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Geplatzter Deal drückt Evergrande-Aktien noch tiefer


Deadline am Samstag  

Geplatzter Deal drückt Evergrande-Aktien noch tiefer

21.10.2021, 14:02 Uhr | AFP, dpa

Geplatzter Deal drückt Evergrande-Aktien noch tiefer. Verlorenes Vertrauen: Der chinesische Immobilienkonzern rückt dem Abgrund immer weiter entgegen. (Quelle: imago images/Marc Fernandes)

Verlorenes Vertrauen: Der chinesische Immobilienkonzern rückt dem Abgrund immer weiter entgegen. (Quelle: Marc Fernandes/imago images)

Evergrande kommt nicht zur Ruhe: Am Donnerstag kehrte die Aktie zurück an die Börse – und die Anleger straften sie sofort ab. Evergrande hat nur noch drei Tage, um Hunderte Millionen Euro aufzutreiben.

Der tiefe Fall des hochverschuldeten chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande setzt sich fort: Der Aktienkurs des Konzerns stürzte am Donnerstag an der Börse in Hongkong um fast zwölf Prozent bis zum Handelsschluss ab. Der Handel war Anfang Oktober ausgesetzt worden, nachdem der Konzern mehrere Fristen zur Rückzahlung von Krediten gerissen hatte; Evergrande selbst hatte die Wiederaufnahme am Donnerstag beantragt.

Die Anleger stießen Evergrande-Aktien ab. Der Aktienkurs sackte bereits bei Handelsbeginn um 10,5 Prozent ab. Kurz zuvor hatte Evergrande mitteilen müssen, dass der geplante Verkauf von 50,1 Prozent an der Konzerntochter Hopson gescheitert sei – das Geschäft sollte umgerechnet 2,2 Milliarden Euro einbringen.

Kein flüssiges Geld für Evergrande

Ein Mehrheitsverkauf des Hausverwaltungsgeschäfts hätte kurzfristig Milliarden in die Kasse spülen und dem Immobilienriesen Luft verschaffen können. Am Mittwoch hatte Evergrande jedoch mitgeteilt, dass der Verkauf an den Immobilienkonzern Hopson gestoppt wurde. "Der geplatzte Deal macht es immer unwahrscheinlicher, dass Evergrande in letzter Minute ein Kaninchen aus dem Hut zaubern kann", sagte der Anwalt eines Gläubigers des Immobilienkonzerns.

Die Aktien von Hopson waren am 4. Oktober wie die von Evergrande vom Handel ausgesetzt worden. Am Donnerstag wurde der Handel wieder aufgenommen.  

Evergrande gilt als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Das Unternehmen droht unter einem immensen Schuldenberg von umgerechnet 260 Milliarden Euro zusammenzubrechen, den Evergrande in Jahren aggressiver Expansion angehäuft hat. Derzeit kann das Unternehmen seine Kredite nicht zurückzahlen; am Mittwoch hatte Evergrande erneut gewarnt, es könne seine "finanziellen Verpflichtungen nicht einhalten". Käuferinnen und Käufer von Wohnungen warten zudem auf die Übergabe.

Am Wochenende wird es eng

Ende September blieb Evergrande die Rückzahlung von insgesamt umgerechnet 113 Millionen Euro schuldig, im Oktober konnte der Konzern weitere 127 Millionen Euro nicht begleichen. Der Konzern bekam jeweils 30 Tage Aufschub. An diesem Wochenende könnte sich die Lage daher weiter zuspitzen. Sollte Evergrande die Zahlung in Höhe von insgesamt 83,5 Millionen Dollar nicht aufbringen können, droht ein formeller Zahlungsausfall.

Evergrande hatte am Mittwoch versichert, der Konzern werde weiterhin Maßnahmen ergreifen, um seine Liquiditätsprobleme in den Griff zu bekommen. Noch ist unklar, ob der chinesische Staat einspringen würde, um eine Pleite abzuwenden. Experten stellen sich dagegen auf eine Pleite des Unternehmens ein.

Ein Zusammenbruch von Evergrande könnte nicht nur im Immobiliensektor immensen Schaden anrichten, sondern auch die gesamte chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Die chinesische Zentralbank hatte allerdings kürzlich versichert, die Risiken für Chinas Wirtschaft durch Evergrande seien "beherrschbar". Einige Experten sehen das allerdings anders: Sie befürchten der Konzern ist so groß, dass sie eine "Ansteckungsgefahr" für Chinas Wirtschaft und darüber hinaus befürchten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP und Dpa

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