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Aktien New York: Kriegs- und Inflationssorgen drücken weiter auf die Stimmung

Von dpa-afx
14.02.2022Lesedauer: 4 Min.
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NEW YORK (dpa-AFX) - Die Investoren am US-Aktienmarkt haben Signale einer weiteren Gesprächsbereitschaft Russlands im Ukraine-Konflikt am Montag nur leicht positiv gewertet. Der Dow Jones Industrial schaffte im Verlauf zwar kurz den Sprung in die Gewinnzone, notierte rund zwei Stunden vor dem Handelsende aber wieder mit 34 389,74 Punkten ein Prozent im Minus. Die Sorge um eine mögliche Invasion der Ukraine durch Russland ist noch lange nicht verschwunden. Zudem bleibt die Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed ein bestimmendes Thema.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es um knapp ein Prozent auf 4375,44 Punkte nach unten. Der jüngst besonders arg gebeutelte technologiewertelastige Nasdaq 100 hielt sich mit minus 0,66 Prozent auf 14 157,83 Zähler ein klein wenig besser.

In den vergangenen Tagen hatte sich die Lage im Ukraine-Konflikt weiter zugespitzt. Insbesondere die Warnungen der US-Regierung, dass ein Angriff Russlands auf den Nachbarstaat schon in der laufenden Woche erfolgen könnte, hatte die Anleger zum Wochenstart stark verunsichert. So halten die USA nach offizieller Darstellung einen russischen Angriff auf die Ukraine jederzeit für möglich.

"Ich denke, dass wir alle darauf vorbereitet sein müssen, dass es mit wenig oder gar keiner Vorwarnung geschehen könnte", sagte John Kirby, Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, am Montag im US-Sender CNN. Auf die Frage nach der Wahrscheinlichkeit einer Invasion antwortete Kirby mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin: "Ich denke, dass Herr Putin der Einzige ist, der die Antwort darauf kennt."

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Mittlerweile signalisierte die Regierung Russlands aber weitere Gesprächsbereitschaft. So setzte Russland nach Darstellung des Außenministers Sergej Lawrow den Briefwechsel mit der Nato und den USA fort. Darin geht es auch um Forderungen seines Landes, die Ukraine nicht in die Nato aufzunehmen.

Neben diesem geopolitischen Konflikt bleibt die Zinswende in den USA das bestimmende Thema an den Finanzmärkten. In der zweiten Hälfte der vergangenen Woche hatten eine abermals überraschend hohe US-Inflation und die Forderung eines prominenten Notenbankers, die Leitzins bis Juli um einen ganzen Prozentpunkt zu heben, die Wall Street nach unten gezogen. Vor allem Techwerte litten.

So halten es einige Volkswirte mittlerweile für denkbar, dass die US-Notenbank Fed in jeder der noch ausstehenden Sitzungen in diesem Jahr ihre Zinsen anheben wird. Der Dow fiel in den vergangenen zweieinhalb Handelstagen denn auch um knapp vier Prozent, der Nasdaq 100 um fast sechs Prozent.

Analyst Clemens Schmale vom Börsenportal Godmode-Trader rechnet angesichts des anstehenden Zinserhöhungszyklus mit weiterem Druck auf die Kurse, denn der Liquiditätsentzug beginne gerade erst. So kaufe die Fed im Februar weiterhin Anleihen und Hypothekenpapiere und der Leitzins bleibe aller Voraussicht bis März unangetastet. Zudem: "Der konjunkturelle Ausblick war auch schon besser." Sollte die Fed nicht doch noch kalte Füße bekommen, dürften die Aktienbörsen angeschlagen bleiben.

Mit Blick auf die Einzelwerte waren die Aktien der Bank JPMorgan unter den Verlierern im Dow Jones. Sie fielen um rund zwei Prozent, nachdem die Analysten des Investmenthauses Jefferies ihre Kaufempfehlung gestrichen hatten. Sie sehen bei anderen Banken mehr Potenzial durch den wohl bald steigenden US-Leitzins. So sind höhere Zinsen gut für das klassische Einlagen- und Kreditgeschäft von Banken. Schlusslicht im Dow aber waren die Papiere der Drogerie- und Apothekenkette Walgreens Boots Alliance mit einem Minus von gut drei Prozent.

Zu den wenigen Gewinnern im Dow zählten die Papiere von Walt Disney. Sie stiegen an der Index-Spitze um knapp ein Prozent. Der Freizeit- und Unterhaltungskonzern hatte vergangenen Woche mit starken Geschäftszahlen positiv überrascht, sich der allgemein schlechten Börsenstimmung aber nur bedingt entziehen können.

Die Aktien des Fitnessdienste-Anbieters Peloton sanken um mehr als sechs Prozent. Hier entwich die jüngst aufgekommene Übernahmefantasie ein Stück weit nach einem entsprechenden Interview mit dem neuen Chef Barry McCarthy in der "Financial Times".

Derweil klagt der US-Bundesstaat Texas gegen den Facebook-Konzern Meta wegen dessen Umgang mit biometrischen Daten. Die Aktien von Meta sanken um 1,8 Prozent.

In teils schweres Fahrwasser gerieten die Papiere von Corona-Impfstoffherstellern Pfizer, Biontech und Moderna, die zwischen rund 3 und fast 13 Prozent einbüßten. Nach der Kursvervielfachung im Zuge der Pandemie stehen Biontech und Moderna schon länger unter Druck, da sich die Corona-Situation in vielen Ländern zu entspannen beginnt und die Impfstoffe daher weniger stark gefragt sind. Auch die Aktien des Biontech-Partners Pfizer hatten im Zuge der Pandemie deutlich zugelegt.

Die Aktien des Daten- und Reporting-Spezialisten Splunk schnellten derweil entgegen dem negativen Marktumfeld um acht Prozent hoch. Das "Wall Street Journal" hatte unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen über eine Übernahmeofferte durch die Netzwerk-Riesen Cisco berichtet. Dessen Aktien gaben um 1,80 Prozent nach.

Goodyear zogen derweil um eineinhalb Prozent an, nachdem die US-Bank JPMorgan eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte.

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