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Kampf gegen "Zinsplage": Erdogan stürzt Lira weiter in die Tiefe


Beeinflussung der Notenbank  

Erdoğan kündigt Kampf gegen "Zinsplage" an

17.11.2021, 12:56 Uhr | dpa-AFX

Kampf gegen "Zinsplage": Erdogan stürzt Lira weiter in die Tiefe . Kein Freund von hohen Zinsen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan treibt mit seiner Zinspolitik die Lira in den Abgrund. (Quelle: imago images/Pavel Bednyakov)

Kein Freund von hohen Zinsen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan treibt mit seiner Zinspolitik die Lira in den Abgrund. (Quelle: Pavel Bednyakov/imago images)

Der türkische Präsident Erdoğan schickt die Lira auf ein neues Rekordtief: Er werde gegen Zinsen kämpfen, "solange er im Amt" sei. Das sind klare Signale in Richtung der Notenbank.

Vor einer wichtigen geldpolitischen Entscheidung der türkischen Zentralbank hat sich Präsident Recep Tayyip Erdoğan erneut deutlich für niedrige Zinsen ausgesprochen und Zinsen als "Plage" bezeichnet.

"Wir werden die Zinsplage von den Schultern unseres Volkes nehmen", sagte Erdoğan am Mittwoch vor der Fraktion seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP in Ankara. "Wir werden definitiv nicht zulassen, dass Zinsen unser Volk in die Knie zwingen", erklärte er. "Solange ich in diesem Amt bin, werde ich meinen Kampf gegen die Zinsen bis zuletzt weiterführen. Und ich werde auch meinen Kampf gegen die Inflation fortführen."

Die türkische Landeswährung Lira ist in den vergangenen Monaten zum US-Dollar und zum Euro erheblich unter Druck geraten und jeweils auf Rekordtiefstände gefallen. Inzwischen bekommt man für einen Dollar mehr als zehn Lira.

Erdoğan könne mit Zinsbefürwortern nicht arbeiten

Verschärft wird die Situation durch den lockeren geldpolitischen Kurs der Zentralbank, die ihren Leitzins trotz der gestiegenen Inflation zuletzt zweimal verringerte. Auf der Zentralbanksitzung am Donnerstag wird erneut eine Zinssenkung erwartet. Der türkische Präsident betonte nach seiner Fraktionsrede nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, dass die Notenbank unabhängig entscheide.

Kritiker monieren dagegen, der Kurs werde maßgeblich von Erdoğan beeinflusst, der als erklärter Gegner hoher Zinsen gilt. Wiederholt hat er die Notenbankspitze ausgewechselt.

Entgegen der gängigen Lehre ist Erdoğan der Meinung, dass hohe Zinsen Inflation verursachen, statt sie zu bekämpfen. Er betonte am Mittwoch: "Zinsen sind die Ursache, Inflation das Resultat." Mit Befürwortern von hohen Zinsen könne er nicht zusammenarbeiten. Erdoğan beklagte zudem, dass Investoren trotz Zinssenkungen davonliefen. "Was seid ihr für Menschen?", fragte er.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-afx

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