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Nervosität am Aktienmarkt: Dax rauscht unter 15.000 Punkte


Nervosität am Aktienmarkt  

Dax rauscht kurz unter die Marke von 15.000 Punkten

01.10.2021, 09:37 Uhr | dpa

Nervosität am Aktienmarkt: Dax rauscht unter 15.000 Punkte. Angespannte Stimmung an der Börse (Symbolbild): Der Dax rauschte am Freitag unter die Marke von 15.000 Punkte, auch andere Märkte sind angespannt. (Quelle: Getty Images/ Spencer Platt)

Angespannte Stimmung an der Börse (Symbolbild): Der Dax rauschte am Freitag unter die Marke von 15.000 Punkten, auch andere Märkte sind angespannt. (Quelle: Spencer Platt/Getty Images)

Am Freitag durchbrach der Dax an der Börse eine wichtige Marke: Zum ersten Mal seit Mai fiel der Index unter 15.000 Punkte. Bei den Anlegern wächst die Nervosität, eine Abwärtsbewegung könnte sich andeuten.

Nach dem verlustreichen September deutet sich für den Dax DAX Index auch ein schwacher Oktober-Auftakt an. Am Freitagmorgen rutschte der Kurs sogar unter die Marke von 15.000 Punkten. Im September und Juli hatte der Dax die Marke zwar öfter getestet, aber immer halten können. Zuletzt war der Leitindex im Mai unter die 15.000 Punkte gefallen.

Das ist für Anleger besonders bedeutungsvoll, denn knapp darunter verläuft derzeit die viel beachtete 200-Tage-Linie als Unterstützung – der Absturz ist also ein wichtiges Signal. Rauscht der Kurs weiter ab und durchbricht die 200-Tages-Linie, könnte sich eine längere Abwärtsbewegung einleiten. Mehr zu der Bedeutung der 200-Tages-Linie und warum Anleger auf diese ein genaues Augenmerk legen, lesen Sie hier. Kurz nach dem Abrutschen erholte sich der Dax aber zumindest wieder knapp über die 15.000-Punkte-Marke.

Branchenanalysten gehen bereits jetzt von einem nahenden Stimmungswechsel aus. "Immer mehr Anleger hinterfragen die Rally des Jahres kritisch", merkte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners an. Im Zentrum stehe die Frage, ob die Unternehmen die erwarteten Gewinne auch dann erreichen könnten, wenn die Zinsen in den USA doch früher und schneller angehoben würden.

Angst vor der Inflation

Die anhaltenden Sorgen, dass die Notenbanken wegen einer anziehenden Inflation bald weniger Geld in die Märkte pumpen könnten, hatten den Dax in dieser Woche schwer belastet. Aktuell zeichnet sich eine düstere Wochenbilanz von mehr als zweieinhalb Prozent Minus ab.

An der Wall Street verunsichern zudem weiter der Haushaltspoker in Washington und die aktuellen Lieferengpässe in der Wirtschaft. Zwar hat der US-Kongress am Donnerstag einen Übergangshaushalt gebilligt, aber das Problem der Schuldenobergrenze bleibt. US-Finanzministerin Janet Yellen hat sich für eine Abschaffung des Gesetzes zur Schuldenobergrenze ausgesprochen. Das derzeitige Gesetz sei sehr "destruktiv", sagte Yellen bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus.

Den USA droht die Zahlungsunfähigkeit

Den USA droht tatsächlich Mitte Oktober ein Zahlungsausfall, wenn der Kongress die Schuldenobergrenze bis dahin nicht anhebt oder aussetzt. Sie ist in den vergangenen Jahrzehnten bereits mehrfach erhöht worden. "Die Schuldenobergrenze wurde seit 1960 78 Mal angehoben oder ausgesetzt, fast immer auf parteiübergreifender Basis", sagte Yellen bei der Anhörung. Die Republikaner sperren sich aktuell gegen eine solche Maßnahme. Die Standardwerte-Indizes schlossen dort am Donnerstag deutlich im Minus. 

Bedeutung kommt vor diesem Hintergrund dem konjunkturellen Tagesplan zu, der unter anderem mit den Verbraucherpreisen aus der Eurozone und Stimmungsdaten auch aus den USA gespickt ist. Die Helaba geht etwa für die USA von soliden Werten aus. "Die Erwartung, dass die Fed noch in diesem Jahr die Anleihekäufe zurückfahren könnte, würde erneut untermauert", schrieben die Experten der Bank.

Es gibt trotzdem Gewinner am Dax

Auf Unternehmensseite hierzulande notierten bei den Einzelwerten bereits vorbörslich die BMW BMW Aktie-Papiere nach einer angehobenen Ergebnisprognose des Autobauers gegen den schwachen Markttrend im Plus. Die Bayern leiden zwar derzeit wie so viele unter dem aktuellen Chipmangel, profitieren aber gleichzeitig von den steigenden Preisen für Gebrauchtwagen und Neufahrzeuge. "Wenngleich eine Anhebung der Jahresziele bereits erwartet wurde, ist die neue Prognose doch besser als gedacht", sagte ein Händler am Morgen.

Bei Konkurrent Daimler Daimler Aktie sollen vor dem Wochenende die Aktionäre auf einer virtuellen außerordentlichen Hauptversammlung über die geplante Abspaltung der Lastwagensparte Daimler Truck entscheiden. Weitere Nachrichten aus der Branche gibt es in den hinteren Börsenreihen: Der Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni Leoni Aktie hat mit dem US-Konzern Bizlink einen Käufer für die schon länger angebotene Sparte Industrial Solutions gefunden und steht kurz vor einer bindenden Vereinbarung.

Allianz und Siemens Energy rücken in den Fokus

Ebenfalls einen Blick wert sein könnten Papiere von Siemens Energy Siemens Energy Aktie nach Beilegung eines Rechtsstreits per Vergleich mit dem US-Konzern General Electric  über Gasturbinen.

Zudem zieht der Versicherer Allianz Allianz Aktie aus den aktuellen Problemen in den USA, wo Investoren Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe stellen, personelle Konsequenzen: Managerin Jacqueline Hunt wird bereits an diesem Freitag von Nachfolger Andreas Wimmer in der Spitze des Konzerns abgelöst.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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