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Zinsen: Darum geraten deutsche Sparer jetzt dreifach unter Druck


Weiter fast keine Zinsen  

Darum geraten deutsche Sparer jetzt dreifach unter Druck

Ein Gastbeitrag von Daniel Saurenz

11.07.2021, 10:44 Uhr
Zinsen: Darum geraten deutsche Sparer jetzt dreifach unter Druck. Sparbuch (Symbolbild): Bankkunden bekommen für ihr Erspartes kaum noch Zinsen. (Quelle: dpa/tmn/Oliver Berg)

Sparbuch (Symbolbild): Bankkunden bekommen für ihr Erspartes kaum noch Zinsen. (Quelle: Oliver Berg/dpa/tmn)

Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als könnten mittelfristig wieder echte Zinsen drin sein. Doch das Blatt hat sich gewendet. Vermögensverlust ist programmiert.

Das generelle Umfeld für Sparer lässt sich 2021 nur als desaströs bezeichnen. Auf Konten und in Form von Bareinlagen oder Festverzinslichem liegt in Deutschland so viel Geld, dass durch negative Zinsen oder sonstige Belastungen Sparern 70 Milliarden Euro im Jahr verloren gehen.

Mit anderen Worten formuliert: Das Geld wandert von der einen Tasche, der der Sparer und Geld-Parker, in die Tasche des Staates, der sich nach wie vor zu Null- und Negativzinsen neu verschulden kann.

USA geben bei Zinsen den Takt vor

Die Entwicklung der zehnjährigen Zinsen in den USA hatte bis in den Juni hinein jedoch leichte Hoffnung gemacht für die Jahre 2022 und folgende. Denn beim Top im April gab es für zehnjährige US-Bonds immerhin 1,75 Prozent Zinsen, im Juni waren es noch 1,6 Prozent. Seither ist die Kurve aber fallend und in der vergangenen Woche kippten die Zinsen unter 1,3 Prozent.

Dies bedeutet einfach übersetzt: Die Zinssorgen werden deutlich geringer und die Konjunktursorgen nehmen eher zu. Die US-Notenbank wird jegliche Gedanken an eine Zinserhöhung wegschieben und auch die EZB äußerte letzte Woche noch einmal, dass man Inflation auch über zwei Prozent gern in Kauf nimmt, ohne bei den Leitzinsen aktiv werden zu müssen.

Zinserhöhungen liegen in weiter Ferne

Somit hat sich das Umfeld für jene Anleger, die Geld auf dem Konto parken, erneut verschlechtert. Sie geraten dreifach unter Druck: Die Inflation zieht merklich an, Löhne könnten auch im Dienstleistungssektor steigen und der Konsum wird teurer. Die Zinsen bleiben derweil unten und gleichzeitig haben sowohl die USA als auch China ihren Wachstumszenit im laufenden Jahr bereits erreicht.

Deshalb sind Zinserhöhungen in weiter Ferne, wie die zehnjährigen US-Anleihen widerspiegeln. "Die Inflation ist die Hölle der Gläubiger und das Paradies der Schuldner. Der Masterplan der Regierungen und Notenbanken ist klar erkennbar", sagt Stefan Riße, Kapitalmarktstratege bei ACATIS Investment. "Wie so oft schon in der Vergangenheit wollen sie eine Entschuldung mittels Inflation der Verbraucherpreise."

Vermögensverlust ist programmiert

Das alte Lied bleibt damit aktueller denn je: Wer Geld auf dem Konto geparkt hat, seien es wenige Tausend Euro oder einiges mehr, sollte drei bis fünf Prozent Vermögensverlust pro Jahr auszugleichen versuchen. Das wird die Anleger auch in der kommenden Börsenwoche beschäftigen.

Wie aber setzen sich drei bis fünf Prozent jährlicher Vermögensverlust zusammen? Dies kann sich jeder selbst ableiten. Die Inflation schlägt mit mindestens zwei Prozent zubuche, Bankgebühren oder Negativzinsen belaufen sich rasch auf ein bis zwei Prozent und schon kommt man in diesem Bereich an.

Aktien mit Dividendenanspruch, Anlagezertifikate oder auch Wachstumsaktien werfen dagegen etwas ab. Und deren Umfeld bleibt günstig, solange gilt, dass der Preis für Geld nahe null liegt. Und der Preis für Geld ist – der Zins.

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