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Corona: Die Amerikaner erschüttern die deutschen Impf-Aktien


Kurse brechen ein  

Die Amerikaner erschüttern die deutschen Impf-Aktien

06.05.2021, 12:04 Uhr | neb, t-online

Corona: Die Amerikaner erschüttern die deutschen Impf-Aktien. US-Präsident Joe Biden: Ende April verkündete er den großflächigen Impferfolg in den USA – wenige Tage später fordert er eine Aufhebung der Patente auf Impfstoffe. (Quelle: imago images/MediaPunch)

US-Präsident Joe Biden: Ende April verkündete er den großflächigen Impferfolg in den USA – wenige Tage später fordert er eine Aufhebung der Patente auf Impfstoffe. (Quelle: MediaPunch/imago images)

Impfstoffe sind die Hoffnung: Das zeigte sich in den Höhenflügen der Aktien von Biontech oder Curevac. Doch die Impf-Aktien wackeln massiv, denn die USA greifen die Patente an. Die EU verweist dagegen auf mehr Exporte. 

Anleger in Impf-Aktien brauchen starke Nerven: Die Aktien von Biontech, Curevac und anderen internationalen Impfstoffherstellern sausten am Mittwoch ungebremst in die Tiefe. Dabei gilt vor allem Biontech als deutsche Erfolgsgeschichte.

Erst kürzlich begann Kanada damit, auch 12-Jährige mit dem mRNA-Impfstoff aus Deutschland zu impfen – auch hierzulande steht eine Impfung von Kindern mit Biontech in Aussicht. Curevac kann in ersten Studien gute Wirkungen bei Virusmutanten wie etwa der südafrikanischen Corona-Variante aufzeigen.

50 Euro Kursverlust in wenigen Tagen

Den Markt scheint das nicht zu interessieren. Die Biontech-Aktie verliert konstant an Wert: Innerhalb eines Tages ist der Kurs von 162 Euro am Mittwoch auf 131 Euro am Donnerstagmorgen gefallen. Am Dienstag hatte die Pharma-Aktie aufgrund der guten Nachrichten noch ein Allzeithoch von 184 Euro erreicht.

BioNTech Sp ADS

-178,75 EUR
BioNTech Sp ADS
Hoch
200,10
Zwischenwert Hoch / Mittel
167,48
Mittel
134,86
Zwischenwert Mittel / Tief
102,24
Tief
69,62
Jan '21Apr '21

Tübingens Curevac rauschte von 95 Euro am Mittwoch auf 79 Euro am Donnerstag. Der chinesische Pharmakonzern Fosun Pharmaceutical, der sich um eine Kooperation mit Biontech für den chinesischen Markt bemüht, sank am Donnerstag von 6,10 Euro am Mittwoch auf 5,24 Euro. 

Amerikaner wollen Patente aussetzen

Die Auswirkungen zeigen sich also weltweit bei den Pharma-Aktien. Aber was lässt die Anleger bei so erfolgreichen Aktien zittern? Die Antwort ist klar: Die USA möchten die Patente für Impfstoffe temporär aussetzen, wie US-Handelsbeauftragte Katherine Tai am Mittwoch erklärte.

CureVac

-82,00 EUR
CureVac
Hoch
119,60
Zwischenwert Hoch / Mittel
99,23
Mittel
78,85
Zwischenwert Mittel / Tief
58,47
Tief
38,10
Okt '20Jan '21Apr '21

Die US-Regierung glaube fest an den Schutz geistigen Eigentums, sagte Tai. Sie werde sich aber bei der Welthandelsorganisation WTO für eine Ausnahmeregelung bei Corona-Impfstoffen einsetzen, "um diese Pandemie zu beenden". Die weltweite Gesundheitskrise durch Covid-19 bedürfe außergewöhnlicher Maßnahmen, ist die Begründung der Amerikaner.

EU zeigt sich gesprächsbereit

Auch Nichtregierungsorganisationen sowie Entwicklungs- und Schwellenländer fordern die vorübergehende Ausnahmeregelung, damit die weltweite Impfstoffproduktion angekurbelt werden kann. Das wurde von Industrienationen, in denen die großen Pharmakonzerne ansässig sind, bislang aber abgelehnt.

Die EU hat sich derweil offen für Gespräche über eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe gezeigt. Brüssel sei bereit, über einen entsprechenden Vorschlag der USA zu diskutieren, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag in einer Videobotschaft. "Kurzfristig rufen wir jedoch alle impfstoffproduzierenden Länder dazu auf, Exporte zuzulassen."

Viele Amerikaner sind geimpft

Die USA haben bereits 32 Prozent ihrer gesamten Bevölkerung komplett geimpft, 44,5 Prozent der amerikanischen Gesamtbevölkerung haben zumindest schon eine Impfung erhalten. Bei den Senioren haben die Amerikaner bereits fast eine Herdenimmunität. 69,8 Prozent der Amerikaner über 65 sind vollständig geimpft, in manchen Bundesstaaten sind es sogar 85 Prozent.

Biden hatte in den letzten Wochen einen erklärten "Impfturbo" eingeschaltet und so dafür gesorgt, dass ein Großteil der Amerikaner nicht mehr auf einen Impfstoff angewiesen ist.

Der amerikanische Biontech-Partner Pfizer verkündete zudem am Dienstag – einen Tag vor dem amerikanischen Patentvorstoß – einen Milliardenumsatz: Allein im ersten Quartal nahmen die Amerikaner mit dem Impfstoff Comirnaty, den sie mit den deutschen Forschern vertreiben, 3,5 Milliarden Dollar ein. 

Auch die amerikanischen Pharma-Aktien fielen nach der Ankündigung der USA. Der Kurs des Konzerns Moderna brach von 147 Euro auf 131 Euro am Donnerstag ein. Pfizer dagegen spürte das Beben bei den Impf-Aktien kaum.

Verwendete Quellen:

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