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Jackson Hole | US-Notenbankchef: Anleihenkäufe könnten 2021 gedrosselt werden


Genauer Zeitplan unklar  

Fed-Chef: Anleihenkäufe könnten noch 2021 gedrosselt werden

27.08.2021, 17:54 Uhr | rtr

Jackson Hole | US-Notenbankchef: Anleihenkäufe könnten 2021 gedrosselt werden. US-Notenbankchef Jerome Powell (Symbolbild): Die Fed hat die Rückführung der Anleihekäufe in diesem Jahr in Aussicht gestellt.  (Quelle: AP/dpa)

US-Notenbankchef Jerome Powell (Symbolbild): Die Fed hat die Rückführung der Anleihekäufe in diesem Jahr in Aussicht gestellt. (Quelle: AP/dpa)

Die amerikanische Zentralbank Fed hat in Aussicht gestellt, bereits in diesem Jahr mit der Rückführung der Anleihenkäufe zu beginnen. Notenbankchef Jerome Powell legte sich aber nicht auf einen genauen Start fest. 

US-Notenbankchef Jerome Powell sieht die Fed auf gutem Weg zum angestrebten Ausstieg aus dem Krisenmodus nach der Coronavirus-Pandemie. Eine Festlegung auf einen Zeitplan zum Abbau der milliardenschweren Konjunkturhilfen vermied er am Freitag bei seinem virtuellen Redeauftritt auf der Fed-Konferenz von Jackson Hole jedoch.

Powell betonte zwar, dass er im Juli einen Beginn des Abschmelzens der Wertpapierkäufe noch in diesem Jahr für angemessen gehalten habe. Mittlerweile habe auch der Arbeitsmarkt weitere Fortschritte gemacht. Doch gehe dies mit der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus einher. "Wir werden die hereinkommenden Daten und die entstehenden Risiken sorgfältig prüfen", sagte Powell.

Fed-Beschluss kommt wohl im September

Ausdruck der verschärften Lage ist auch, dass die Jackson-Hole-Konferenz wie bereits 2020 Corona-bedingt nur im Online-Format abgehalten wird. Angesichts der nach der Krise wieder rund laufenden Konjunktur denkt die Fed bereits seit einiger Zeit über ein Zurückfahren ihrer Anleihenkäufe nach. Sie kauft derzeit noch Wertpapiere im Volumen von monatlich 120 Milliarden Dollar.

Mehrere Währungshüter dringen auf eine baldige Entscheidung zum Abschmelzen der Krisenhilfe, in der Fachsprache Tapering genannt, womit der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik eingeleitet würde. Viele Experten rechnen damit, dass die Reduzierung der Käufe um die Jahreswende beginnen könnte. Ein Beschluss der Währungshüter dazu wird für die nächsten Zinssitzungen erwartet – womöglich im September.

Das sagen Experten zur Powell-Rede

"Dass die Fed ihre Anleihekäufe noch in diesem Jahr zurückfahren würde, steht lange fest. Wann sie damit beginnt, ist nicht wirklich relevant. Zumindest auf die Börsen wird das genaue Timing keinen signifikanten Einfluss mehr haben", sagte Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank, sagte nach Powells Rede. "Dennoch sollte Powell spätestens auf der Fed-Sitzung im September konkreter werden im Hinblick auf den Umfang und das Tempo des Taperings", so Lang weiter. Die Fed gebe sich geldpolitisch entspannter als viele Marktteilnehmer.

Auch Elmas Völker von der LBBW zeigt sich wenig überrascht. Seiner Einschätzung nach dürfte die Fed die Anleihekäufe bereits im Verlauf des vierten Quartals 2021 drosseln – sollte die Erholung am US-Arbeitsmarkt nicht unerwartet einbrechen.

"Die Fed wäre jedoch nicht die Fed, würde sie nicht gleichzeitig die Sorgen vor einem abrupten Kurswechsel beschwichtigen: Spekulationen, dass auf das 'Tapering' in naher Zukunft auch eine Leitzinswende folgen könnte, erscheinen nach den heutigen Äußerungen Powells unangebracht, was die Finanzmärkte beruhigen dürfte."

Zudem habe Powell sich eine Notoption gelassen, so Völker: "Überdies hält Powell mit Verweis auf die steil steigenden Corona-Infektionen in den USA ein Hintertürchen offen, um den geplanten Start des 'Exits' aus der ultra-lockeren Geldpolitik doch noch aufzuschieben." 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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