben die Goldman-Sachs-Experten in ihrer aktuellen Analyse. Sie gehen davon aus, dass die Preise für Kupfer bis 2025 auf 15.000 US-Dollar pro Tonne steigen könnten. Die Aussicht, dass die Konjunktur weiter anzieht und das Angebot teils knapp wird, treibt den Kupferpreis weiter an.

E-Autos brauchen sehr viel Kupfer

Kupfer sei der Rohstoff der Zukunft: So sei es essenziell für die Wind- und Solarenergie. Auch für E-Autos spielt Kupfer eine wichtige Rolle. In einem E-Auto ist fast viermal so viel Kupfer verbaut wie in einem Verbrenner. Zudem sind die Bauindustrie und der Maschinenbau ebenfalls auf Kupfer angewiesen. Aber der Rohstoff ist knapp. Zwischen zwei und drei Jahre dauert es, um die Kapazität einer existierenden Mine zu erhöhen, bis zu acht Jahre, um eine neue zu erschließen.

Corona mache Kupfer noch knapper: Die Rohstoffexperten der Commerzbank sprechen von anhaltenden Versorgungsproblemen. Ursache seien die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Minenproduktion und den Transport des Rohstoffs.

Aktuell profitiert Kupfer auch von den positiven Konjunkturaussichten. Die großen Verbrauchsländer USA und China erholen sich derzeit kräftig von dem schweren Wirtschaftseinbruch in der Corona-Krise. Auch in Europa mehren sich die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung. Hinzu kommt der aktuell schwache Dollar, der das in der US-Währung gehandelte Edelmetall für Nachfrager außerhalb des Dollarraums rechnerisch vergünstigt.

Es gibt allerdings auch Analysten, die von einem Preisverfall des Rohstoffs ausgehen. So sehen die Experten des US-Unternehmens Fitch Solutions den Handelskrieg zwischen China und den USA als Preisbremse. Die US-Restriktionen könnten das Wirtschaftswachstum Chinas behindern. Damit bliebe auch der Bedarf nach Kupfer geringer. Zeitgleich werde das Förderaufkommen aufgrund der aktuellen Nachfrage steigen, sind die Analysten überzeugt.

Verwendete Quellen:

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