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Immobilienriese Evergrande: Angst vor Kollaps belastet die Märkte in China


Konzern vor dem Kollaps  

Evergrande-Chef spricht von "dunklem Moment"

21.09.2021, 11:17 Uhr | dpa-AFX

Immobilienriese Evergrande: Angst vor Kollaps belastet die Märkte in China. Baustelle in China (Symbolbild): Der chinesische Immobilienkonzern Evergrande hat 300 Milliarden US-Dollar Schulden.  (Quelle: imago images)

Baustelle in China (Symbolbild): Der chinesische Immobilienkonzern Evergrande hat 300 Milliarden US-Dollar Schulden. (Quelle: imago images)

In China droht der Immobilienkonzern Evergrande eine Finanzkrise auszulösen. In einem Brief an die Mitarbeiter gibt sich der Chef nun optimistisch, dass dies abgewendet werden könnte.

Der Chef des vom Zusammenbruch bedrohten chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande hat Mitarbeitern in einem Brief Mut zugesprochen. Er sei fest davon überzeugt, dass man den "dunkelsten Moment" überwinden könne, hieß es in dem am Dienstag anlässlich des chinesischen Mondfestes verschickten Schreiben von Vorstandschef Xu Jiayin, das von Staatsmedien verbreitet wurde.

Evergrande werde in der Lage sein, die Wiederaufnahme des Baus und der Produktion in vollem Umfang zu beschleunigen und das Hauptziel der "Sicherstellung der Übergabe von Gebäuden" zu erreichen, um Hauskäufern, Investoren, Partnern und Finanzinstituten eine "verantwortungsvolle Antwort" zu geben.

Märkte sind verunsichert

Sorgen vor einer Ausweitung der Krise bei Evergrande hatten am Montag die weltweiten Aktienmärkte erfasst, in diesem Sog war der Dax DAX Index zwischenzeitlich mit 15.019 Punkten auf das tiefste Niveau seit Mai gefallen.

Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK wertete die Evergrande-Sorgen am Morgen als den sprichwörtlichen Tropfen, der das Fass zunächst zum Überlaufen gebracht habe. Die Nerven der Anleger seien ohnehin zunehmend angespannt, was die Konjunkturaussichten anbelange.

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In Europa bleibe die Besorgnis über Evergrande an diesem Dienstag weiter bestehen. "Aber im Moment scheint eine abwartende Haltung vorherrschend zu sein", so Hewson. Dies gilt umso mehr vor dem mit Spannung erwarteten Auftritt der US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch, von dem womöglich entscheidende geldpolitische Signale ausgehen.

Auch die Banken waren in den Abwärtsstrudel gerissen worden. Nun geht es für die Branche wieder voran. Die Deutsche Bank etwa zog um rund ein Prozent an, die Commerzbank verteuerten sich noch deutlicher mit plus 2,4 Prozent.

Unternehmen hat 300 Milliarden Dollar Schulden

Evergrande hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Milliarden US-Dollar (256 Milliarden Euro) angehäuft. Anleger befürchten einen Zahlungsausfall. Der angeschlagene Konzern muss frisches Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht zu bezahlen. Wie der Finanzdienst Bloomberg berichtete, muss der Konzern am Donnerstag auf zwei Anleihen Zinszahlungen im Umfang von über 100 Millionen Dollar leisten. Jedoch gelte eine Nachfrist von 30 Tagen, was Evergrande weitere Zeit verschaffen könnte.

Die Angst vor einem bevorstehenden Kollaps hat den Aktienkurs von Evergrande am Dienstag erneut kräftig schwanken lassen. An der Hongkonger Börse verloren die Papiere des Konzerns in der Spitze um mehr als sieben Prozent, holten im Verlauf des Tags aber wieder auf. Seit Anfang des Jahres haben die Aktien des Konzerns bereits mehr als 85 Prozent eingebüßt.

Die US-Ratingagentur S&P warnte in einer Mitteilung am Montag davor, dass nicht von einer Rettung des Konzerns durch die chinesische Regierung ausgegangen werden könne.

Peking wäre demnach nur dann zum Eingreifen gezwungen, "wenn es zu einer weitreichenden Ansteckung käme, die den Zusammenbruch mehrerer großer Bauunternehmen zur Folge hätte und systemische Risiken für die Wirtschaft darstellen würde", so die Agentur. Eine Pleite von Evergrande allein würde jedoch wahrscheinlich nicht zu einem solchen Szenario führen, so S&P weiter.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX

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