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Aktien Frankfurt: Rezessionsangst belastet den Dax

Von dpa-afx
25.04.2022Lesedauer: 3 Min.
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Montag wegen grĂ¶ĂŸer werdender Zins- und Konjunktursorgen klar unter die Marke von 14 000 Punkte gerutscht. Der deutsche Leitindex verlor gegen Mittag 1,65 Prozent auf 13 909,36 ZĂ€hler und knĂŒpfte so an seine deutlichen Freitagsverluste an. Einige Punkte tiefer hatte er am Morgen den niedrigsten Stand seit Mitte MĂ€rz erreicht. Weder das ĂŒberraschend aufgehellte Ifo-GeschĂ€ftsklima noch der Wahlsieg des französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron waren ihm eine StĂŒtze.

Auch fĂŒr europĂ€ische Indexkollegen des Dax gab es zu Wochenbeginn klare Verluste: Der die zweite deutsche Börsenliga abbildende MDax verlor 1,57 Prozent auf 30 315,62 ZĂ€hler, wĂ€hrend der EuroStoxx auf europĂ€ischer BĂŒhne sogar um 2,3 Prozent absackte. Ungeachtet der politischen KontinuitĂ€t in Frankreich fiel der Pariser Leitindex Cac in Ă€hnlichem Maße wie der Eurozonen-Leitindex.

Wegen der Perspektive rasant steigender US-Leitzinsen, extremer Inflationstendenzen, dem Ukraine-Krieg, gestresster Lieferketten und der sich zuspitzenden Corona-Situation in China geht die Sorge vor einer Rezession um.

Gemildert wurde dies auch nicht von der Tatsache, dass der am Morgen veröffentlichte Ifo-Index im April ĂŒberraschend auf 91,8 ZĂ€hler stieg. Laut dem Deka-Bank-Chefvolkswirt Ulrich Kater bedeutet dies fĂŒr die Wirtschaft aber keine Entwarnung.

"Zum einen profitieren die Dienstleister gegenwĂ€rtig vom Ende des Lockdowns und zum anderen sind die Folgen der bisherigen Wirtschaftssanktionen besser einschĂ€tzbar. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Gegenwind fĂŒr die deutsche Wirtschaft nachlĂ€sst", argumentierte Kater mit Verweis auf Liefer- und ProduktionsengpĂ€sse, die sich bald zeigen dĂŒrften. "Die Konjunkturaussichten fĂŒr dieses Jahr bleiben eingetrĂŒbt, insbesondere wenn sich die Sanktionsspirale weiterdrehen sollte", so der Experte.

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Die RezessionsĂ€ngste lasten vor allem auf konjunkturabhĂ€ngigen Branchen und trieben Anleger eher in vermeintlich defensiven Einzelwerte. In Zeiten der voranschreitenden Energiewende zĂ€hlten die RWE -Aktien zu den positiven Ausnahmen. Mit einem Anstieg um 1,3 Prozent hatten sie nach einem positiven Kommentar der Deutsche-Bank-Analysten im Dax die Spitzenposition inne. Weitere Gewinner waren dort die Titel der Deutschen Telekom und des KonsumgĂŒterkonzerns Henkel .

Zur Dax-SchwĂ€che trugen einmal mehr die konjunkturempfindlichen Banken sowie Autobauer bei - sowie technologielastige Unternehmen, deren Bewertungen in Zeiten steigender Zinsen als besonders gefĂ€hrdet gelten. Die Schlusslichter im Dax waren die Aktien der Deutschen Bank und der Online-Unternehmen Delivery Hero sowie Zalando mit Einbußen von jeweils etwas mehr als vier Prozent.

Auch die SAP -Anteile waren mit minus 2,2 Prozent unter den grĂ¶ĂŸeren Verlierern. Mehrere Kurszielsenkungen und die Streichung der Kaufempfehlung durch das Bankhaus Metzler belasteten die Papiere des Softwarekonzerns. Der Metzler-Analyst Holger Schmidt begrĂŒndete diesen Schritt mit durchwachsenen Quartalsergebnissen und Ergebnisrisiken.

Weil die Konjunktursorgen die Metallpreise belasteten, litten auch die Papiere der deutschen Stahl- und Kupferkonzerne krÀftig. Besonders schwer traf es hier die zuletzt recht gut gelaufenen Papiere der Konzerne Salzgitter und Aurubis mit Kursverlusten von 9,3 respektive 5,8 Prozent.

Nicht zur Ruhe kommen die Titel der Adler Group: Ein Kursrutsch um elf Prozent auf ein Zweimonatstief zeigt, dass die AktionĂ€re nach dem am Freitag vorgestellten Bericht der KPMG-WirtschaftsprĂŒfer noch nicht an einen Befreiungsschlag glauben, auch wenn dieser laut Adler keine Beweise fĂŒr einen systematischen Betrug hervorbrachte. Laut dem Barclays-Analysten Sander Bunck gibt es noch zu viele Unsicherheiten, um die Aktie wieder "in ruhigere GewĂ€sser zu fĂŒhren".

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